Sohn eingeschüchtert von Lehrerin

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    • Sohn eingeschüchtert von Lehrerin

      Liebes Forum,
      ich bin neu hier und ich habe ein Problem, welches meinen Sohn und die Schule betrifft.

      ich bin Mutter eines 13 jährigen. Er geht in die 7. Klasse, und ist vom Charakter her schüchtern und ruhig.

      Seit Anfang des Schuljahres berichtet er von einer neuen Klassenlehrerin, welche er und die anderen Kinder als streng ansehen.
      Heute hat er sich in der Schule in die Hose gemacht. Er sagte mir, er
      hätte gefragt ob er auf Toilette gehen darf. Die Lehrerin habe es ihm
      aber nicht erlaubt, und sie habe ihn dazu aufgefordert, bis zur Pause zu
      warten. Ein weiteres Mal zu fragen, habe er sich daraufhin nicht mehr
      getraut.
      Als er es nicht mehr einhalten konnte, habe er sich vor seinen Mitschülern eingenässt.

      Auch habe sie ihm nicht mal erlaubt, sich nach dem Vorfall abholen zu lassen. Er durfte lediglich seine Sporthose anziehen.

      Als ich die Lehrerin angerufen habe, meinte sie, die Lehrer würden vom
      Schulleiter dazu aufgefordert werden, die Schüler nur zu den 5-minütigen
      Pausen auf Toilette gehen zu lassen, oder eben bei den längeren
      Hofpausen. Während des Unterrichts sollten sie es vermeiden. Außerdem
      meinte sie, dass man von einem siebtklässler ruhig erwarten könnte, dass
      er es bis zur Pause einhält. Und sich abmelden dürfe er nur, wenn er krank sei, oder sich verletzt hat.

      In der nächsten Woche werde ich den Schulleiter kontaktieren, und ihn um ein gemeinsames Gespräch bitten.

      Auf Toilette gehen zu dürfen ist ein Grundrecht! Gerade jetzt wo es warm
      ist, trinken Kinder viel, und das sollten die Lehrer schon
      berücksichtigen!

      Mein Sohn möchte jetzt nicht mehr in die Schule, weil die anderen ihn
      ausgelacht haben, und er jetzt Angst hat geärgert zu werden.

      Wie kann ich ihm die Angst nehmen? Und was kann ich tun, wenn der
      Schulleiter und die Lehrerin die Regeln weiterhin nicht ändern?

      Lg
      twin
    • Hallo Twin!

      Oh, das ist ja ein nicht sehr schöner Vorfall! Vor allem, weil das ganze ja stark gegen die Würde geht und wohl in jedem Alter unangenehm ist, in der Pubertät aber umso mehr. Grundsätzlich ist es verständlich (auch schon in der Grundschule), dass die Pausen für Toilettengänge etc. genutzt werden sollen, um den Ablauf des Unterrichts nicht zu stören, Ausnahmen sollten aber in jedem Fall gewährt werden. Was, wenn ein Kind Durchfall hat, sich übergeben muss o.ä.
      Jemanden im Zweifelsfall nicht austreten zu lassen, kann unangenehme Folgen haben, wie dein Beispiel zeigt.

      Ganz spontan würde ich dir den Tipp geben, dich nicht auf einen "Machtkampf" einzulassen. Wenn du hier deutlich für das "Recht des Austretens" einstehst, die Lehrkraft u/o Schulleiter sich querlegen, hast du nichts gewonnen und wer weiß, ob das dann nicht unbewusst auf dem Rücken deines Kindes ausgetragen wird.

      Ich würde hier tatsächlich überlegen, zu einer Notlüge zu greifen, die keinem wehtut: Schildere das Problem (Kind hat eingenässt) beim Kinderarzt und lass dir ein Attest geben (Reizblase etc., der Arzt wird wissen, was er schreibt), aus dem hervorgeht, dass es dem Kind ermöglicht werden muss, auch während des Unterrichts die Toilette aufzusuchen. Der Lehrkraft ggü würde ich freundlich auftreten und rückmelden, dass du es natürlich verstehst, dass es diese allgemeinen Regeln geben muss, bei deinem Kind aber, aufgrund seiner Schwierigkeit (Attest) die Sachlage anders aussieht und ihn das in eine unangenehme Situation gebracht hat. Vermutlich wird man dir dann mehr entgegenkommen...

      Mag zwar nicht "ganz korrekt" sein, ich finde es in manchen Fällen aber besser, die Dinge so zu regeln, wenn sie niemandem wehtun, als sich auf Machtkampf und Grundsatzdiskussion einzulassen. Schließlich geht dein Kind ja noch länger zur Schule...

      Alles Liebe!
    • Wie du deinem Kind die Angst nimmst:

      Es darf ruhig thematisiert werden, finde ich. Dass er im Unterricht eingenässt hat, sollte nicht bagatellisiert werden. Es IST schlimm und peinlich, diese Gefühle stehen ihm zu. Gleichzeitig würde ich ihm deutlich rückmelden, dass das von der Lehrkraft NICHT in Ordnung war, blöderweise die Schule meist am längeren Ast sitzt und ihr gemeinsam Wege finden werdet, damit das nicht mehr vorkommt (Attest zB). Das Gefühl vermitteln, dass du als Mutter hinter ihm stehst und versuchst, so etwas künftig von ihm abzuwenden, ist wichtig.

      Im Umgang mit seinen Schulkollegen: Er hat die Möglichkeit, blöde Meldungen entweder zu ignorieren (irgendwann wird es den anderen dann doch zu blöd) oder selbstbewusst und offen damit umzugehen ("Ja, das ist mir passiert und es ist peinlich! Ist dir selbst noch nie was Schlimmes passiert?") Zweiteres könnte man üben (geeignete Sätze einstudieren, Rollenspiel).