Massive Probleme mit 16-Jährigem wegen mangelnder Körperpflege

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    • Massive Probleme mit 16-Jährigem wegen mangelnder Körperpflege

      Guten Tag, meine Idee war, mich an ein Internetforum über Erziehungsfragen wegen meinem Problem zu wenden. Vielleicht kann mir der eine oder andere einen guten Tipp geben. Zum X-ten Mal bin ich an meine Grenzen gekommen mit meinem Sohn, es ist gerade alles andere als einfach mit ihm. Ich beiß mir an ihm die Zähne aus, und es schafft mich, bin anschließend völlig erschöpft und deprimiert.
      Er hat sich, seit er in die Pubertät gekommen ist, schon immer gern gehen lassen, und wenn ich nicht so hinterher gewesen wäre, hätte er sich gar nicht mehr gewaschen, nicht mehr die Zähne geputzt usw. Das riecht man natürlich auch, wenn er sich tagelang nicht mehr wäscht oder duscht. Außerdem ist er gern faul und sitzt viel zuhause, und zu einer Sportart ist er nicht zu bewegen, er sträubt sich da regelrecht. So ist er auch übergewichtig geworden. Ein richtiger Bewegungsmuffel. Freunde im realen Leben, mit denen er sich öfters trifft, hat er fast keine, und er tut nichts für solche sozialen Kontakte, und es scheint ihm nicht zu fehlen. Dafür hat er reichlich Kontakte in der virtuellen Welt aufgebaut und chattet mit etlichen Jugendlichen im Netz. Er lümmelt den ganzen Tag zuhause herum., wenn er keine Schule hat. Und wenn er mal im Haushalt was anpacken soll, zieht er nur ein übles Gesicht und stöhnt laut, weil er dazu keine Lust hat. Er nennt es dann so, wenn er mir mal was helfen soll, dass ich ihm "seine Lebenszeit klaue und Freiheitsberaubung". Und wenn ich konsequent was durchsetzen will, nennt er mich "Diktator".
      Am schlimmsten ist es derzeit , wo wir auf Wohnungssuche sind und er zu den Terminen auch mit soll, denn die Vermieter wollen ihn ja auch kennen lernen. Er zeigt null Motivation, sich für solche Termine gepflegt herzurichten, will dazu seine Gammelklamotten tragen und am liebsten keine Zähne putzen, sich keine Haare kämmen, sich nicht waschen. Er müsste unbedingt zum Frisör, denn die Haare hängen ungepflegt herum, und einen sauberen Schnitt haben sie schon längst nicht mehr. Oftmals sind sie dann noch fettig, schuppig und strähnig und hängen ihm im Gesicht über den Augen. Als ich ihm kürzlich erklärte, dass ich mit ihm zum Frisör gehe, weil wir am Wochenende wieder Wohnungsbesichtigungstermine hätten, wo die Vermieter ihn auch sehen wollen, und da muss er eben gepflegt erscheinen, nannte er das Haareschneiden einen "Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte". Dann provozierte er mich mit weiteren solchen Äußerungen. Wir hatten dann einen lauten Streit, und ich schaltete als Konsequenz sein Internet ab. Dann ist er in sein Zimmer ins Bett. Duschen tut er nur 1x die Woche, ansonsten macht er zwischendurch nicht einmal Katzenwäsche. Ich weiß mir da nicht mehr zu helfen, ich bin völlig zermürbt. Das ist so was von anstrengend, nervenaufreibend und kräftezehrend.
      Ich habe von der Problematik einer Bekannten erzählt, die früher mit ihrem pubertierenden Sohn auch eine solche Problematik wegen der Körperpflege hatte. Sie hat mir geraten, meinen Sohn einfach so zu lassen, nichts mehr zu sagen. Selbst wenn er sich wochenlang nicht mehr wäscht. Ich komm damit nicht klar. Das kann doch nicht die Lösung sein, oder? Ich kann ihn doch so zu keiner Wohnungsbesichtigung mitnehmen, weil es nun mal so ist, dass die Vermieter auch auf die äußere Erscheinung schauen. Vor allem wenn er später nach der Schule eine Ausbildung beginnt und wenn er sich dazu bei Firmen bewerben soll, seh ich hier ein Problem.
    • Hallo! :)

      Wie war es denn um die Hygiene deines Sohnes vor der Pubertät bestellt? Hat er da regelmäßig geduscht und Zähne geputzt? Seit wann ist es denn so schlimm?

      Manches, das du beschreibst, lässt mich aufhorchen... Ich bin absolut kein Freund von "Ferndiagnosen", das soll jetzt auch keine werden. Aber gerade bei Jugendlichen sollte man im Hinblick auf depressive Verstimmungen aufmerksam bleiben. Hormonelle Umbrüche können dahingehend einiges auslösen. Außerdem sind in unseren Breiten Stimmungstieflagen in der dunkleren Jahreszeit nicht unüblich... Vernachlässigung von Körperhygiene, wenig Antrieb (Sport, Bewegung,...), Vermeidung von Sozialkontakten, Flucht in virtuelle Welten... All das ist in der Pubertät nicht per se ungewöhnlich. Man sollte allerdings das Ausmaß im Blick haben - und unbedingt auf seine Intuition als Elternteil hören... ("Empfinde ich das noch im Rahmen?")

      Zur Grundproblematik "Körperhygiene": Hier muss zwingend ein Gespräch stattfinden und ein Konsens gefunden werden. Der Konsens muss ein "kleinster gemeinsamer Nenner" sein, sodass das Zusammenleben für alle Beteiligten passend ist. Hygiene muss in irgendeiner Weise stattfinden. Über Aussehen lässt sich streiten (ungeschnittene Haare, Kleidung), über Hygiene nicht (Körpergeruch). Das Zähneputzen sollte zwingend schon aufgrund der Gesundheit stattfinden. Wenn nicht, würde ich häufigere professionelle Mundhygiene forcieren, damit keine bleibenden Schäden entstehen... In ein paar Jahren tut ihm das sonst ziemlich sicher leid...

      Alles Liebe!
    • Vielen Dank! Das war eigentlich schon immer so, wenn ich nicht hinterher war, hat er sich nicht von selbst gepflegt. Bei meiner Tochter war es gerade anders herum. Sie hat schon immer auf sich geachtet, ohne dass ich was sagen musste.
      Zum Glück spricht er mit mir auch über ganz persönliche Dinge. Dass er depressiv ist, ist mir nicht aufgefallen. Aber er kann bocken wie ein kleiner Junge. Das hat er, seit er ca 7 Jahre alt ist, an sich, wenn es nicht nach seinem Willen geht. Ich habe ihn mal testweise gefragt, ob er depressiv sei. Und ob das ein Grund sei, warum er sich nicht waschen und pflegen und Zähne putzen mag. Er verneinte das und meinte, er sei einfach nur zu faul. Ich denke, dass es ihm lästig ist. In der Tat ist er ein Fauler. In anderer Beziehung auch. Zb für die Schule macht er schon immer nur das Nötigste. Gute Noten hat er trotzdem.
      Als er ca 10 Jahre alt war, hatte er leichte Autismus-Spektrumsstörungen, und ich brachte ihn in Therapie. Das hat sich dann gebessert, und die Therapie wurde dann aus Sicht des Therapeuten nicht mehr gebraucht.

      So bleiben kann das jedenfalls nicht. Mir macht das Sorgen. Ist so was vererbbar? Mein Vater war auch so ungepflegt und hat übel gerochen. Als Kind habe ich mich daher vor ihm geekelt. Und nun hab ich so einen Sohn. Ich werde einen Termin beim Zahnarzt. für Prophylaxe machen , das ist eh wieder bei ihm fällig. Aber selbst wenn der Zahnarzt ihm sagt, er soll die Zähne sauber putzen, mag das eine kurze Zeit was bewirken, dann aber wird er wieder darin schlampig. Ich muss ihn sozusagen jeden Morgen und Abend ins Bad zwingen, damit er sich wenigstens die Zähne putzt. Aber ich bin diesen Kampf und Streit so leid. Er muss lernen von selber auf sich zu achten. Zum Glück hat er bislang noch keinen einzigen Zahn mit Karies. Aber nur weil ich ihn fast täglich zum Putzen regelrecht genötigt habe. Der Mundgeruch kommt bei ihm auch viel vom Essen, vom Magen. Ich habe die ersten Lebensjahre sehr auf seine Ernährung geachtet und ihm gesunde Lebensmittel gegeben, und seit ein paar Jahren will er nur noch Kohlehydrate essen und mag kein frisches Obst und Gemüse mehr. Brot, Nudeln, Kartoffeln, Pizza, Pommes, damit schlägt er sich den Bauch voll, doppelte Teller voll (von einfachen Portionen wird er nicht satt. Ich hatte ihn schon in einer Klinik für Esstörungen, dann hat dann hinterher einige Zeit gehalten, dann ist er aber ins alte Muster zurück gefallen, und auch das war ein ständiger Kampf mit ihm). Und daher ist er übergewichtig. Daher ist sein Körper übersäuert, und das kommt dann auch aus den Poren raus, und das ist dann der schlechte Körpergeruch. Dazu zu faul, sich zu bewegen und Sport zu machen. Früher ist er mit mir wenigstens noch regelmäßig raus gegangen zum wandern und radfahren, nun steht ein schickes hochwertiges Fahrrad seit ca. 2 Jahren so gut wie unbenutzt im Keller, welches ich ihm gekauft hatte . Mit mir geht er mittlerweile nicht mehr raus. Seit er sich den Freundeskreis im Netz aufgebaut hat, sitzt er nach der Schule und nachdem er die Hausaufgaben gemacht hat, nur noch an der Kiste, chattet und zockt mit seinen Freunden. Die sind genauso pc-süchtig. Er sieht ja nichts anderes unter seinesgleichen. Dann schaut er sich auf youtube gern Videos an von Jugendlichen, die dort Vorträge halten, die sehn so richtig herausgeputzt und gepflegt aus. Schade, dass ihn das nicht animiert , sich genauso zu pflegen. Nur die Vorträge dieser jungen Leute beeindrucken ihn, nicht aber ihr gepflegtes Äußeres. Und wenn ich die Zeit am PC begrenzen will, wirft er mir vor, ich würde ihm seine sozialen Kontakte verbieten. Und im Urlaub sitzt er auch ständig an der Kiste. Ich finde schon, dass er pc-süchtig ist. Jahrelang habe ich versucht, das zeitlich zu limitieren und es auch durchgezogen. Aber auch das war ein ständiger täglicher Kampf, der mich geschafft hat. Seit einigen Monaten habe ich aufgehört, ein Limit zu setzen. Ich habe diesbezüglich resigniert, weil es jedesmal Streitigkeiten gegeben hat, dass wir Ärger mit den Vermietern bekommen haben (weil es laut war, die hören sowieso jeden Pieps). Und da saß mir ständig die Angst im Nacken wegen Wohnungskündigung.
      Ich finde, er ist nun 16 Jahre alt und alt genug selber zu erkennen, wie wichtig es ist, dass er sich pflegt und nicht gehen lässt, anstatt von der Mama täglich gesagt zu bekommen, dass er auf sich achten soll, und die ihn ins Badezimmer nötigt. Wie stellt man das bei einem Jugendlichen an, dass er von selbst drauf kommt? Laut seiner Aussage hat er noch nicht die Erfahrung mit anderen Jugendlichen gemacht, denen seine Ungepflegtheit auffällt und die ihm das sagen. Das würde viel mehr bewirken, als wenn ich das sage. Aber meist machen das andere nicht, weil es verletzend ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mia25 ()

    • Hallo! :)

      Naja, was ziemlich sicher in (näherer oder fernerer) Zukunft helfen wird, ist näherer Kontakt mit einer potentiellen Partnerin/Partner. Da wird das mit der Hygiene wahrscheinlich von selbst wichtig! ;)

      Bis dahin würde ich aber auf einen Kompromiss bestehen. Zusammenleben bedeutet, dass sich jeder halbwegs wohlfühlt. Wenn einer ungepflegt ist/stinkt, ist das wohl nicht gegeben. Nachdem ihr anscheinend gut miteinander sprechen könnt, würde ich das als Ressource nutzen. In einem "guten Moment" würde ich klarmachen, dass das für mich belastend ist und ich mich in meinem eigenen Haushalt so nicht wohl fühle. Einen Mindeststandard an "Körperhygiene" würde ich vorab festlegen und diesen notfalls auch entsprechend verhandeln. Keinesfalls würde ich es so akzeptieren und notgedrungen sein lassen. Ich würde tatsächlich darauf bestehen. Das hat auch mit Respekt den Mitmenschen gegenüber zu tun... Faulheit würde ich als Grund nicht durchgehen lassen...

      Alles Liebe!
    • Nun ja, die müssen ja auch nicht mit ihm zusammenleben! ;)

      Tatsächlich ist man in unseren Breiten etwas zu höflich, so etwas direkt anzusprechen... Dabei fallen mir in meinem Umfeld (Arbeit etc.) durchaus auch Menschen ein, die nicht immer so prickelnd riechen. Ansprechen würde ich es nur in einem Näheverhältnis...

      --> Dreh die Argumentation um: Dein Sohn hat Glück, dass es da jemanden gibt, der ihn mit solchen Dingen konfrontiert und ihn vor Getuschel und Ausgrenzen bewahren möchte! :) Auch unabhängig davon ist seine Argumentation nicht schlüssig. Es reicht ja, wenn es die Person stört, die mit ihm zusammenlebt, dass er schlecht riecht...