Vorsicht Zecken!

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    • Vorsicht Zecken!

      Liebe Eltern,

      sicher freuen Sie sich alle darüber, dass der Frühling nicht nur Einzug gehalten hat, sondern bereits in vollem Gange ist und die Temperaturen sogar einen Hauch von Sommer erahnen lassen. Da zieht es uns alle, und vor allem unsere Kinder, ins Freie. Doch der sonnenreiche Start in den Frühling hat auch seine Schattenseiten.

      Nach einem relativ milden Winter blieben sogar die kalten Tage im Februar aus. So fingen nicht nur die Bäume auszuschlagen und die Blumen zu blühen an, sondern auch die Insekten traten früher auf den Plan. Und mit ihnen ein ganz besonders unangenehmer Vertreter dieser Sorte: die Zecke.

      Die eigentliche Zeckenzeit wird von März bis September angegeben. Dies ergibt sich daraus, dass Zecken Temperaturen zwischen 10 und 40 Grad Celsius wunderbar vertragen. Manche ganz robusten Arten sind sogar bereits ab 7 Grad aktiv. Gehen wir davon aus, dass die frostigen Tage normalerweise erst im März beendet sind, so fangen die Zecken sich erst dann an zu vermehren und haben in den Sommermonaten Hochkonjunktur.

      In diesem Jahr ticken diese Uhren jedoch eindeutig anders. Der gesamte Winter blieb weitgehend von Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verschont und bereits im Februar kletterte das Thermometer vielerorts über die 7 Grad Marke. So manche Zeckenart konnte also ungehindert überwintern, während die empfindlicheren Gesellen spätestens im zweiten Monat des Jahres ungeniert leben konnten. Dies führt dazu, dass heute, im April, die Zeckenzeit bereits im vollen Gange ist. Gerade Kinder, die sich ja gerne im Freien aufhalten und auf Wiesen und in Büschen spielen, ist die Gefahr eines Zeckenbisses hoch.

      Lassen Sie sich und Ihren Kindern die Freude am tollen Frühling und dem Aufenthalt im Freien nicht vermiesen, aber bitte behalten Sie die gesteigerte Möglichkeit eines Zeckenbisses im Hinterkopf.

      Viele Grüße
      Tanja
    • Zeckenbissen vorbeugen

      Liebe Eltern,

      der Frühling ist da und mit ihm auch die Zecken. Und auch wenn nicht geleugnet werden darf, dass Zecken mit Borreliose und FSME zwei ernstzunehmende Krankheiten übertragen können, so soll uns dies dennoch nicht den Spaß am Frühling im Freien vermiesen. Trotzdem dürfen wir die Zecken nicht gänzlich vergessen und sollten gewisse Vorkehrungen treffen, um Zeckenbisse weitgehend zu vermeiden.


      Entgegen zahlreicher Behauptungen lauern Zecken nicht in Bäumen, um von dort aus auf vorbeigehende Personen zu warten und sich auf diese fallen zu lassen. Stattdessen fühlen sich die blutsaugenden Tierchen in Gräsern und dort in Bodennähe am wohlsten. Hier holen wir sie quasi im Vorbeigehen ab. Aus diesem Wissen lassen sich die effektivsten Mittel zum Vorbeugen von Zeckenbissen ableiten.

      1. Gräser meiden
      In der Zeckenzeit von März bis September ist der beste Schutz vor Zecken das Vermeiden von Spaziergängen im Gras. Bei Kindern lässt sich dies natürlich nicht durchsetzen. Gartenwiesen sollten jedoch so kurz wie möglich gehalten werden, um es den Zecken, die hohe Gräser bevorzugen, ungemütlich zu machen. Außerdem sollte die Angriffsfläche möglichst gering bleiben – Spaziergänge sind somit OK, das flache Hinlegen ins Gras jedoch tabu.

      2. Lange Kleidung
      Wenn sich hohe Gräser nicht vermeiden lassen, so kann man sich am besten durch angemessene Bekleidung vor Zecken schützen. Einmal beim Menschen angekommen, suchen die Zecken nach nackter Haut, um sich dort festbeißen zu können. Deshalb ist die beste Vorbeugung vor Zeckenbissen, ihnen die Bissmöglichkeit zu verwehren, also keine nackte Hautfläche zu bieten. Lange Bekleidung, am besten mit festsitzendem Gummibündchen, sowie festes, geschlossenes Schuhwerk sollten deshalb Pflicht sein. Bei besonders heißen Sommertemperaturen sollte man zumindest auf eine lange Hose Wert legen.

      3. Inspektion
      Zecken beißen nicht an der erstbesten Stelle zu, sondern krabbeln über die Kleidung oder die Haut auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Krankheitskeime gelangen jedoch erst mit dem Biss in die dadurch entstehende Wunde. Deshalb sollte man nach einem Spaziergang den Körper stets gründlich inspizieren, um krabbelnde Zecken zu entdecken und am Biss zu hindern oder festsitzende Zecken umgehend zu entfernen.

      4. Insektenmittel
      Im Handel tummelt es von zahlreichen Mittelchen und Tinkturen, mit denen man sich angeblich die Zecken vom Hals halten kann. In der Praxis haben sich jedoch nur die wenigsten dieser Produkte bewährt. Auch wenn sie mit nachweislichen Inhaltsstoffen, die Zecken abstoßen, bestückt sind, so ist oftmals eine stündliche Anwendung notwendig, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Chemische Mittel sind hingegen so aggressiv, dass die Kosten-Nutzen-Relation im Ungleichgewicht ist.

      5. Hausmittelchen
      Mit den Hausmitteln zur Zeckenabwehr verhält es sich ähnlich wie mit den im Handel erhältlichen Produkten. Teebaum, Anis, Lavendel und Rosmarin mögen Zecken zwar überhaupt nicht, reibt man sich damit ein, so ist jedoch ein stündliches Auffrischen vonnöten, um die Zecken dauerhaft fern zu halten. Das effektivste Mittel, um Zecken abzuschrecken, ist dabei Knoblauch. Deren Duft können Zecken überhaupt nicht ab. Knoblauchöle oder frisch gegessene Knoblauchzehen können Zecken also tatsächlich abschrecken – andere Menschen jedoch leider auch.

      Wie Sie sehen ist effektiver Zeckenschutz wirklich schwierig durchzuführen und deshalb ein Zeckenbiss nicht immer zu vermeiden. Dennoch sollte man den Zecken zumindest kein bereitwilliges Opfer sein, sondern diverse Vorkehrungen treffen. Das Wissen um Krankheiten wie Borreliose und FSME sowie um das korrekte Verhalten nach einem Zeckenbiss sollte aber dennoch vorhanden sein.

      Viele Grüße
      Tanja
    • Liebe Eltern,

      zugegebenermaßen sind ein Zeckenstich und die daraus resultierende Wunde. Hinzu kommt die Gefahr einer lokalen Entzündung an der Einstichstelle. Doch dies sind eigentlich relativ harmlose Nebenerscheinungen des Zeckenbisses, die nicht schwerwiegender zu beurteilen sind als ein gewöhnlicher Insektenstich. Das gefährliche an Zecken ist jedoch, dass sie Überträger von zwei äußerst unangenehmen und nicht ungefährlichen Krankheiten sein können, deren Erreger sie über den Biss in den menschlichen Körper einschleusen: Borreliose und FSME.

      Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Keime namens Borrelien hervorgerufen wird. Zecken gelten als die hauptsächlichen Überträger der Borrelien, entfernt gefolgt von Stechfliegen und Pferdebremsen. Über den Zeckenstich gelangen die Borrelien in den menschlichen Organismus und breiten sich dort aus.

      Typische Symptome der Borreliose sind

      - zunächst kreisrunde, anschließend wandernde, sich von der Bissstelle ausbreitende Hautröte,
      - Anschwellung von Gelenken und Lymphknoten,
      - allgemeine Krankheitssymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen, grippeähnliche Symptome,
      - Schmerzen in Muskeln und Nerven,
      - Fieber,
      - Taubheit und Lähmungen sowie
      - Wesens- und Stimmungsänderungen.

      Borreliose ähnelt in seinen Anfängen zunächst einer Grippe und kann mit bloßem Auge nur aufgrund der kreisrunden Hautrötung rund um die Zeckenbissstelle identifiziert werden. Unbehandelt manifestieren sich die Symptome bis hin zu schwerwiegenden Gesundheitsstörungen.

      Eine Borreliose ist, frühzeitig erkannt, gut mit Antibiotika zu behandeln und heilt dann ohne Folgeschäden gänzlich aus. Deshalb sollte man eine Zecke schnellstmöglich entfernen und den Arzt konsultieren, insofern die Zecke bereits längere Zeit am Körper war, was sich durch ihren prall gefüllten Leib äußert. Auch bei fleckigen Hautrötungen oder allgemeinen Krankheitszeichen ähnlich einer Grippe sollte der Weg zum Arzt führen.

      Viele Grüße
      Tanja
    • Liebe Eltern,

      jenseits der Borreliose, die hauptsächlich durch Zecken übertragen wird und eine durch Borrelien verursachte Infektionskrankheit darstellt, gibt es noch eine zweite, gefürchtete „Zeckenkrankheit“: die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.

      Übertragen wird FSME durch das FSME-Virus, womit sie zu den viralen Erkrankungen zählt. Mit diesem Virus infiziert, kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarks mit neurologischen Folgen kommen.

      Nach einer Infizierung mit FSME Viren kommt es nur bei einem Teil der Betroffenen tatsächlich zum Ausbruch der Erkrankung mit klassischen Symptomen, die in den meisten Fällen mit zwei Fieberschüben charakterisiert sind. Die betroffenen zeigen anfänglich

      - hohe Fieberschübe,
      - Kopf- und Gliederschmerzen und
      - grippeähnliche Symptome

      sowie im weiteren Verlauf

      - Erbrechen,
      - Bewusstseinstrübungen und
      - Lähnungserscheinungen.

      Ein Ausheilen der FSME ist zwar auch bei schwersten Krankheitsverläufen möglich, allerdings steht kein ursächliches Behandlungsverfahren zur Verfügung. Jedoch existiert ein Impfstoff, dessen Verwendung vor allem in Risikogebieten zur Vorbeugung der FSME empfohlen ist. Risikogebiete mit Impfempfehlungen werden vom Robert-Koch-Institut benannt und können unter rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME…df?__blob=publicationFile eingesehen werden.

      Viele Grüße
      Tanja
    • Das sind sehr lesenswerte Beiträge. Ich reise in den Sommermonaten nach Bayern und habe in Sankt Englmar gebucht. Mitten im Wald. Nun habe ich die Beiträge gelesen und gleich den Arzt angerufen-wir haben Glück und können noch geimpft werden, denn dazu sind 3 Impfungen notwendig. Die erste bekommen wir am Freitag die zweite dann in 4 Wochen und die dritte ist in einem Jahr fällig.
    • Liebe Eltern,
      sind Sie oder Ihr Kind trotz aller Vorsicht von einer Zecke gestochen worden, so ist nun Handeln gefragt. Denn die Gefahr der Übertragung von Krankheiten steigt, je länger die Zecke Kontakt zum Körper hat. Deshalb ist die oberste Regel, dass eine Zecke möglichst zügig zu entfernen ist. Dies kann man selbst tun, vorausgesetzt man weiß, wie vorzugehen ist und welche Maßnahmen unbedingt zu unterlassen sind:

      1. Ein NEIN zu Hausmittelchen
      Zahlreiche Empfehlungen kursieren darum, dass Zecken durch die Anwendung von Nagellackentferner, Öl, Alkohol, Benzin und sonstigen Flüssigkeiten schneller sterben und sich somit leichter entfernen lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Sicher verenden Zecken bei einer Behandlung mit Benzin, allerdings machen sie ihren Todeskampf am menschlichen Körper durch, so dass in dieser Zeit vermehrt Krankheitserreger in die Wunde übertragen werden. Also bitte Finger weg von derartigen Behandlungsratschlägen.

      2. Zecken herausdrehen
      Auch der Rat, dass Zecken mit oder gegen den Uhrzeigersinn aus dem Körper herausgedreht werden sollen, ist Unfug. Zecken bohren sich nicht wie ein Gewinde in die Haut, sondern stechen kurzum zu. Deshalb ist ein schnelles Rausziehen mit einem Ruck die beste Lösung.

      3. Korrekte Entfernung
      Um eine Zecke tatsächlich fachgerecht und gesundheitsunschädlich zu entfernen, nutzt man im besten Fall eine so genannte Zeckenkarte, wie man sie in Apotheken oder Drogerien erhält. Zeckenzangen oder Pinzetten sind zwar prinzipiell auch verwendbar, jedoch schwieriger in der Handhabung. Zur Entfernung selbst packt man die Zecke direkt an ihrer Eintrittsstelle auf der Haut, konkret gesagt an ihrem Kopf und zieht sie mit einem schnellen, kurzen aber kräftigen Ruck raus. Dabei sollte man darauf achten den Zeckenkörper nicht zu quetschen, da damit abermals Krankheitserreger freigesetzt werden. Anschließend inspiziert man die Wunde und kontrolliert, ob die Zecke tatsächlich vollständig entfernt wurde. Eine Desinfektion der betroffenen Körperpartie verhindert eine Wundinfektion.

      Wer sich über das korrekte Vorgehen unsicher ist, kann die Zecke natürlich von einem Arzt entfernen lassen. Dieser ist ohnehin zu konsultieren, wenn

      - Teile der Zecke in der Wunde verblieben sind oder
      - sich nach einiger Zeit Rötungen, Schwellungen oder grippeähnliche Symptome einstellen.

      Viele Grüße
      Tanja