Berufswahl nach Elternwunsch?

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    • Berufswahl nach Elternwunsch?

      In unserer Familie gibt es einen jungen Mann, der kürzlich seinen Realschulabschluss gemacht hat. Er war immer der kreative Typ, sehr naturverbunden und ich war mir sicher, dass er etwas Kreatives, etwas mit Tieren oder mit der Natur machen wollte. Auch seine Praktikas gingen immer in diese Richtung. Ins Büro wollte er niemals.
      Nun macht er die Ausbildung zum Bürokaufmann. Aus Vernunftsgründen, wie er sagt. Er hätte gern etwas anderes gemacht, möchte aber später auch genug verdienen. Spaß macht ihm diese Arbeit nicht., gibt er selbst zu. Die Eltern haben ihn sicher nicht dazu gezwungen, aber so Bemerkungen wie "Da verdienst du doch nichts" oder "Nach ein paar Jahren wirst du berufsunfähig wegen Rückenschmerzen" usw. werden ganz bestimmt gefallen sein.

      Wie erfolgreich wird diese Aktion wohl sein? Mich macht das irgendwie traurig, auch wenn das alles sehr vernünftig klingt. Doch in dem Alter hat man doch normalerweise noch Träume.
      Herzliche Grüße
      Manuela :)
    • Hallo Manuela,

      ich finde diese Ausbildung nicht schlecht, man kann später doch auch in den anderen von dir angesprochenen Zweigen damit tätig sein? Alles was mit Tieren und Natur zu tun hat, ist in unserem Land auch so herrlich reguliert, dass es nicht schaden kann, wenn man buerokaufmännische Fähigkeiten besitzt? In was fuer einem Betrieb er jetzt auch merken eine Ausbildung acht, wennesihmnichtgefaellt, kann man gerade jetzt zu Beginn noch im Rahmen der ersten Orientierung den Betrieb und damit die Branche wechseln, um ggf noch den Bürokfm. In einem passenden Zweig zu erlernen, Garten-Landschaftsbaubetrieb, Tierpark, Garten-/Baumärkte usw.

      Ich würde ihn dazu ermutigen, wenn er sich mir anvertraut hätte...

      VG
    • Hallo Manuela,

      das ist ein interessantes Thema mit der Berufswahl. Wir leben in Zeiten, in denen wir den Luxus haben, uns über unseren Beruf selbst verwirklichen zu können, also einen Beruf zu erlernen und auszuüben, der uns Spaß und Freude macht. Wenn sich jemand gegen diese Wahl entscheidet, wirkt das regelrecht befremdlich, doch letztlich muss jeder selbst herausfinden und entscheiden, welchen Beruf er erlernen und ausüben möchte. Schade kann man das in dem von Ihnen beschriebenen Fall durchaus finden. Und als "Bürotier" ist man zudem absolut prädestiniert für Rückenschmerzen, nicht nur als Fliesenleger und evtl. Landschaftsgärtner!

      Und was spricht dagegen, eine Ausbildung anzufangen, sie vielleicht sogar abzuschließen, obwohl man merkt, dass das nicht die richtige Wahl war und dann nochmal etwas anderes zu machen? Oder eine Ausbildung anzufangen, die man aus Vernunft gewählt hat oder weil man zu sehr auf den wohlgemeinten Rat von anderen gehört hat und dann zu merken, dass es doch nicht passt und sie abzubrechen, um nochmal neu zu wählen?

      Herzlichst
      Klara
    • Hallo Sofia,

      ja, die Berufswahl ist heutzutage sicherlich nicht leichter geworden. So schön die große Auswahl ist, so sehr kann diese auch verunsichern.

      Es entstehen immer mehr neue Berufe und dann auch noch so sehr spezialisierte, das kann einen letztlich mehr lähmen als beflügeln. Deshalb finde ich es wichtig, zu betonen, dass man eine Wahl auch immer wieder neu treffen kann und dass es in Ordnung ist, seine Meinung zu ändern. Dies natürlich nicht wie ein Fähnlein im Winde, sondern in einem angemessenen Maß. ;) Wenn ich mich entscheide und letztlich merke, dass etwas doch nicht oder nach einer gewissen Zeit nicht mehr zu mir passt, kann ich mir etwas Neues aussuchen. Vielleicht hilft dies, den Druck etwas rauszunehmen....

      Klara