Neue Schule = neues Kind ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neue Schule = neues Kind ?

      Seit Anfang August sind hier die Sommerferien vorbei und mein Sohn geht seit her auf eine neue Schule. Er konnte die Schule kaum erwarten und war richtig froh, das dass Thema Grundschule durch ist. Doch seit dem ist er wie ausgewechselt! Leider nicht zum Positiven.
      Seine Ausdrucksweise lässt zu wünschen übrig, rülbsen und pupsen sind an der Tagesordnung. Mit allen Mitteln versucht er sich durchzusetzen, bekommt er seinen Willen nicht, wird sofort geheult oder wir werden angebrüllt.
      Er macht was er will und meint überhaupt nicht mehr hören zu müssen. Bekommt er Konsequenzen, wird es noch schlimmer!

      Aber das ist noch nicht alles, er will nicht mehr wirklich spielen gehen und schon gar nicht hier aus der Strasse oder weiter weg. Er geht nicht mehr zu seinen Freunden, mit denen er sonst täglich spielte. Er möchte nicht zu Judo und auch sonst niergends mitmachen.
      Am letzten Wochenende war eine Fahrt mit dem Jugend Echo, auch da mussten wir ihn Nachts abholen. Es war nichts zu machen, er wollte perdu Heim.

      Wenn ich ihn frage was los ist, sagt er immer das alles ok sei und er nur nicht dahin wollte oder Kopfschmerzen hatte oder halt keine Lust.

      Das kann doch nicht, er ist ein draußen Kind, er hatte immer Spaß und Freude an all dem.

      Was ist mit ihm los? Was kann ich tun damit er wieder Spaß und Freude hat?

      Liegt es wirklich an der neuen Schule? Das muss ich fragen, da mir das so gesagt wurde, aber glauben kann ich das nicht wirklich!
      MfG Gilfy :saint:
    • Nein, er war ja die Woche nach Pfingsten zur Hospitation in der Schule. Er geht gerne hin und konnte kaum den Schulbeginn erwarten.
      Er war sogar schon an einem Nachmittag mit einem Jungen aus seiner neuen Klasse verabredet zum spielen.
      Er sagt selbt von der Schule, das es nicht langweilig ist und die sehr viel Abwechslung haben.

      Das einzige was wir nun wieder jeden Morgen haben ist das Thema mit dem Aufstehen. Früh Aufstehen ist nicht sein Ding.

      Die echt heftige super schlechte Ausdrucksweise bringt er natürlich von der Schule mit. Da ist er ja nun auch mit Teenies zusammen, 8,9,10 bis 13 Klässler.
      Auch das gebrülle und geheule, ich weiß nicht ob er das von da hat, aber das niergends mehr hin wollen, niergends übernachten, das hat er sicher nicht von da!!!
      MfG Gilfy :saint:
    • Kann die Pupertät evtl. auch eine Rolle spielen - in der Zeit hat man ja auch gerne "Vorbilder", an denen man sich orientiert und deren Verhalten man toll findet und übernimmt.
      Vllt gibt es ja an der Schule "coole" Jungs, denen er ein bisschen nachahmt?!?

      Da hat man als Eltern dann oft wenig Handlungsmöglichkeiten, die ankommen...
      Vllt muss er da erstmal ankommen und evtl. auch seine neue Rolle definieren und austesten!?

      Ein offenes Ohr für deinen Sohn haben, wäre jetzt ein Tipp von mir...
    • Klar, finden wir Erwachsene viele Verhaltensweisen, die Kinder und Jugendliche cool finden, nicht so toll - doch auch das ist ein Entwicklungsschritt den wir entspannt begleiten sollten... solange es nicht aus dem Ruder läuft.
      Viele Kinder erfinden sich in dieser Zeit oft "neu" und grenzen sich dadurch von den Erwachsenen ab.

      Ich denke wir haben uns früher auch nicht groß anders verhalten ;)

      Ich würde sein Verhalten schon im Auge behalten und das habt ihr ja dann auch, da ihr ja genügend Zeit mit ihm verbringt und ein offenes Ohr für ihn habt, ansonsten würde ich ihm da schon seinen Freiraum lassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Janella ()

    • Es scheint wohl doch mehr dahinter zu stecken, nur WAS, das wissen wir nicht!

      Ich musste ihn gerade von der Schule abholen, da es einen Konflikt mit einem Mitschüler gab. Da hat mir der Schulleiter erzählt, das auch scheine Klassenkameraden sagen, das Luca sich in den letzten zwei Wochen sehr verändert hat. Er sei schlecht gelaunt, nicht mehr fröhlich und sowas.

      Also nicht nur mir ist es aufgefallen!

      Er sagt nichts, er sagt , das er sich nicht verändert habe und alles sei gut. Also es fällt ihm gar nicht auf und somit kann er auch nicht sagen woran es liegt.

      Oh man, ich möchte ihm doch nur helfen ;(
      MfG Gilfy :saint:
    • Aber Kinder verändern sich doch nicht ohne Grund, zumindest nicht so krass.
      Wie lange habt ihr schon wieder Schule?
      Du hattest geschrieben, dass er sich auf die Schule gefreut hat und mehr oder weniger noch fremde Kinder merken, dass er sich in letzter Zeit verändert hat. Dann muss doch irgendetwas vorgefallen sein, nach den Ferien.

      Andererseits hast du hier im Forum immer mal geschrieben, dass dein Sohn nicht so ganz einfach ist und es häufiger mal zu Auseinandersetzungen kommt. Für ihn gab es jetzt einen Schulwechsel. Habe ich das richtig verstanden? Möglicherweise hat er sich darauf gefreut, weil es für ihn ein Neuanfang ist. Wenn er ein paar Jahre in der vorherigen Schule war, er seinen "Ruf" hatte... Aber man selbst verändert sich ja nicht. Auch dann nicht, wenn plötzlich das Umfeld ein anderes ist. Man kommt immer wieder in ähnliche Situationen und es wird nie alles anders und vor allem nicht automatisch besser. Dann kommt vielleicht die Ernüchterung, die ihn resignieren lässt.
    • Ja, es gab natürlich immer mal hier und da Konflikte, er ist halt ein Kind und keine Maschine. Er ist nicht schwieriger wie andere Kinder auch, er ist halt nur etwas anderes, das bringt seine Begabung mit sich. Die Schule musste gewechselt werden, da er mit der Grundschule fertig ist, da gehen die Kinder nach der 4 Klasse ab.
      Hier sind die Ferien schon seit einem Monat rum.

      Er sagt nichts, er sagt immer nur das nichts gewesen ist und das alles ok sei! Ich weiß nicht ob wirklich nichts vorgefallen ist . Ab die Klassenlehrerin hätte uns es ja wissen lassen, wenn es so wäre.

      Die Kinder in der neuen Klasse kannte er alle nicht vorher. Aber es gibt da Kinder, die schon ihre Grundschulzeit zusammen verbracht haben, sich also schon vorher kannten.

      Mein Sohn hatte keinen Ruf, jedenfalls keinen schlechten. Er war in seiner Grundschulklasse gut integriert und hatte seinen Freundeskreis.
      MfG Gilfy :saint:
    • Hallo Gilfy,

      dass Sie sich Sorgen machen, kann ich gut verstehen. Und diese werden auch nicht kleiner, wenn Ihnen Ihr Sohn sagt, er habe sich nicht verändert.

      Ich denke, es ist ein großer Unterschied, ob man irgendwo hospitiert oder ob man dann dort tatsächlich ankommt und ist. Bei Hospitationen wird man häufig besonders nett und freundlich behandelt und erhält mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung als später, wenn man dann tatsächlich in diese neue Schule geht, denn dann kommt der Alltag und nimmt seinen Lauf.
      Dazu kommt ja noch, dass an dieser neuen Schule auch noch weitere Klassen vertreten sind und dass Ihr Sohn nun nicht mehr zu den Großen wie in der Grundschule zählt, sondern zu den Kleinen. Das ist eine große Umstellung, die auch ihre Zeit braucht. Und Schüler aus höheren Klassen können einem als Fünftklässler schon auch etwas furchteinflößend erscheinen, eben weil die schon so groß sind und einiges älter. Da muss man dann seinen Platz und seine Rolle ganz neu finden. Und in einer neuen Klasse ist er ja auch noch und auch da muss er erst "ankommen" und das braucht mehr Zeit als einen Monat.

      Und so wie Sie das "neue" Verhalten Ihres Sohnes beschreiben, scheint er ja wirklich unter Strom zu stehen, unter Anspannung, sprich unter Stress, denn sonst müsste er ja nicht so pampig, rebellisch, trotzig und unfreundlich sein.

      Vielleicht wurde er ja sogar von einem älteren bzw. anderen Schüler eingeschüchtert und das beschäftigt ihn? Manchmal möchte man dann über sowas dann auch nicht reden, weil man Angst hat oder weil man sich nicht die Blöße geben möchte - und dann sagt man eben auch mal: Alles okay. ... aber das ist nur eine Vermutung, ein Gedanke.

      Manchmal müssen wir aber auch eine "schlechte" bzw. "schwierige" Zeit einfach für uns ausleben und schlechte Laune und schlechte Manieren haben und pendeln uns dann schließlich wieder ein. Das heißt nicht, dass Sie als Eltern sich alles gefallen lassen sollen, im Gegenteil, setzen Sie weiter klare Grenzen.

      Ich wünsche Ihnen alles Gute
      Klara
    • Danke Klara!
      Ich denke auch, das es mit der Schule und allem was da mit dran hängt, zu tun hat. Täglich 8 Stunden Unterricht, das schafft ihn sehr und er hat ja nun merken müssen, das ihm sehr viel Freizeit fehlt die er zum freien spielen nutzen kann.
      Klar, die älteren und größeren Kinder verhalten und benehmen sich natürlich anderes, raufen spielerisch, benutzen Wörter wo ich echt staune und sowas. Die kleinen finden das cool, leider.
      Die Lehrer sind sehr aufgeschlossen und gehen offen auf die Schüler zu, sind nicht voreingenommen. Es ist ihnen egal was in den Akten der vorherigen Schule steht, die werden nicht gelesen.
      Es ist eine relativ kleine Schule mit rund 200 Schülern von der 1 bis zur 13 Klasse. Allerdings sind die Kinder der Klassen 1 bis 4 in einem anderen Gebäude untergebracht, was auch locker ein km weiter weg ist. Also in den Pausen zum Beispiel, treffen sie nicht aufeinander. In manchen Fächern aber schon, wie zum Beispiel MuKuBa. Da sind die Klassen gemischt, 4 bis 6.
      Uns bleibt wohl erstmal nichts anderes übrig als Luca Zeit zu geben und trozdem uns nicht auf der Nase rumtanzen zu lassen und natürlich hoffen,das er sich schnell in der Schule eingewöhnt!
      MfG Gilfy :saint:
    • Ich hoffe es und ich hoffe das es nicht ganz so lange dauert bis er sich an alles gewöhnt hat.
      Ja, die Schule ist schon nicht schlecht! Letzte Woche Mittwoch musste ich ihn abholen. Er ist sehr wütend geworden und hat sich mit einem Mitschüler geprügelt. Das ganze fing schon Dienstag an. Der andere Junge hat ihn aufgezogen, weil Luca auch mit Mädchen spielt . Das ergab eine Auseinandersetzung aber ohne das sie sich weh getan haben. Luca ist dann später auf den anderen Jungen zu um sich zu entschuldigen, doch der Junge hat das nicht angekommen.

      Luca erzählte mir dass Abends beim Kuscheln, worauf ich ihm sagte, das er es Mittwoch morgen nochmal probieren sollte. Das tat er auch aber der Junge ignorierte Luca weiterhin. Das endete dann in einer kleinen Prügelei.
      Ich musste Luca dann abholen, aber beide Jungs wurden mit Klassendienst für die nächsten 3 Wochen bestraft. Es gibt für beide keinen Eintrag in die Akte und beide sind mit einer Abmahnung davon gekommen, da beide Kinder gleichermaßen Schuld haben.

      Es ist nun zwischen den Jungs geklärt und sie haben sich vertragen.

      Luca hat dem Jungen am Donnerstag noch eine Tüte Weingummi mitgenommen, die der Junge dann mit allen Klassenkameraden geteilt hat.

      So viel Tolleranz gab es in der Grundschule nie. Da hätte es gleich einen Verweis gegeben.
      MfG Gilfy :saint:
    • Hallo Gilfy,

      ich finde es nicht tragisch, wenn sich Kinder auch mal streiten oder gar prügeln, so lange sie sich nicht ernsthaft verletzen. Sie müssen doch erst lernen und ihre Erfahrungen sammeln, wie man Konflikte auf sinnvolle Weise lösen kann und wie man es schafft, Frust und auch Kritik auszuhalten und wie man sich verhalten kann, wenn man beleidigt und verspottet, also absichtlich verletzt wird.

      Viele Erwachsene tun sich mit Frust und Kritik schwer, aber wenn es Kinder sind, die damit noch so ihre liebe Not haben, ist die Empörung dann auf einmal furchtbar riesig.

      Ich finde es klasse, wie Luca mit dieser Situation umgegangen ist und wie dieser Konflikt von der Schule gelöst wurde.

      Klara
    • Ich bin auch der Meinung, das sowas dazu gehört und für Kinder in ihrer Entwicklung sehr wichtig ist. Dennoch wird sowas in den Schulen allgemein nicht tolleriert. Das war schon in der Grundschule so und auf an dem Gymnasium wollen sie sowas gar nicht haben. Da dürfen sich die Kinder nicht mal streiten.
      Auch an der Schule wo Luca jetzt ist, wird sowas nicht geduldet, beim nächsten Mal gibt es eine Lehrerkonferenz und dann ein Schulverweis von bis zu 14 Tage oder der Rauswurf.

      Ich kann nicht verstehen, warum Lehrer da so ein Drama von machen, früher war das nicht so!

      Ja, ich finde auch das Luca das gut gemacht, bzw versucht hat, zu lösen. Doch es ist nicht so gut angekommen. Das wiederum hilft ihm nicht beim nächsten Streit, da er ja nun dafür bestraft wurde.
      MfG Gilfy :saint:
    • Hallo Gilfy,

      ach du je. Das verstehe ich auch nicht. Wie kann eine Schule von Kindern erwarten und verlangen, dass sie sich stets nur harmonisch untereinander verhalten. Sie dürfen sich nichtmal streiten, weil dann ein Schulverweis droht? Was ist daran bitteschön pädagogisch sinnvoll?

      Da wundert es mich nicht, wenn Konflikte untereinander und Frust in Heimlichkeit ausgefochten werden und die Kinder nach Außen eine Maske tragen ("Alles ist gut" bzw. "Ich hab nichts gemacht"). Solch eine Haltung wie sie diese Schule einnimmt, dass Konflikte verpöhnt sind und streng geahndet werden, legt damit den Nährboden für Mobbing.
      Und das geschieht eben in der Regel in Heimlichkeit, im "Stillen" und so ganz hinter dem Rücken der Lehrer....
      Wie traurig ist das nur....


      Klara
    • Ja, es ist traurig, aber so ist es hier in allen Schulen.
      Luca hat dabei noch Glück mit seiner Klassenlehrerin, sie geht bemüht auf die Kinder zu und versucht Streitigkeiten in Gesprächen zu klären. Sie hat auch mit den Kindern zusammen Klassen Regeln aufgestellt und auf ein großes Plakat geschrieben. Es hängt vorn in der Klasse. Doch was nutzt es wenn die Kinder sich nicht dran halten , denn auch die Lehrerin bekommt nicht immer alles mit???
      Die Kinder, oder jedenfalls Luca geht nicht zur Lehrerin um ihr gleich von allem zu erzählen und sich Hilfe zu holen!!!



      Ich habe eine gute Bekannte in Hannover. Ihr Sohn ist im selben Alter wie Luca und ebenfalls HB. Auch er wird ständig gemobbt. Letztes Jahr hat er schon einmal deswegen die Schule gewechselt, hat nun ein Schuljahr übersprungen. Nun geht es auch da wieder los! Er wird sogar von Mitschülern bedroht und er wert sich nicht. Das Resultat ist nun, das die Mutter ihn nicht mehr alleine zur Schule schicken kann. Sie muss ihn nun täglich hinbringen und abholen, solche Angst hat der Junge!
      MfG Gilfy :saint: