Depressionen im Kindesalter erkennen

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    • Depressionen im Kindesalter erkennen

      Depressionen im Kindesalter

      Nachdem Unfalltod ist Suizidalizät in Deutschland die zweithäufigste Todesursache im Kinder- und Jugenalter. Oft geht dem eine depressive Erkrankung voraus. Man geht davon aus dass etwa jedes fünfzigste Schulkind von einer schweren Depression betroffen ist, in der Adoleszenz steigt die Rate auf jeden sechsten Jugendlichen. Aber auch bereits Kleinkinder und Säuglinge können unter Depressionen leiden.

      Die Gründe warum Menschen und besonders auch Kinder depressiv erkranken, ist bis heute noch nicht letzendlich wissenschaftlich geklärt. Wahrscheinlich ist, dass mehrere Faktoren derart ineinander greifen, dass sich diese Störung entwickeln kann. Zum einen ist das die genetische Disposition; Kinder mit einem depressiven Elternteil haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken, leiden beide Eltern unter depressiven Episoden, steigt das Risiko nochmals an. Aber auch biologische Faktoren wie Auffälligkeiten im Stoffwechsel von Hormonen und Neurotransmitter geben Himweise auf die Entstehung von Depressionen. Manche Krankheiten, wie Hirnhautentzündung, Schilddrüsenunterfunktion, Anämie und Andere, können depressive Symptome hervorrufen.
      Aber nicht zuletzt sind auch Erfahrungen und Lebensumstände daran beteiligt, ob sich ein Kind gesund entwickelt oder psychisch erkrankt. Bindungsstörungen, der Verlust enger Bezugspersonen, überbehütende oder desinteressierte Eltern, Gewalterfahrungen, Traumata, chronische Disharmonie im Elternhaus etc.sind als Risikofaktoren zu sehen.
      Aufgrund der vielen Entwicklungsstufen zeigt sich diese Erkrankung in der Kindheit durch sehr unterschiedliche Symptome. Warnsignale sind:

      im Baby und Kleinkindalter
      • Gedeihstörungen
      • ausdrucksloses Gesicht
      • unspezifische Schlafstörungen
      • Lethargie
      • Spielhemmung, kein Eplorationsverhalten
      • Probleme mit Bindung und Trennung
      im (Vor)Schulalter
      • Launenhaftigkeit
      • trauriges Gesicht
      • Eßprobleme, deutliche Gewichtszu- oder abnahme
      • Schlafstörungen, Albträume
      • Konzentrationsstörungen
      • schlechtes Selbstwergefühl
      • Schul- und Versagensangst
      • Wutausbrüche, Aggressivität
      • Bauch- oder Kopfschmerzen
      • wieder Einnässen oder Einkoten
      • Lernhemmungen
      • häufige Verletzungen, Unfälle (verdeckte Suizidalität)
      • Lethargie, Abnahme von Interessen

      im Jugendalter
      • die im Schulkindalter beschriebenen Symptome
      • äußert, dass es ihm/ihr "schlecht geht"
      • Angstsyndrome, Sozialphobie
      • Somatisierungsstörung
      • Magersucht
      • Suizidalität
      • Drogenkonsum (als "Selbstmedikation" oder Auslöser)
      Wenn ein Kind über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen andauernd gedrückter Stimmung ist, unter starker Müdigkeit leidet und sich freud- und interessenlos zeigt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.
      Eine Früherkennung ist bei dieser Erkrankung besonders wichtig; erstens um den hohen Leidensdruck zu mindern, zweitens um die Gefahr der Chronifizierung entgegen zu wirken und nicht zuletzt aufgrund der Suizidgefahr, die eine Depression zu einer potentiell tödlichen Krankheit macht.