Verhalten...

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    • Verhalten...

      Hallo zusammen,
      was mir schon länger auffällt , aber nie irgendeiner es anspricht, möchte ich nun mal für alle als Diskussionsrunde ins Leben rufen!

      Ich finde es sehr erschreckend, das so viele Kinder ( und das schon im Kleinkindalter ) , so aggressiv sind, zerstörerisch und keinen Halt vor Eltern und anderen Kindern machen. Was ist der Grund dafür? Wird es den Kindern vorgelebt, wo haben sie es her, oder kommen sievon alleine darauf?
      Zu meiner Kindheit gab es sowas nicht und auch in der Kindheit meiner beiden erwachsenen Kinder gab es sowas nur selten und wenn, dann betraf es Jungen. Heute aber gibt es auch sehr viele Mädels, die sich so verhalten! Ich finde das sehr erschreckend, wo soll das hinführen?
      Was läuft falsch?!

      Auch auffallend finde ich, das Kinder im Kindergartenalter oft nicht richtig oder gar nicht sprechen können. Als mein Jüngster mit 2 Jahren Nachmittags 3x pro Woche in den Kindergarten kam, war er der einzigste, der von der ganzen Gruppe ( 10 Kinder ), sprechen konnte, und nicht nur einzelne Worte, sondern ganze Sätze und alle Worte. Nun ist er in der 3ten Klasse und hat Mitschüler, die noch zur Sprachterapie gehen müssen, weil sie nicht richtig sprechen können. Wie kann das sein, woher kommt das?

      Wie seht und denkt ihr darüber, ist es euch auch aufgefallen?
      MfG Gilfy :saint:
    • Ich glaube leider schon, dass es aggressives Verhalten auch in unserer Kindheit gab, nur sind die Eltern damit vielleicht anders umgegangen. Damit meine ich, dass Kinder früher schon deutlich öfter mal einen Klaps bekommen haben. Heute macht das ja zum Glück niemand mehr.
      Zum Thema Sprechen: Das kann ich so nicht bestätigen. Wenn ich mich im Kindergarten meiner Großen umhöre, reden die Kinder dort alle ziemlich gut. Vielleicht ist die Sprachtherapie ein Ausdruck davon, dass Kinder heut viel häufiger als auffällig diagnostiziert werden: ADHS...
    • ich denke das nicht! Auch zu meiner Kinderzeit haben sich Kinder gestritten oder auch mal geprügelt, doch es nahm nicht solche Ausmaße wie heute. Auch waren wir als Kinder nicht so Respekt los unseren Eltern oder Erwachsene überhaupt, gegenüber. Wir waren 4 Kinder und glaube mir, sowas gab es nicht.
      Auch in der Zeit wo meine beiden Großen noch Kinder waren , gab es das nicht.
      MfG Gilfy :saint:
    • Mein Sohn hat nie gebrabbelt und war als Baby schon verhaltensauffällig. Bis er 3 war hat er kaum gesprochen. Seit er 3 ist geht er zur Ergotherapie und Logopädie. Er hat allem Anschein nach eine Wahrnehmungsstörung. Wir als Eltern können da nichts für. Ist ähnlich wie beim Autismus. So etwas ist angeboren. Ich finde es immer wieder interessant dass es bei diesen Kindern dann immer heißt man müsste sie nur "richtig" erziehen. Selbst die Kinderpsychologin meinte, daß hier zusätzlich auch noch der angeborene Charakter dazu kommt.
    • Also alle Generationeb behaupten doch, dass die folgenden immer schlimmer werden. Ich denke das hängt von Erziehung und dem Wandel der Welt und Werte ab. Aber ja, ich finde Kinder sind zT sehr aggressiv und ich schiebe das auf falschen und zu viel Medienkonsum, überall wird geschossen, gehauen, getreten, gejagt, ist doch doof!

      Sprachlich sind viele Kinser in unserer Kitagruppe leider noch nicht so weit und verständlich wie unsere, die iÜ die jüngste ist - Aussage der Erzieherin. Sie spricht.

      VG
    • Hallo,

      ich finde dieses Thema überaus spannend und es ist sicherlich sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen und sich auszutauschen.

      Ich vertrete die Ansicht, dass Kinder und auch Jugendliche in ihrem Verhalten der Spiegel der Gesellschaft und des Zeitgeistes sind. Und Fakt ist - was auch wissenschaftlich belegt ist- , dass unser Leben insgesamt an Geschwindigkeit stark zugenommen hat, was an der technologischen Entwicklung, also den neuen Medien und ebenso an der Globalisierung liegt. Alles geht schneller oder soll schneller gehen, jeder soll rund um die Uhr erreichbar sein oder man erwartet dies zumindest usw. Wir werden massiv von Reizen überflutet und oftmals sind wir einfach wie Zahnrädchen im System und da sich dieses "System" schneller dreht als früher, müssen wir, als Teil des Ganzen, ebenfalls schneller mitdrehen. Diese Geschwindigkeit - auch die der auf uns einprasselnden Reize und Impulse - erhöht den Druck auf uns und löst Stress aus und im schlimmsten Fall ist die Konsequenz Burn-out und/ oder Depression. Wir sind nicht mehr in unserer Mitte, geraten aus dem Gleichgewicht.

      Mich wundert es nicht, dass dieser erhöhte Druck (Leistungsdruck, Reizüberflutung, Tempo) sich ein Ventil sucht. Die einen ziehen sich in sich zurück, andere lassen den Druck nach außen. Wenn man unter Strom steht, unter Anspannung ist, dann sind auch die Nerven angespannt und irgendwann "platzt" man, es ist zu viel und das kann sich durchaus in aggressivem oder auch autoaggressivem Verhalten zeigen.

      Dazu kommt meines Erachtens, dass Stadtkindern die Natur fehlt. Hier ist die Reizüberflutung und Hektik noch stärker spürbar als in ländlichen Regionen. "Kinder brauchen Matsch" ist eine wissenschaftliche Erkenntnis, die dazu aufruft, dass Kinder in der Natur, auf der Wiese, im Wald usw. spielen sollten, da sonst Hyperaktivität/ Unruhe und auch Aggressionen die Folge sein können.

      Zur sprachlichen Entwicklung(sverzögerung) denke ich, dass viele Kinder - insbesondere diejenigen mit Migrationshintergrund - oftmals weniger von ihren Eltern gefördert werden, da die "Spielkultur", wie wir sie kennen, in vielen anderen Kulturen weniger üblich ist. Nicht alle Eltern sehen es als ihre Aufgabe, sich intensiv um die Entwicklung ihres Kinders mitzukümmern, sei es durch spielen oder/ und durch in Spiele verpacktes Sprechenlernen etc. Schwierig ist sicherlich auch, wenn Eltern oder Alleinerziehende gezwungen sind, ihre Kinder früh in Kitas zu geben, um für den Lebensunterhalt zu sorgen. Hier fehlt vielleicht an mancher Stelle auch einfach die Zeit oder vielleicht auch die Kraft/ Energie, um sich als Eltern auch noch intensiv bsp.weise um die sprachliche Entwicklung der Kinder zu kümmern, sodass solche "Themen" vielleicht notgedrungen Experten (Erzieher/innen, Ergotherapeut/innen usw.) überlassen werden müssen.

      Klara