Was tun bei 7-jährigem Bewegungsmuffel?

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    • Was tun bei 7-jährigem Bewegungsmuffel?

      Meine Tochter, 7 Jahre, ist ein Bewegungsmuffel. Sie ist am liebsten drin, findet Radfahren blöd, mit anderen Kindern herumtoben genauso, Rollschuhe/Inliner ebenfalls,... Und sie hat auch keine sportlichen Hobbys. Die anderen in ihrer Klasse gehen entweder zum Kinderturnen oder Reiten oder Balett oder Tanzen oder Voltigieren. Meine Tochter hat zu nichts Lust. Nun ist es so, dass sie nicht wirklich dick ist, richtig schlank ist sie aber auch nicht mehr. Sie trägt schon ein paar Kilo mehr mit sich herum. Nicht schlimm, aber etwas mehr Bewegung könnte ihr ganz sicher nicht schaden. Ich habe schon etn wenig Angst, dass sie später Gewichtsprobleme bekommen könnte, wenn sie weiterhin so lethargisch ist.

      Aber wie bekomme ich sie dazu motiviert? Ein paar Male habe ich sie überreden können, sich etwas anzusehen und mal mitzumachen, aber sie sagt schon gleich nach dem ersten Mal, dass sie keine Lust mehr hat. Manchmal zwinge ich sie dazu, mit mir spazieren zu gehen, was sie ganz besonders blöd findet. Wir wohnen auch nicht in der Stadt, sodass die Wege auch weiter sind und man nicht mal eben zu Fuß zum Einkaufen gehen kann.
    • Hat sie denn Freunde oder ist sie eher Einzelgänger? Kann ja daran liegen, dass sie sich bei solchen Dingen auf andere Kinder einstellen muss und ihr das nicht Liegt?

      Ansonsten würde ich da ganz besonders auf die Ernährung achten oder vll etwas versuchen zu finden, wo Eltern und Kinder gemeinsam aktiv sind (wir gehen am WE hin und wieder schwimmen bspw.), vll. findet sie dabei eine Leidenschaft und Freunde und macht allein weiter?

      VG
    • Also ganz ehrlich - ich finde es schon wichtig, dass die Kids sich in irgendeiner Form bewegen in der Freizeit. Heutzutage sitzen Kinder sowieso viel zu viel nur drinnen und bewegen sich deutlich weniger als noch in unserer Generation.
      Ich verlange von m einen Kindern nicht, dass sie besondere Leistungen erbringen aber irgendeinen Sport möchte ich, dass sie machen. Mein Großer liebt Sport, er würde am Liebsten alles machen, ist jetzt aber bei Fußball (seit 6 Jahren) und Karate (seit 2 Jahren) hängen geblieben, außerdem geht er 1x die Woche mit mir joggen (er wird bald 11).
      Der Kleine hat sich etwas schwerer getan. Fußball fand er doof, mit dem Rad legt er sich mehr lang als dass er fährt und wenn, ist er sehr langsam unterwegs. Er hat jetzt im Winter das Schlittschuh laufen erlernt und findet es gar nicht sooo schlecht. Außerdem geht er zum Karate - wobei ihm Prüfungen, Abzeichen und Turniere total gleichgültig sind, was für mich o.K. ist. Manchmal begleitet er mich beim walken mit dem Roller - das passt vom Tempo ganz gut (er wird bald 8).

      Ich würde einfach immer Angebote machen und sie Dinge ausprobieren lassen - das Richtige war vielleicht einfach noch nicht dabei.

      LG

      a79
      Alles wird gut
    • Ich würde versuchen, Sachen mit ihr gemeinsam zu machen. Es gibt doch sicher auch Sportangebote, bei denen es keine Alterstrennung gibt, sodass auch Eltern mit nicht mehr so ganz kleinen Kindern zusammen teilnehmen können.
      Tanzen würde mir einfallen, nicht unbedingt Paartanz, sondern Zumba o.ä. Joggen ist sicher auch nicht schlecht, Radfahren. Manchmal ist es wichtig, dass die ganze Familie mitzieht. Wenn alle begeistert dabei sind, steckt es sicher auch deine Tochter an.
    • Hallo bea,

      das ist keine einfache Situation, wenn jemand so gar nicht zu begeistern ist. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es nicht einfach nur -lustlosigkeit ist, die Ihre Tochter davon abhält, sich zu bewegen, sondern vielleicht auch Ängste, dann nicht so gut zu sein wie die anderen.

      Wenn diese typischen Beschäftigungen nichts für Ihre Tochter sind, weil sie vielleicht einfach keine Lust auf eine Tätigkeit in einer Gruppe hat (denn da geht es dann ganz schnell ums Vergleichen, um Wettkampf, um Leistungsdruck), dann fällt mir noch etwas anderes ein:
      Ich bin als Kind z.B. unglaublich gerne mit dem Hund meiner Oma spazieren gegangen und das dann auch richtig lange. Vielleicht finden Sie die Möglichkeit, zusammen Gassigeher für einen netten Hund zu sein. Hier müssten Sie als Eltern allerdings mit dabei sein, denn Ihre Tochter ist noch zu jung, um alleine mit einem Hund Gassi gehen zu dürfen.
      Und dabei hätten Sie dann keinerlei Leistungsdruck, sondern einfach das Bewegen in der Natur. Wenn in Ihrer Nähe ein Tierheim ist, könnten Sie sich auch gemeinsam dort als Gassigeher bewerben.

      Klara
    • Hallo,

      ein Spaziergang oder eine Wanderung mit einem klaren Ziel ist natürlich super. So bekommt die Bewegung einen Sinn.

      Vielleicht können auch Ausflüge mit Bewegung die Lust an der Bewegung (und an Sport) wecken wie z.B. ein Ausflug in einen Waldklettergarten, zum Klettern oder Boldern, zum Kegeln oder Bowlen, ein Spaziergang mit einer Ziege oder einem Lama, Tretbootfahren gehen, Minigolfen ....

      Klara
    • Was macht Deine Tochter denn den ganzen Tag zu Hause?

      Der Mensch hat zwei Antriebe:
      1. Weg vom Unbequemen
      2. Hin zum Bequemen
      Wenn es zu Hause zu bequem ist, wird sie diese Komfortzone niemals verlassen wollen.

      Also mach es ihr unbequem. Fernsehen aus, Internet aus, alle elektronischen Geräte weg.
      Was übrig bleibt sind Bücher, Spielzeug und Malzeug.

      ... und schon kommt sie von sich aus und will Abwechselung.

      Hat sie dann beim Sport gut mitgemacht, darf sie zur Belohnung eine Serie o. ä. sehen.
    • Hallo Bea,

      ich kann mich machma nur anschließen und frage nun auch:

      Wie verbringt Ihre Tochter ihre Freizeit?

      Sportliche Betätigung mit Fernsehen zu belohnen finde ich allerdings nicht gut. Es wird ohnehin in der Regel zu viel ferngesehen.... deshalb würde ich niemals Fernsehen als Belohnung einsetzen, sondern vielmehr an einem bewussten Umgang mit dem Fernseher arbeiten.

      Klara
    • Die Belohnung hat ja den Zweck etwas "unangenehmes" als was positives im Kopf zu verankern.
      Also muss die Belohnung unmittelbar nach dem Ereignis erfolgen und darf nicht bis zum Wochenende aufgeschoben werden, da es sonst nicht mehr mit dem "unangenehmen" in Verbindung gebracht wird.

      In dem konkreten Fall "mit Sport beginnen" beispielsweise 2-3 Mal in der Woche, muss es auch eine alltagstaugliche Belohnung sein. Was dann die alltagstaugliche Belohnung ist, hängt stark vom Kind ab.
      ... Spielzeug oder so ein Heftchen mit Spielzeug
      ... Eine Folge Pfefferkörner
      ... eine Stunde Lego-Computer-Spiel
      ... Happy Meal bei McDonalds

      Wichtig ist auch immer die Kommunikation, dass wir stolz sind, dass er so gut mitgemacht hat und daher jetzt ... darf.

      Das positive ist: Hat er/sie sich beim Sport einen Freundeskreis aufgebaut, geht sie dann wegen den Freunden und die Belohnung können für andere Leistungen genutzt werden ;)

      Klar bei der Art unserer Belohnungen kann man jetzt sagen "ja, aber" - "Fernsehen doof" - "ungesundes Essen als Belohnung" Waaaaaaaas? Aber am Ende ist das der Unterschied zwischen Theorie und Praxis... und unser Ergebnis spricht für sich. Unser Kleiner macht seit 2 Jahren Kung Fu, hat den braunen Gurt und ist so gut, dass er 1-2 in der Woche Co-Trainer sein darf - mit 7 Jahren. Motivieren müssen wir ihn nicht mehr - er freut sich einfach seine Kumpels beim Training zu sehen...
    • Hallo machma,

      das ist ein bekannter Ansatz, den Sie vertreten, da gebe ich Ihnen absolut Recht. Und dass es funktioniert, sein Kind mit Fernsehen, Computerspielen, Geschenken, Süßigkeiten und Fast Food zu belohnen, glaube ich auch.

      Ob man in der Kindererziehung allerdings gute Leistungen und erwünschtes Verhalten immer mit materiellen Annehmlichkeiten belohnen MUSS, dass wage ich stark zu bezweifeln. Es ist durchaus ebenso möglich, Kinder zu loben, sie zu ermutigen, sie zu bestärken, ihnen zu sagen und ihnen mit der eigenen Körpersprache und dem Tonfall zu zeigen, wie stolz man auf sie ist usw.

      Ein Kind zu konditionieren, dass es jedes Mal, wenn es etwas toll gemacht hat, eine Belohnung gekommt, sehe ich sehr kritisch. Dann entsteht beim Kind letztlich eine Erwartungshaltung und wenn diese nicht jedes Mal erfüllt wird, entsteht Frust. Und es wird verhindert, dass ein Kind auf sich srlbst stolz ist, einfach weil es etwas gut gemacht hat, weil ihm etwas gut gelungen ist. So geht Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz verloren und es entsteht eine Konsumhaltung.

      Klara
    • Hallo zusammen,
      wer sagt das Kinder Sport machen müssen, sich bewegen müssen? Ich denke das kann man nicht so allgemein sagen das es Pflicht ist!? Es gibt auch die kreativen Köpfe, auch unter den Kindern. Hat Sie denn da irgendwelche Vorlieben? @Bea
      Lesen, Musik oder malen etc.?
      Kannst Du Sie kreativ aus der Reserve locken? Eventuell mit basteln oder ähnlichem?

      Ein Kind ist nicht gleich schwierig wenn es sich nicht für die "Bewegung" im allgemeinen interessiert. Solange Sie nicht so übergewichtig ist bzw. Du es mit der Ernährung steuern kannst, mach Dir nicht allzu große Sorgen. Es kommt der Tag an dem Sie genau weiß was Sie möchte.

      Wie ist Sie in der Schule? Macht Sie einen unterforderten Eindruck? Hat Sie selbst schon mal etwas erwähnt? Hat Sie eine Begabung die Euch aufgefallen ist?

      Freue mich auf Deine Antwort
      Grüße
      Frank Beck
      Kinder kommen nicht mit einer Bedienungsanleitung auf die Welt, diese müssen wir zum größten Teil selbst schreiben.
    • Hallo Frank,

      ich gebe Ihnen absolut Recht, es gibt auch die "kreativen Köpfe", die gerne lesen, schreiben, basteln, malen usw. Und natürlich sollten auch solche Talente und Vorlieben entsprechend gefördert werden.

      Dennoch denke ich, dass es gerade in der heutigen Zeit immens wichtig ist, dass man als Eltern eine Form von Bewegung für sein/e Kind/er findet, die ihm/ihnen Spaß macht, schlichtweg deshalb, weil wir uns alle zu wenig bewegen und viel zu viel herumsitzen. Es geht da nicht alleine um das Gewicht. Unser Körper braucht Bewegung, das stärkt unter anderem sogar das Immunsystem.

      Ein Kind zum Sport zu zwingen ist sicherlich nicht sinnvoll. Das wäre schlicht kontraproduktiv und würde dem Kind nur die Freude an der Bewegung vermiesen.

      Es kann ja vieles sein. Ich selbst gehöre z.B. zur Gummitwist-Generation und habe als Kind Stunden damit verbracht, mit Freundinnen Gummitwist zu spielen, also zu hüpfen und zu springen.

      Bei Sport denken viele ja erstmal an Fußball, aber es gibt ja noch so viel mehr:
      Mannschaftssportarten aller Art, Tanz, Leichtathletik, Gymnastik, Turnen, Kinderyoga, Aikido, Judo, Boxen, Karate, Tai Chi, Radfahren, Ballett, Inlinerfahren, Klettern, Boldern, Reiten, Voltigieren, über den Spielplatz toben, joggen, Spazieren gehen, wandern, Trampolinsspringen, Skaten, Fitnesskurse wie Tae Bo usw.....

      Klara

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