Schweigsamer Admin

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  • minh14 schrieb:

    Wieso sollte ich darüber nachdenken? Du sagst es doch selbst. Ich bin Autistin.
    Ich wurde definiert keine Emotionen zu haben. Wieso sollte ich mich dann überhaupt noch darum kümmern, wenn die Gesellschaft bereits festgelegt hat, dass ich keine Emotionen haben kann.
    Wie kommst du denn darauf? Das finde ich (gerade für eine Betroffene) recht starken Tobak und fast (selbst?)-diskriminierend. Mir ist keine Definition einer A.-Spektrum-Störung bekannt, die das "Fehlen von Emotionen" beinhaltet. Im Gegenteil, gerade bei Autismus ist die Bandbreite (und damit auch die emotionale) recht zentral. Es kommt halt stets auch auf die Ausprägung an.

    Aber bei ASS denke ICH an eine Entwicklungsstörung, die sich vor allem in (Sozial-)verhalten sowie Kommunikation/Sprache zeigt. Die emotionale Komponente (Schwierigkeiten, Gefühle zu deuten; Empathiefähigkeit,...) ist da beinhaltet. Keinesfalls (!) ist der Kern eines Autismus "keine Emotionen zu haben".

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dani ()

  • Dani schrieb:

    minh14 schrieb:

    Wieso sollte ich darüber nachdenken? Du sagst es doch selbst. Ich bin Autistin.
    Ich wurde definiert keine Emotionen zu haben. Wieso sollte ich mich dann überhaupt noch darum kümmern, wenn die Gesellschaft bereits festgelegt hat, dass ich keine Emotionen haben kann.
    Wie kommst du denn darauf? Das finde ich (gerade für eine Betroffene) recht starken Tobak und fast (selbst?)-diskriminierend. Mir ist keine Definition einer A.-Spektrum-Störung bekannt, die das "Fehlen von Emotionen" beinhaltet. Im Gegenteil, gerade bei Autismus ist die Bandbreite (und damit auch die emotionale) recht zentral. Es kommt halt stets auch auf die Ausprägung an.
    Aber bei ASS denke ICH an eine Entwicklungsstörung, die sich vor allem in (Sozial-)verhalten sowie Kommunikation/Sprache zeigt. Die emotionale Komponente (Schwierigkeiten, Gefühle zu deuten; Empathiefähigkeit,...) ist da beinhaltet. Keinesfalls (!) ist der Kern eines Autismus "keine Emotionen zu haben".
    Frag das diejenigen, die mich wegen Autismus gekündigt haben. Begründung: Autisten haben keine Emotionen und sind daher für die Zusammenarbeit mit Menschen ungeeignet.

    Auch letztes Jahr musste ich es wieder erleben. Ich war in einem Verein und als rauskam, dass ich eine Autismusdiagnose habe, sollte ich plötzlich nicht mehr in Kontakt zu Kindern kommen. Ich hätte keine Emotionen und Autisten seien deshalb gefährlich für Kinder, weil sie ihre Verhaltensweisen deshalb nicht kontrollieren könnten. Nähere Informationen wollten die Betreffenden dazu nicht machen, das würde mich als Diagnoseinhaberin nichts angehen.
    Die Folge ist eine bis heute andauernde Sterilisationsdiskussion. Auch Autisten können nicht nur schwanger werden, sie werden es auch im realen Leben ab und an. Was macht man dann, wenn solche Argumente fallen? Die Kinder wegen Autismus wegnehmen? Oder von vornerein sterilisieren, damit das Problem erst gar nicht entsteht?

    Ich habe mich nach jahrelanger Erfahrung wegen solchen Aussagen darauf eingestellt, bei der Gesellschaft als emotionslos zu gelten, auch wenn ich nach solchen Aussagen mal ein ganzes Wochenende alleine durchweine.
    Wegen dem Vorfall im letzten Jahr habe ich auch beschlossen in keinen Verein mehr einzutreten und an keinen öff. Projekten mehr teilzunehmen. Es war nicht das erste Mal, dass ein Verein mich einfach wegen der Diagnose zu solchen falschen Tatsachen beschimpft hat.
    Ich war jahrelang im DRK und als die Diagnose raus kam und ich mir damals noch nichts dabei dachte, verglich man mich plötzlich mit geistig Grenzdebilen. Auch damals habe ich deshalb den Verein verlassen.
    Ich habe mich daher darauf eingestellt, als emotionsloses A* zu gelten, auch wenn ich niemanden etwas getan habe.
    Selbst meine eigene Familie stellt mich teilweise so dar. Es wird immer die total ausgebildete männliche Form präsentiert, auch wenn das nicht zutrifft.
    Autisten wären demnach aggressiv, emotionslos und totale Nerds am PC.
    Auf viele männliche Autisten trifft das auch zu.
    Meine Aggressivität als Frau zeigt sich eher in selbstverletzendem Handeln, was vor allem in der Pubertät zu beobachten war, die Emotionslosigkeit zeigt sich darin, dass ich bei kranken Haustieren sofort Alarm schlage und bei Kindern in Gefahr ebenfalls (manche mögen es als weibliche Intuition bezeichnen) und ja, ich sitze zwar viel am PC, das gebe ich zu, aber zwischen am PC Youtube schauen, E-Mails beantworten etc. und programmieren ist ein meilenweiter Unterschied. Ich habe früher sehr viel gezockt. Das waren manchmal auch 6-8 Stunden am Tag. Sowas kommt aber auch daher, wenn Familien kein Geld haben oder Verhaltensstörugen der Eltern in andere Weise das Alltagsleben beeinträchtigen. Mein Vater war Internetsüchtig. An Ausflüge war damals nicht zu denken. Mit dem Geld sah es genau deshalb nicht anders aus. Was macht man also? Genau, man verkriecht sich im Zimmer und zockt.
    Heutzutage zocke ich auch. Je nachdem was ansteht mal mehr, mal weniger. Ich bin gerade dabei mich im Einrichten zu üben, muss aber leider aus finanziellen und organisatorischen Gründen etwas abbremsen. Ich glaube nicht, das ein echter Nerd über das Einrichten seiner Wohnung nachdenkt, schon gar nicht über die Stoffwahl seiner Badematten (She's a lady...) und Nerds neigen auch nicht zu exzessivem Kochen.

    Ich meine wirklich exzessiv. Kein Nerd stellt sich an den Herd, kocht den Reis, brät dabei das Rinderfleisch, kocht den Reis nochmal in Schlagsahne, gärt Mais mit Chili in Butter dabei, mischt die Kräuter unter den Reis, würfelt dabei noch die Tomaten für den Reis und macht nebenbei noch einen Salat. Es bleibt nur die Frage, wer morgen alles aufräumt. Für mich könntet ihr eine ganze Großküche einrichten. Ich suche derzeit verzweifelt nach einem Gewürzregal o.ä., aber die sind (für meine Auswahl) alle zu klein.

    Ich weiß bis heute nicht, ob die Leute bei mir nicht essen wollen, weil es nicht schmeckt oder weil sie sich verwöhnt fühlen.
    Davon abgesehen wird man auch im REWE mal komisch angeschaut, wenn man all die ganzen Zutaten einkauft.


    Drachenherz schrieb:

    @minh14 Keiner will Dir hier etwas böses. Wenn Du einen netten Umgang suchst, musst Du auch nett zu uns "Normalos" sein. Wir können ja nicht in Dich hineinhören und nur auf das reagieren was Du uns schreibst. Dein Schreibstil ist ein wenig belehrend.
    Ich bin immer so nett. Als die Schwester meine Venen nicht getroffen hatte, habe ich gemeint, dass sie wahrscheinlich zu viel geraucht hat, das führt zu Gefühlsstörungen, in Hessen treffen alle meine Venen immer. Zusätzlich gibt es keine schlechten Venen, was auf eine schlechte Ausbildung hindeutet, wobei Pflege eben Pflege ist und kein med. Beruf.

    Ich bin streng. Ausreden ziehen bei mir nicht. Entweder man ist ehrlich oder man sagt gar nichts. Deshalb mag ich dich auch so.
    In meiner spez. Schule gab es viele, die gemeint haben, man müsste den Vertrag mit der Schule nicht ganz einhalten. So viele, dass ich anfangs als Einzige versetzt wurde.
  • Warum möchtest du, dass WIR uns intensiv mit dem Thema Autismus auseinander setzen? Es ist doch deines, oder?

    ---

    Nachdem du eine Diagnose hast und dennoch Arbeitsplätze "aufgrund des Autismus" verloren hast, möchte ich dir den Tipp geben, dir den GdB bescheinigen zu lassen (bei uns in Ö bekommt man dann einen Feststellungsbescheid, bei euch wohl auch?). Entsprechend sollte dann ein erhöhter Kündigungsschutz bestehen. Aufgrund deiner Beeinträchtigung darfst du schon gar nicht gekündigt werden - dagegen hätte ich sofort beeinsprucht an deiner Stelle. (Behindertengleichstellungsgesetz)


    ---

    In deinem Beitrag sprichst du davon, man verglich dich mit:

    "geistig Grenzdebilen"

    --> deine Ausdrucksweise!

    Ich möchte dich an dieser Stelle eindringlich darum bitten, solche Bezeichnungen künftig zu unterlassen. Sie sind für Betroffene hochgradig diskriminierend und beleidigend. Ich selbst arbeite mit Menschen mit geistigen Diagnosen und psychiatrischen Erkrankungen und kann das keinesfalls so stehenlassen. Solche Begriffe haben bereits vor Jahrzehnten ausgedient!
  • Möchte ich nicht. Ist nur ein Angebot für Interessierte.

    Ich habe bereits einen GdB von 70. Der GdB wird nach verschiedenen Kriterien seit 2014 in Deutschland nicht mehr rein nach der Diagnose vergeben.

    Der Kündigungsschutz greift nicht automatisch mit einem GdB. Dies ist eine blanke Fehlinfo.
    Der Arbeitgeber muss über die Behinderung vor der Einstellung bescheid gewusst haben. Ansonsten kann er sich darauf berufen, diese Eigenschaft eines Arbeitnehmers nicht gekannt zu haben. Eine Kündigung kommt trotzdem wegen anderer Gründe immer in Frage. Innerhalb eines halben Jahres in Deutschland auch ohne Grundangabe.

    Das Behindertengleichstellungsgesetz greift in diesem Fall nicht, da ich ohne Behinderung (da damals noch nicht bekannt) eingestellt wurde. Innerhalb von 1,5 Jahren treten auch nicht plötzlich behinderungsbedingte Probleme auf.

    Zusätzlich hat das Verhalten der Zeugnisverweigerung zur Schulauflösung meinerseits geführt.
    Es gibt somit keinen Angeklagten mehr. Eine Wiedereinstellung ist nicht möglich.
    Es steht zur Debatte, mich in eine Erwerbslosenrente zu schicken. Problem hierbei ist, ich würde zustimmen, aber ich habe kein Anrecht darauf, da ich bei meiner Arbeit kein Einkommen hatte. Schulische Ausbildungen kosten Geld.


    Ich kann aber gerne noch jemanden den Hals umdrehen. Das scheint meine Spezialfähigkeit zu sein.
    Derzeit bin ich selbstständig in einem geheimen Berufsbild tätig, dass ich aus Datenschutzgründen nicht nennen darf.
    Meine beruflichen Lehren reichen hierzu aus, da kein einheitlicher Berufsabschluss existiert.
    Der Umsatz ist gut und hoch genug, um mich selbst unterhalten zu können. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht. Ich warte Zuhause auf Einsätze. Der GdB nützt in diesem Fall nur steuerrechtlich etwas.
    Eine normale Arbeit ist wegen der präkeren Arbeitssituation in Deutschland momentan ausgeschlossen.
    Mein Land holt von außen alles rein und setzt die eigenen Leute synonym gesagt vor die Türen. Grund sind billigere Arbeitskräfte. Zusätzlich werden nur Zeitverträge geschlossen, was zu immer neuen Arbeitsverträgen und somit einer Auskopplung solcher Rechte wie den den Behindertenrechten führt.

    Wenn man mich mit geistig Grenzdebilen verglichen hat, dann war das so. Sag das den Leuten, die es taten. Schön, dass ich dafür eins aufs Dach kriege. Darin sehe ich keinen Sinn. Das ist in Deutschland kein Schimpfwort (Nein, ich lebe nicht in Österreich und ich kenne auch keine österreichischen Ausdrücke.), sondern eine Eingrenzung der Personengruppe. Psych. Kranke zählen nicht dazu. Eine Ältere, kaum noch gebräuchliche Bezeichnung sind auch Minnorene.

    In meinem Umfeld sind solche Begriffe immernoch an der Tagesordnung.

    PS: Da ihr solche Kinder wie mich in solchen Umfelden versickern lasst, braucht ihr euch über solche Folgen auch nicht zu wundern. Arbeitet lieber an eurer Tagesordnung weiter. Ich mische mich da nicht mehr ein.


    Hier ist noch ein Zeitungsartikel zur Schulauflösung:
    UKG löst MTA-Schule auf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von minh14 ()

  • Na das ist ja selbstredend, dass der AG über den GdB Bescheid wissen muss! ;) In Ö verhilft der Feststellungsbescheid zu einem geschützten Arbeitsplatz. In D gibt es bestimmt Äquivalente, da bin ich mir sicher.

    Aber nachdem du jetzt ohnehin selbständig tätig bist, ist es für dich ja irrelevant. Dass du steuerliche Vorteile hast, weißt du ja schon! :)

    ---

    "Grenzdebil" ist auch in Deutschland eine Beleidigung für Menschen mit intellektueller Behinderung. Wäre also freundlich, du nutzt es nicht. Es wird von Betroffenen als diskriminierend empfunden (und ist in den meisten Fällen auch so gemeint).
  • Dani schrieb:

    Na das ist ja selbstredend, dass der AG über den GdB Bescheid wissen muss! ;) In Ö verhilft der Feststellungsbescheid zu einem geschützten Arbeitsplatz. In D gibt es bestimmt Äquivalente, da bin ich mir sicher.
    Deutschland hatte nachweislich schon immer seine eigenen Umgangsformen mit behinderten Menschen.
    Werkstatt für behinderte Menschen

    Geschützte Arbeitsplätze nur wegen einer Behinderung gibt es nicht Deutschland nicht. Man bekommt nicht irgendeine geschützte Arbeit, weil man das oder dies hat/ist.
    Es gibt nur einen besonderen Kündigungsschutz (nach 6 Monaten) und wenn der Arbeitgeber bescheid wusste.
    In den meisten Fällen entfällt diese Rechtsregelung daher.

    Der Staat vergibt keine Arbeit, er hilft nur bei der Arbeitssuche. Maßnahmen vom Arbeitsamt sind keine Arbeitnehmerplätze im Sinne des Gesetzes, da man weiterhin Sozialleistungen bezieht.

    In der ehem. DDR wurden Arbeitsplätze zugeteilt, was aber schon mittlerweile Urzeiten vorbei ist.

    Du solltest die Situation in Österreich nicht ständig mit der Situation in Deutschland vergleichen. Es sind beides eigenständige Länder mit oft ähnlichen, aber nicht gleichen Gesetzen. Wenn ich kurz die Situation in Österreich googlen kann, kannst du das auch umgekehrt für Deutschland. Ich habe mit Österreich nichts am Hut.

    Dani schrieb:



    "Grenzdebil" ist auch in Deutschland eine Beleidigung für Menschen mit intellektueller Behinderung. Wäre also freundlich, du nutzt es nicht. Es wird von Betroffenen als diskriminierend empfunden (und ist in den meisten Fällen auch so gemeint).
    Grenzdebil meint an der Grenze zu geistig behindert. Dass es diesen Menschen nicht passt, so bezeichnet zu werden, ist ein persönliches Empfinden. Mir gefällt es auch nicht wegen des Autismuses als behindert oder emotionslos beschrieben zu werden, sprachlich ist es korrekt.
    Geistig behindert in des sind nochmal eine Stufe schwerer betroffen.

    Zudem habe ich dir gesagt, du mögest das bitte den Leuten sagen, die mich damals wegen des Autismus entlassen haben. Ich lasse mich nicht für die Worte tadeln, die andere zu mir gesagt haben. Welchen Sinn soll das bitte geben? Genau, gar keinen.

    Zudem wurde hier von vielen selbst gewünscht, solche Personen klar zu trennen. Man möchte keine gemeinsame Schule für alle, man findet die Sonderschule besser. Einige berufen sich auch auf integrative Klassen, dass sind aber nachweislich die wenigeren, weil sie glauben, ihre Kinder schaffen das nicht.
    Eure eigenen Worte.
    Dann zu sagen, wir möchten es sprachlich verstecken, halte ich für feige.
    Genausowenig wurde mir eine Diagnose gegeben und dann gesagt, dass man es sprachlich umschreibt oder einfach nicht drüber redet. "Sich in die Ecke stellen und heulen" hilft da weder was, noch wird es akzeptiert.