Zu wenig Sonderschulen

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    • Sonderschulen wurden, leider, in hohem Maße geschlossen. Der Trend geht in die Richtung, die Kinder mit Förderschwerpunkt(en) in eine Regelschulklasse zu integrieren. In vielen Fällen finde ich das auch richtig - aber nicht in jedem.

      So finde ich es nicht gut, dass Kinder mit geistiger Behinderung oft mit in einer regulären Grundschule unterrichtet werden. Sie werden nicht im Hinblick darauf unterrichtet, dass Klassenziel zu erreichen.

      Ich kenne keine Grundschule, die nicht über einen Mangel an Sonderpädagogen klagt.
    • Ja, davon habe ich gehört.

      Ich kann mir denken, dass es in solchen Fällen nicht gut ist Kinder in Regelschulen zu unterrichten.
      Auf der anderen Seite finde ich aber eine Ausgrenzung auch nicht gut. Somit lernen Kinder erst Recht, dass einige Menschen nach unserem System besser und schlechter sind.

      Ich fände es besser, wenn es auf allen Schulen Klassen für normalbegabte Kinder gäbe und Klassen für Kinder, die eben etwas länger brauchen. Man könnte dann z.B. in manchen Kursen, wie Sport, alle zusammen unterrichten.
      Sowas ginge in der Grundschule auch in Kunst und Musik.

      Evtl. rede ich hier von Sachen, wo ich mich nicht auskenne, aber ich finde es nicht gut, wenn jemand aufgrund einer Behinderung, egal welcher Art, einen Sonderplatz in der Gesellschaft bekommt. Sonderplätze sind nichts weiter als eine andere Form der Ausgrenzung. Sowas zeigt immer, dass eine Gesellschaft mit einem Problem, dass die Gesellschaft übrigens auch macht, nicht klarkommt.
      Nichts anderes wäre es, wenn man Ehestreit hat und den Mann in ein Zimmer verbannt, sich aber nicht mit den Ursachen auseinandersetzt bzw. jene beseitigt oder zumindest Kompromisse schließt.


      Im Allgemeinen wird m.E. kein Kind danach unterrichtet, das Klassenziel zu erreichen.
      Dies ist gesetzlich definiert. Das Gesetz sagt, es gibt eine Schulpflicht. Das ist der eine Teil.
      Der andere Teil besagt, in den Klassen 1 - 13/Q werden jene definierten Lehrinhalte vermittelt.

      Natürlich können Kinder sitzen bleiben und es findet eine Leistungseinstufung statt, aber nicht in dem Ziel zur Förderung des Erreichens eines Klassenziels, sondern im Hinblick auf die "Einschätzung der Leistungsfähigkeit" eines Schülers. Ich selbst halte diese Einschätzung oft für Quatsch, aber das ist mein Problem.
    • minh14 schrieb:

      Ja, davon habe ich gehört.

      Ich kann mir denken, dass es in solchen Fällen nicht gut ist Kinder in Regelschulen zu unterrichten.
      Auf der anderen Seite finde ich aber eine Ausgrenzung auch nicht gut. Somit lernen Kinder erst Recht, dass einige Menschen nach unserem System besser und schlechter sind.




      Leider ist es wohl auch etwas naturgegeben, dass Ausgrenzungen stattfinden. In den meisten Fällen suchen sich Kinder Freunde, die ähnliche Interessen und Probleme haben wie sie selber als Freunde.

      Wenn aber das Interesse der Mädchen in der Klasse sich zwischen angesagten Charts, Make-up und Kino bewegt ist es eher unwahrscheinlich, dass sie sich eine Freundin suchen, deren Interessen ganz anders sind als die eigenen. Das der Inklusion wird aber leider als erreicht betrachtet, wenn die Mitschüler sich rücksichtsvoll und hilfsbereit verhalten.

      Aber hier werden z.B. auch, im Zuge der Inklusion, geistig behinderte Kinder mit den Kindern die regelbeschult werden, in einem Raum unterrichtet. Das geht so weit, dass der Großteil der Klasse lernt, wie man Gleichungen mit zwei Unbekannten löst - und die drei Kinder mit dem Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" in ihrem Heft "Ich lerne die Grundrechenarten" üben. Ein Teil der Klasse liest Kant und die anderen Kinder "Nina lernt Flöte". Im Physikunterricht wird oft auch nur stumm aus Arbeitsheften gelernt. Usw.

      Insgesamt werden die Kinder schon darauf hin unterrichtet, dass Klassenziel zu erreichen. Oft heißt es anfangs, dass jeder in seinem eigenen Tempo arbeiten dürfte. Bis die Aussage kommt, man würde Freitag die Klassenarbeit schreiben. In unserem Schulsystem liegt einiges im Argen.
    • Johanna2, du hast ja so Recht und es geht noch viel viel weiter und schlimmer. Ich habe es selbst miterleben müssen, wie mit Kindern umgegangen wird, wenn sie nicht der sogenannten " Norm " entsprechen . Und da ist es egal ob Lehenschwäche besteht, eine Behinderung, Lese/ Rechtschreibschwächen oder aber auch eine Hochbegabung vorliegt.
      Und das alles fängt in den Grundschulen an.
      Sonderschulen und leider auch Vorschulen wurden geschlossen, nur wenige Sonderschulen gibt es hier noch. Für manche Kinder mag eine Regelschule ja gut sein, für viele Kinder aber nicht . Außerdem was nutzt es wenn Kinder in den Klassen " gut integriert " sind ( laut Lehrer ) , aber sie im privaten Bereich trotzdem ausgegrenzt werden.
      MfG Gilfy :saint:
    • Klassenarbeiten sind als Lernkontrolle gedacht. Die Realität sieht oft anders aus, weil sie Einfluss aufs Zeugnis nehmen.

      Im eigenen Tempo zu lernen befreit nicht von der Pflicht bis zu einem bestimmten Termin das Lernpensum geschafft zu haben. Gemeint ist damit eher, sich den Stoff aufzuteilen. Praktisch aber dank den Vorgaben nicht möglich.

      Das mit den Interessen war bei mir damals auch ein Problem. Ich weiß nicht, ob ich kein Interesse aufbauen konnte oder allg. nicht hatte, aber irgendwie war ich immer anders.

      Körperlich auf jedenfall. Damals gab es noch nicht so Aufklärungsseiten im Internet und man hat auch nicht überall Zuhause über das Erwachsenwerden gesprochen. Dies führt bei Mädchen, die mit 11 ihre Periode bekommen und denen bereits mit 9 Brüste wachsen zu Gruppenkonflikten, weil die Kinder von damals es nicht verstanden haben, warum dies so ist. Zudem habe ich schon immer leicht gehumpelt. Damals hat man das nicht ernst genommen und sich drüber lustig gemacht, weil man dachte, dass nur alte Menschen Fußprobleme haben. Über sowas spricht man als Kind nicht. Ich habe einfach immer den Ranzen aufgezogen und gehofft, man glaubt einfach, dass ich nur schwer tragen muss.
      Für die Notfälle, wenn gar nichts mehr geht, habe ich mir Krücken bestellt. Die hätte ich damals evtl. gut gebrauchen können bei den Schmerzen.

      Mit Inklusion ist eine Zusammenarbeit gemeint. Das Freundschaftenschließen ist darunter nicht definiert. Dies wäre ein zu großer Eingriff in die Privatssphäre, weil man damit auch Freundschaften aufzwingen würde.
    • minh14 schrieb:

      Ich fände es besser, wenn es auf allen Schulen Klassen für normalbegabte Kinder gäbe und Klassen für Kinder, die eben etwas länger brauchen.

      Das fände ich wiederum ganz schrecklich. Das ist dann quasi "die Sonderschule in der Regelschule". Entweder ein entsprechendes Sonderschulwesen (dann als eigenständige Schulen) oder eine entsprechende Inklusion (dazu bräuchte es passende Konzepte und VOR ALLEM finanzielle Mittel - etwas, das leider weder Deutschland noch Österreich in einem gangbaren Ausmaß zu bieten haben, mEn :( )