Kann er nicht oder will er nicht?

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    • Kann er nicht oder will er nicht?

      Einen wunderschönen Sonntag-Morgen,

      ich bin neu hier im Forum und suche nach Rat. Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.

      Kurz zu uns: Ich bin 31 Jahre alt und habe einen Sohn (11 1/2 Jahre). Seit nun knapp 3 Jahren lebe ich in einer neuen Partnerschaft. Meine beiden Männer verstehen sich im Großen und Ganzen gut. Mein Sohn hat im Alter von 7 Jahren die Diagnose ADHS bekommen. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir - natürlich - auch die Empfehlung für eine medikamentöse Einstellung gegeben, welche ich aber zunächst abgelehnt habe. Das haben wir etwas mehr als ein Jahr durchgezogen. Da wir alleine mit der Situation nicht klar kamen und mein Sohn in der Schule zunehmend Probleme hatte, habe ich doch die Entscheidung getroffen, auf die Tabletten zurückzugreifen. Ich muss auch ehrlich gestehen, dass es hilft. Mein Sohn ist ruhiger, konzentrierter und seine Impulskontrolle hat sich sehr verbessert. In der Schule machte er große Fortschritte, kam zufriedener heim.
      Ich weiß nicht genau, ob die "Abteilung ADHS" für mein Anliegen nun überhaupt das Richtige ist, oder ob ich mich in einem anderen Bereich hätte einfinden müssen. Mein Sohn hat in der Vergangenheit schon so einiges mitmachen müssen. Der Vater (ich war von Anfang an Alleinerziehende) hat sich zunächst sporadisch gekümmert, bis es dann mehr und mehr einriss und ganz endete. Wenn sie sich heute über den Weg laufen, grüßen sie sich nicht mal mehr. Der beste Freund meines Kindes ist im Alter von 6 Jahren tödlich verunglückt. Zudem starb meine Mutter sehr früh und wir mussten leider auch zwei Haustiere dem Himmel überlassen. Das sind sicher alles Dinge, die einem Kind zu schaffen machen.

      Nun mal zu meinen eigentlichen Schwierigkeiten:
      Hmmm, ich weiß gar nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Für ein harmonisches Zusammenleben trägt jeder seinen Beitrag bei. Und jeder hat so seinen Tagesablauf, der einfach das Leben bestimmt. Mein Sohn bricht aus diesem Alltag immer mehr aus. Er will seine eigenen Regeln aufstellen. Wenn ich nicht die ganze Zeit daneben stehe, tut sich nichts oder das Falsche. Morgens z.B. ist beinahe täglich Theater, weil er nicht zu Potte kommt und dann häufig recht spät das Haus verlässt. Erstaunlicherweise stört er sich daran, wenn er zu spät los kommt, aber er trödelt trotzdem jeden Tag aufs Neue rum, beschäftigt sich mit tausend Dingen, für die morgens keine Zeit ist. Wenn er auf der Toilette sitzt, schneidet er Wattestäbchen mit einer Schere kaputt. Wenn er etwas tun "soll", muss er auch grundsätzlich erstmal auf die Toilette. Und dann diese ganz normalen Dinge, die eigentlich mal geklappt haben: die Teller gehören in und nicht auf den Geschirrspüler, Dreckwäsche gehört in den Wäschekorb, die Schultasche wird nach den Hausaufgaben gepackt. Ja, das sind vielleicht auch einfach Entwicklungsschritte, vorpupertär. Das sind nur ein paar von unseren täglichen Konflikten, die wir austragen.
      Ich weiß nicht, ob ich das einfach so hinnehmen soll. Vielleicht gibt es Eltern, die sagen, ich rege mich über banale Dinge auf. Aber wenn ich nichts sage, denkt er doch, es wäre ok. Oder nicht?
      Außerdem diskutiert er immer mit mir. Er akzeptiert einfach nicht, was ich gesagt habe. Dabei kann es sich um ein einfaches NEIN handeln oder darum, dass er erst Sache A machen muss, um Sache B tun zu dürfen. Ich meine - er ist fast 12, kein Baby mehr. Er diskutiert sogar über die Dinge wie Zähne putzen oder duschen gehen. Man kann aber sagen, wann es eigentlich grundsätzlich IMMER klappt: wenn er Technik haben will. Dann ist das Zimmer plötzlich aufgeräumt (meist aber auch nur alles in Kisten zusammen geschmissen) oder seine gewaschene Wäsche liegt blitzschnell im Schrank und nicht mehr auf dem Bett.

      Zusätzlich zu den Alltagsproblemen nässt mein Kind nachts ein. Wir hatten das so gut im Griff, die letzten drei Monate wars vielleicht noch einmal pro Woche, aber diese Woche war das Bett jeden morgen wieder nass.

      Ich könnte jetzt wahrscheinlich einen Roman schreiben über all die Dinge, die hier zu Hause etwas schief laufen, aber so habe ich schonmal einen kleinen Einblick gewährt. Vielleicht gibt es hier Eltern, die das kennen und es geschafft haben, es zu verändern.

      Ich habe schon so viele Dinge ausprobiert: Belohnungssysteme verschiedener Art, Tagebuch schreiben lassen, Regeln visualisiert, aktuell haben wir einen richtigen Tagesplan für ihn, bei dem es wirklich nur um seinen Alltag geht. Darin sind halt die gängigen Abläufe festgehalten, ganz detailiert, von aufstehen über anziehen, frühstücken, Zähne putzen etc., alles mit Zeitangaben. Der ganze Plan entsprang seinen Vorstellungen, er hat gesagt, was wann zu tun ist. Und es entspricht genau dem, wie es am besten funktioniert. Ich hatte überhaupt keine Einwände, denn er hatte offensichtlich genau die richtige Vorstellung. Ich habe gehört, ADHS-Kindern soll sowas helfen. Hat es am Anfang auch, mittlerweile ist das nicht mehr so. Wir waren sogar schon bei einem Therapeuten und zur Zeit machen wir eine Familienberatung. Aber ich kann noch keine Fortschritte verzeichnen.

      Ich spreche auch oft mit ihm, frage, ob alles in Ordnung ist, ob er was verändern möchte. Es wäre ja möglich, dass sich sein Verhalten ändert, weil ihn irgendetwas belastet. Seine Antwort ist aber stets die selbe: alles ist gut so wie es ist. Und auch in der Schule gäbe es nichts.
      Er weiß auch ganz genau, was nicht richtig läuft. Er kann es benennen und weiß, was stattdessen gemacht werden sollte. Ich verstehe nur einfach nicht, warum ihm das Umsetzen so schwer fällt. Erwarte ich zu viel?

      Der Grund, nach Hilfe zu suchen, ist ganz klar, dass ich mir wünsche, dass wir hier weniger Stress haben. Das ist für uns alle drei wichtig.

      Und hinzu kommt, ich gestehe, dass meine Zukunft ein wenig davon abhängt. Denn in Sachen Babyplanung, Hochzeit und Haus steht uns dieser Stress sehr im Weg. Mein Partner schlägt sich sehr tapfer, obwohl er nicht so stressresistent ist wie ich. Aber er sagt ganz klar: So lange sich hier nicht endgültig und dauerhaft etwas ändert, werden wir nicht weiter planen. Ich hoffe, dass das jetzt keinen Grund für einen "Shitstorm" gibt.

      Ich hoffe nun, dass ich niemanden mit meinem Bombentext erschlagen habe. Aber ich wollte so gut wie möglich darstellen, wo meine Sorgen herkommen. Natürlich gebe ich mir selbst mit die Schuld für alles, aber ich finde den Auslöser einfach nicht.

      Liebe Grüße von wunden Fingern, Evelyn
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • erst einmal möchte ich dich hier herzlich willkommen heißen.

      Mich hat dein Text nicht erschlagen, ich finde es besser, etwas ausführlicher zu schreiben , als Hilfe zu suchen , ohne das wir wissen worum es geht.

      Zuerst einmal musst du dich von dem Gedanken losreißen, das du Schuld bist, denn das bist du nicht! Du kannst nichts für die ADHS deines Sohnes und du hast schon alles mögliche probiert und gemacht. Mehr geht irgendwann nicht.

      Er sagt dir, das alles ok ist, auch in der Schule! Ich würde mit dem Klassenlehrer sprechen, ob es wirklich so ist, dann kannst du das vielleicht ausschließen.

      Das er nun auf einmal nicht mehr die Dinge wie duschen, aufräumen und co nicht mehr machen will, könnte vielleicht doch an der Pupertät liegen. Sobald da Mädels mit ins Spiel kommen, wird sich das von ganz schnell alleine geben. Das soll nun aber nicht heißen, das du da nicht dran bleiben sollst.

      Zimmer aufräumen ist eine Blockaufgabe! Blockaufgaben sind für ADHS Kinder meistens sehr schwierig umzusetzen. Zerlege das, sage ihm die Aufgaben einzeln! Zum Beispiel: die Legos packe bitte in die rote Kiste, die Autos kommen in die blaue Kiste , und so weiter.

      So musste ich das mit meinem Sohn damals auch machen und das ging dann auch. Natürlich musst du dann solange bei ihm im Zimmer bleiben, denn sonst wird das nicht klappen.

      Vor allem aber braucht ihr Geduld! Auch dein Partner sollte sich mit einbeziehen und sich nicht hinstellen und sagen, das es keine Hochzeit und Baby gibt, wenn das mit deinem Sohn nicht klappt. Das ist der falsche Weg.
      Ihr könntet ja auch mal in Betracht ziehen, mit deinem Sohn über eure Pläne zu sprechen, schaut was er davon hält und fragt ihn dann, ob er euch unterstützen würde.

      So habe ich das auch gemacht und siehe da, als der kleine Bruder dann da war, blühte mein Großer richtig auf, wuchs über sich hinaus und ist bis heute Stolz, der große Bruder zu sein. Wir dachten das er super eifersüchtig sein würde, aber nichts, er war überhaupt nicht eifersüchtig. Die zwei lieben sich sehr.

      Du kannst deinen Sohn nicht selber dir Regeln aufstellen lassen, du kannst ihm nur entgegen kommen. Wenn es morgens mit dem Aufstehen nicht klappt, dann wecke ihn halt früher. Dafür muss er natürlich auch abends früher zu Bett gehen. Mal sehen wie gut es ihm dann gefällt!

      An sonsten mache dir eine Smeililiste! Da könnt ihr dann jederzeit sehen, wie was gelaufen ist.
      Ganz wichtig bei ADHS Kinder ist, das sie besonders viel Lob und Erfolgserlebnisse brauchen. Das stärkt sie!
      MfG Gilfy :saint:
    • danke für deine Antwort...

      Hört sich so an, als ob ich wohl auf dem richtigen Weg bin und die Zeit für uns arbeiten lassen muss. Ein Smileyplan existiert bei uns schon länger. Gerade heute haben mein Großer und ich besprochen, ihn zu verändern. Denn er möchte abends gerne länger aufbleiben dürfen. Das kann er sich verdienen. Von der Idee war er begeistert. Natürlich hängt das auch vom morgendlichen Ablauf ab. Er darf das nur, wenn morgens alles klappt.

      Zum Thema Hochzeit und Baby: Krümel hat gestern im Auto die Frage rausnehmen, wann wir denn heiraten :D . Und ein Geschwisterchen wünscht er sich ebenfalls.

      Ich habe häufig wirklich das Gefühl, dass er will, aber nicht anders kann. Wie schon gesagt: er weiß, was schief läuft und weiß auch, wie es richtig gehen sollte. Aber dann hapert es wieder an der Umsetzung.

      Also Geduld wahren und durchhalten. Es kann nur besser werden.

      Übrigens sind meine Männer beide grad im Kinderzimmer und beschäftigen sich mit dem Tablet - ein gemeinsames Hobby, dieses Spiel. :)
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Evelyn ()

    • ja, du kannst nur am Ball bleiben. Es wird immer Höhen und Tiefen geben, das ist ja normal.
      Im Alter von ca 16 Jahren soll sich das ADHS verwachsen und verschwindet bei den meisten.

      Alles andere klingt doch schon mal gut.
      Bevor ihr euch für ein Baby entscheidet, solltest du deinem Sohn aber noch unbedingt erklären, das du mit Baby nicht mehr ganz so viel Zeit für ihn haben wirst.
      MfG Gilfy :saint:
    • Das werde ich auf jeden Fall tun. Ich bin auch guter Dinge, dass er damit gut umgehen kann. Meine beste Freundin hat vor kurzem ein Baby bekommen und mir geht das Herz auf, wenn ich meinen Großen mit dem Kleinen zusammen sehe.

      Nun bin ich schon etwas erleichterter. Vielen Dank. ^^
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • Hallo Evelyn,

      auch von mir ein herzliches Willkommen.
      Danke auch für Ihre ausführlichen Worte, das hilft sehr, sich in Ihre Situation einfühlen zu können.

      Alles, was Sie beschreiben, deutet sehr darauf hin, dass Ihr Sohn tatsächlich in die Pubertät kommt. Das Trödeln, vergesslich sein, traumen und die Zeit vergessen, Dinge wissen, aber sie nicht einhalten können, emotional und auch impulsiv sein, das Diskutieren und Regeln/ Grenzen anzweifeln und hinterfragen usw. - all das spricht sehr für die Pubertät, eine Entwicklungsphase, die enorm wichtig ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

      Obwohl man von ADHSlern eher sagt, dass die Pubertät später als bei anderen Kindern einsetzt, scheint sie bei Ihrem Sohn nun wirklich begonnen zu haben. Und in der Pubertät kann das Gehirn tatsächlich mit einer Art Großbaustelle verglichen werden: Verknüpfungen bauen sich ab und um, neue Verbindungen entstehen usw.

      Bei ADHSlern sagt man, dass bei vielen von ihnen in der Pubertät dieses Syndrom verschwindet, aber dass sie andererseits durch das ADHS eine "Super-Pubbertät" durchleben, die eine Herausforderung aller Beteiligten ist und natürlich auch für sie selbst. Wichtig ist nun, dass Sie als Familie zusammenhalten, um diese Entwicklungsphase Ihres Sohnes gemeinsam gut zu meistern. Hier braucht er die Unterstützung von Ihnen und ebenso von Ihrem Partner.
      Was sehr gut ist, ist dieser Tagesplan. Solche klaren, konkreten Checklisten helfen Menschen mit ADHS, ihre Aufgaben zu erledigen und Struktur in ihren Alltag zu bringen.

      Dennoch ist es auch wichtig, dass Sie nicht nur die Probleme und Schwierigkeiten sehen, sondern auch die Stärken/ Fähigkeiten, die durch ADHS entstehen:

      Die Filterschwäche und Reizoffenheit bei ADHS führt dazu, dass eine Vielfalt von Informationen gleichzeitig aufgenommen werden kann. Dem ADHSler entgeht so leicht nichts, er nimmt die Umweltreize in großem Ausmaß wahr. ADHSler sind deshalb neugierig und wissbegierig. Sie bekommen nie genug von neuen Ideen, Projekten und Menschen.

      “Um die Ecke denken” und dabei zu neuen, kreativen Lösungen zu kommen, ist für Menschen mit ADHS in der Pubertät nichts Ungewöhnliches. Da sie sich schnell langweilen, gehen ihre Gedanken leicht andere Wege und prüfen unübliche, auch neue Ideen.

      Die Impulsivität ist ein Zeichen seiner Begeisterungsfähigkeit. Er kann blitzschnell und mit großer Empathie reagieren und ist dadurch beim Helfen oft einer der ersten.

      Die Sprunghaftigkeit der Gedanken von Menschen mit ADHS in der Pubertät eröffnet ein großes kreatives Potential, denn ein ADHSler sieht immer wieder neue Aspekte und kann durch seine kreative Sicht der Dinge begeistern.

      Die innere Unruhe lässt ihn unermüdlich an einer Aufgabenstellung arbeiten, wenn es sein muss und interessant ist, auch die ganze Nacht hindurch.

      Die hohe Sensibilität und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ermöglichen die Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten.

      Das innere Chaos und die fehlende Daueraufmerksamkeit stehen für eine interessierte Offenheit an allem, was um ihn herum passiert.

      Die Kontaktfreude lässt den ADHSler nicht an Missverständnissen verzeifeln, sondern ermöglicht immer wieder neue Anläufe und Chancen.


      Herzlich
      Klara

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Klara ()

    • Hallo Klara,

      vielen Dank für den neuen Blickwinkel.
      Natürlich habe ich mich schon häufig mit dem Thema ADHS befasst, weil ich mein Kind einfach verstehen (lernen) möchte und ihm möglichst gerecht werden will. Das ist alles nicht so einfach, was sicher alle Eltern in diesem Thread nachvollziehen können. Manches Mal bin ich jedoch mit meinem Latein am Ende. Und ich gestehe, dass ich so manches Mal vergesse, was ich weiß und dann eher impulsiv und der Situation angepasst handele - vielleicht nicht immer richtig.

      Die Frage ist jetzt, wie ich oder wir damit umgehen sollen. Wenn es sich wirklich um pupertäres Verhalten handelt, was in der heutigen Zeit in diesem Alter ja auch nicht mehr ungewöhnlich ist, dann müssen wir doch in zwei Richtungen denken, oder? Wir müssen zum Einen einen Blick auf das ADHS richten und zum Anderen mit den gängigen Schwierigkeiten eines pupertierenden Kindes umgehen lernen.

      Ich gebe mal als Beispiel den heutigen Morgen:
      Mein Sohn war - erstaunlicherweise - schon wach und aus dem Bett, als ich aufstand. Normalerweise wecke ich ihn um 6.15 Uhr - es war da aber erst 6.00 Uhr. Ich sah das Licht im Zimmer brennen und linste durch die Tür Richtung Bett, wo er aber nicht mehr drin lag. Er hatte das wohl bemerkt, denn er versteckte sich vor mir. Er kam dann nach 20 Minuten grinsend in die Küche. Soweit war eigentlich alles ok. Leider hatte er in der Nacht wieder eingenässt, so dass ich die Frage stellte, ob er heimlich wieder getrunken habe. Es ist so, dass wir Methoden haben, um das nächtliche Einnässen zu unterbinden. Eigentlich klappt das auch - wenn er nicht heimlich trinkt. Das hat er heute Nacht aber wieder getan. Jedoch schien es ihm keinesfalls irgendwie leid zu tun. Es war ihm schlicht egal - so kam es mir jedenfalls vor, denn er grinste vehement vor sich hin.
      Und dieses Grinsen zog sich den ganzen Morgen durch:
      - als er feststellte, dass seine elektrische Zahnbürste nicht mehr ging, obwohl ich ihm vorgestern sagte, er solle sie aufladen (ja, ich hätte sie auf die Ladestation stellen können)
      - als wir darüber sprachen, dass er heute nachsitzen müssen, weil er die Warnung der Lehrerin letzte Woche nicht ernst genommen und doch wieder die Hausaufgaben nicht vollständig hatte (hier kann ich mich nur auf das verlassen, was er mir erzählt) usw.
      Und eben diese Situationen reiben auf - erst ihn, dann mich. Ich versuche immer, ruhig zu bleiben. Aber er regt sich dann lautstark auf und ist mit einem ruhigen Ton nicht mehr erreichbar.

      Diese "Grinsezeit" ist für mich besonders nervenaufreibend. Denn ich weiß einfach nicht, was ich davon halten soll. Ist ihm das wirklich alles so egal? Nimmt er mich überhaupt ernst?

      Er macht sich auch offenkundig keine Gedanken, dass er nachsitzen muss. Er ärgert sich nur darüber, dass die sechste Stunde möglicherweise ausfallen könnte und er somit "rumhängen" müsste, damit er dann in der siebten Stunde nachsitzen "kann". Oder wenn er morgens zu spät aus dem Haus kommt - es ist nicht das Problem, dass er zu spät zum Unterricht kommt, sondern dass ein Freund, der fast den selben Schulweg hat, vor ihm die Schule erreicht. Natürlich versuche ich, in solchen Situationen die Möglichkeit zu ergreifen und sage: "Dann beeile dich doch, damit du vor Finn in der Schule sein kannst!" und nicht "Beeil dich, damit du pünktlich in die Schule kommst!". Ich gehe schon auf seine Sorgen ein, auch wenn ich dafür nicht wirklich Verständnis aufbringen kann.

      Gestern erst sprachen wir gemeinsam über seinen Wunsch, abends länger aufbleiben zu dürfen. Wir haben ihm erklärt, wovon das abhängig ist und er konnte sich damit arrangieren. Und dann ist heute morgen wieder so ein Theater.

      Ich habe meinen Großen mal gefragt, - wie soll ich das erklären - wie er sich nach so einem stressigen Moment (ob morgens oder bei den Hausaufgaben oder sonst wann) fühlt. Seine Antwort war ganz klar: erst bin ich genervt, aber dann vergesse ich das. Er schaltet es einfach aus, ist vergessen. So sagt er das jedenfalls. Natürlich wäre das von Vorteil, wenn er nicht gestresst in die Schule kommt und vielleicht sorgt ja auch die Fahrradfahrzeit zur Schule dafür, dass es ihm besser geht. Sport baut ja bekanntlich Aggressionen ab. Aber es einfach so vergessen ist ja, als wäre es nie passiert. Deswegen glaube ich - und Entschuldigung, wenn ich falsch liege - dass es darum immer wieder passiert. Es hinterlässt keine Spuren. So kommt es jedenfalls bei mir an.

      Ich mache mir auch ein wenig Sorgen, wie das weiter geht, wenn ich wieder arbeiten gehe. Ich bin nun seit Anfang des Jahres aufgrund einer Fußverletzung zu Hause. Normalerweise arbeite ich im Schichtdienst, bin auch über Nacht mal nicht da. Nächste Woche soll ich ENDLICH wieder los. Dann bin ich aber nicht mehr 24 Stunden für mein Kind anwesend. Natürlich weiß er das. Er kennt das ja auch - ich mache diesen Job seit drei Jahren.
      In diesem Zusammenhang stelle ich mich jetzt mal selbst an den Pranger und sage: Ich arbeite in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung mit Schwererziehbaren. Umso mehr bin ich erschrocken, fast schon traurig, dass es bei mir zu Hause nicht läuft. Ich kann fremde Kinder erziehen, aber mein eigenes entgleitet mir.

      So - wieder viele Worte. Aber ich habe endlich mal das Gefühl, dass mir jemand zuhört und auch plausibel antworten kann. Und - das muss mal gesagt werden: es hört sich vielleicht so an, als hätten wir hier immer nur Trouble. Dem ist natürlich nicht so. Wir haben auch gute Tage. Und ich habe mir angewöhnt, diese genau zu analysieren, zu schauen, warum es wie gelaufen sein könnte und diese Basis zu nutzen. Aber das funktioniert leider nicht immer.

      Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • nun ja, du kannst fremde Kinder erziehen und deines entgleitet dir! So kannst du das nicht sagen, dein Sohn entgleitet dir nicht, nur weil mal etwas nicht so klappt wie du es gerne hättest. Das mit den fremden Kindern ist doch ganz normal! Du hast zu ihnen einen völlig anderen Bezug, die sind nach Feierabend nicht mehr da, es sind nicht deine Kinder!!!
      Kinder nehmen immer von aussenstehenden oder " fremde" mehr an, als das eigene Kind.

      Ast du dir mal überlegt,das es heute morgen vielleicht nicht im Stress enden hätte müssen?
      Dein Sohn ist von alleine aufgestanden, das ist doch super! Hast du ihn deine Freude darüber gezeigt? Hast du ihn gelobt und ihn vielleicht in den Arm genommen? So hätte ich das gemacht.
      Ich hätte ihn nicht überfallen, das er Nachsitzen muss. Das hätte er in der Schule schon früh genug mitbekommen.
      Wenn er seine Zahnbürste nicht auflädt, wo ist das Problem? Dann muss er halt die Handzahnbürste nehmen, zumal die eh gesünder sein sollen. Darüber würde ich gar nicht diskutieren.

      Das einnässen ist ein anderes Thema! Warst du deswegen mit ihm mal beim Kinderarzt? Sowas hat ja immer Gründe.
      Ich kann es verstehen, wenn er nachts Durst hat das er was trinkt. Wie wäre es, wenn du ihn nachts einmal wecken gehst , damit er zur Toilette gehen kann?
      Ich denke sehr wohl, das ihn das einnässen sehr belastet, das grinsen ist eine Art Schutz. Er will wohl nicht das du merkst wie er sich fühlt, wenn das Bett morgens nass ist. Das ist ihm ganz unangenehm und super peinlich.
      Ich würde deswegen nochmal den Kinderarzt aufsuchen.
      Mit ihm schimpft, weil er nachts getrunken hat, ist sicher der falsche Weg!
      MfG Gilfy :saint:
    • Zum Thema aufstehen: ich habe eigentlich nur ein guten Morgen ausgesprochen. Du hast recht, ich hätte es loben können. Das Thema Bettnässen geht auf mein Konto, aber über die Zahnbürsten und das Nachsitzen hat er sich allein aufgeregt.

      Zum Thema Bettnässen: wir waren deswegen schon oft beim Arzt, haben körperliche Probleme ausschließen können. Man hat uns Toilettentraining empfohlen. Und damit haben wir das soweit gut hinbekommen. Du hast wahrscheinlich recht und wir müssen ihn nachts wieder rausholen.
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • Hallo Evelyn,

      "Schwierig bedeutet nicht unmöglich"...
      dieser Satz passt doch wirklich gut zu Eurer Situation.

      Vllt solltest du manche Dinge wirklich lockerer sehen...
      Ich weiß, dass ist leichter gesagt als getan. Doch manche Situationen die du vllt besser einschätzen kannst, muss er evtl. auch alleine durchmachen, ohne die Unterstützung oder Ratschläge seiner Eltern - loslassen können ist glaub ich auch ein großes Thema während der Pupertät...
      Wir Erwachsene haben in so manchen Dingen mehr Erfahrung und möchten unsere Kinder schützen, doch nur durch eigene Erfahrungen und Fehler, die unsere Kinder machen müssen, lernen sie für sich die richtige Entscheidung zu treffen... Das können wir vermutlich nicht immer aushalten, sollten wir aber ;)

      Bis meine Kinder in die Pupertät kommen, dauert es noch einige Jahre und auch ich werde mit Sicherheit nicht immer so locker mit manchen Situationen umgehen können...
      Verlässlichkeit, Vertrauen, Zutrauen, Emphatie sind für mich Werte die ich meinen Kindern mitgeben möchte und die ich ihnen vorleben muss - dafür braucht es natürlich auch viel Geduld und Gelassenheit!

      Bezüglich des einnässen... Würde ich beim Kinderarzt tatsächlich mal abklären lassen, ob man etwas organisches ausschließen kann!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Janella ()

    • ich weiß es nicht ganz genau, aber ich bin der Meinung, das so ein einnässen ein Zeichen von Seelischen Problemen bei Kinder sein kann und das dies dann mit einer Therapie in den Griff bekommen. Da kann Klara die wohl mehr zu sagen.

      Das Nachsitzen wegen fehlender Hausaufgaben ist ja ein Punkt, den er alleine ändern kann. Genau so würde ich es ihm erklären. Er weiß es ja und von daher gibt es keinen Grund sich über das Nachsitzen zu beschweren. Wenn er es das nächste mal so macht, dann würde ich versuchen ihm die Wut zu nehmen. Geht das nicht, dann würde ich nur kurz und knapp antworten mit z. B. ok, ist gut, bis später u s w.
      Genau so ist es mit der Zahnbürste, er hat sie nicht geladen, dann ist das so. Vielleicht vergisst er das nächste mal nicht sie auf die Ladung zu stellen.
      MfG Gilfy :saint:
    • JANELLA

      Also zuerst: es ist ja nichts organisches, nicht die Nieren, nicht die Blase. Das haben wir ja bereits geklärt. Laut Aussage des Arztes leert er seine Blase nicht richtig, deswegen ja das Toilettentraining.

      Und zum Rest: du hast Recht, es ist schwer, manchmal einfach nichts zu sagen.

      Ich bin nicht perfekt und durchaus lernfähig, daher nehme ich eure Ratschläge gerne an.


      GILFY

      Dass das Einnässen psychisch bedingt ist, wäre möglich. Da er aber weder mit mir noch mit anderen aus unserem Umfeld spricht, erhoffe ich mir viel von der Beratungsstelle. Er nimmt dort Termine alleine wahr. Das möchte er so und das respektiere ich auch. Dort kann er sicher sein, dass er über alles reden kann und ich das nicht erfahre. Manchmal erzählt er was, zb wenn sie ihm Tips für etwas gibt.

      Wie in meinem ersten Post erwähnt hat der kleine Mann schon einiges erlebt. Und hinzukommen all die Dinge, die einen im Laufe des Lebens so dazu kommen.

      Also Geduld wahren und dran bleiben. Mir sind eure Ratschläge nicht neu, aber ich muss gestehen, dass ich sie manchmal einfach vergesse. Ich muss einfach wieder daran erinnert werden.
      Man will ja einfach alles richtig machen. Doch so manches Mal ist die Geduld nicht da.

      Alles nicht so einfach, aber eben nicht unmöglich.
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst und ich weiß auch, das du die meisten Vorschläge kennst und versuchst so gut du kannst, sie umzusetzen. Auch weiß ich, das aussenstehende leicht sagen können, das du Geduld haben musst und nicht fragen, wo du die Kraft immer hernehmen kannst, da ich das selber durch habe. Auch weiß ich, das es nervt, immer das gleiche zu hören zu bekommen. Aber leider ist es so, und wir alle hier können dir nur mit Worten Hilfe zukommen lassen. Manchmal hilft es aber einfach mal mehr, wenn du in den Arm genommen wirst von einer Freundin oder so.

      Du musst aber auch auf dich achten, denn wenn du nicht fitt bist, nicht mehr kannst, kannst du auch nicht für deinen Sohn da sein und ihm die Unterstützung geben, die er braucht. Es ist nun mal so, das Kinder die an ADHS leiden, doppelt so viel Aufmerksamkeit brauchen , als Kinder die kein ADHS brauchen.

      Ich weiß das du dein bestes gibst, die Zeit spielt für euch. Auch wenn du es nicht glauben kannst, jetzt vielleicht noch nicht, aber ihr werdet es schaffen!!!
      MfG Gilfy :saint:
    • Danke für diese Worte. Das tut mir wirklich gut. Manchmal bringt es einen auch weiter, einfach mal darüber zu reden - und eben am besten mit Menschen, die es nachempfinden können. Ich fühle mich jetzt schon wieder deutlich entspannter und gelassener.

      Man saugt als Mutter alles in sich auf und irgendwann passt nichts mehr rein. Da braucht es jemanden, der den Schwamm ausdrückt.

      Danke, danke, danke.
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • Hallo Evelyn,

      ich denke auch, dass das "Grinsen" eine Schutzreaktion ist, damit Ihr Sohn besser mit den Dingen umgehen kann, die ihn selbst belasten. Ich bin mir sicher, dass er selbst unter dem Einnässen leidet und dass er sich insgeheim schämt und vermutlich auch wütend auf sich selbst ist. Nehmen wir nun noch die beginnende Pubertät hinzu, passt es sehr gut zusammen, dass Ihr Sohn sich nicht "schwach" und "verletzlich" zeigen will, sondern einen auf "cool" macht, um zu verbergen, wie es ihm tatsächlich geht. Und auch ein Nachsitzen-müssen ist sicherlich nichts, worauf er stolz ist.

      Ich denke, dass es sehr wichtig und sicherlich langfristig hilfreich ist, wenn Sie selbst hier mit gutem Beispiel als Vorbild vorangehen und offen kommunizieren. D.h. dass Sie kommunizieren, dass Sie sich Sorgen machen, dass gewisse Dinge Sie ärgern und auch wütend machen, weil Sie sich nicht ernst genommen fühlen usw.

      Da Sie selbst im sozialen Bereich tätig sind und mit Jugendlichen arbeiten, wäre vielleicht der Ansatz von Ben Furman für Sie interessant. Er hat das Buch geschrieben "Ich schaffs." Und diesen Ansatz gibt es auch für Jugendliche mit dem Buchtitel "Ich schaffs - Cool ans Ziel" von den systemischen Beratern Hegemann und Bauer.

      Da Ihr Sohn immer noch einnässt, würde ich nochmal zum Arzt gehen und vielleicht ist es hier auch sinnvoll, eine weitere ärztliche Meinung einzuholen, wenn der erste Arzt nicht weiterhelfen konnte.

      Es ist nicht ungewöhnlich, sondern kommt sogar häufig vor, dass ADHSler einnässen und viele sogar tagsüber, wenn sie sehr vertieft sind, in das, was sie gerade tun. Ihrem Sohn zu verbieten, etwas zu trinken, ist sicherlich eine Möglichkeit, dass sich das Einnässen reduziert, doch eigentlich ist es wichtig, etwas trinken zu dürfen, wenn man Durst verspürt.
      Der Körper bildet ständig Urin, am Tag und in der Nacht. Damit man nicht mehrmals in der Nacht aufstehen muss, um seine Blase zu entleeren, produziert der Körper während des Schlafes einen bestimmten Stoff, das Vasopressin. Dieser Stoff bewirkt, dass die Urinproduktion in der Nacht herabgesetzt wird und die Blase nicht zu voll wird. Bei manchen Kindern klappt das nicht und sie nässen dennoch ein, weil die körpereigene Bildung des Vasopressins sich verzögert entwickelt bzw. weil es zu wenig gebildet wird. Die Folge ist, dass diese Kinder nachts genauso oft auf die Toilette müssen wie tagsüber, es aber im Schlaf nicht merken und durch den Druck in der überfüllten Blase nicht aufwachen, weil sie einfach zu tief schlafen.
      Toilettentraining ist sicherlich ein guter Weg, um dem Einnässen gegenzuwirken. Es kann aber auch hilfreich sein, es mit Homöopathie zu probieren. Und es gibt ebenso Medikamente, die dem Vasopressin nachempfunden sind und damit die Urinbildung in der Nacht reduzieren.

      Mit der Vergesslichkeit und Zestreutheit Ihres Sohnes umzugehen, ist sicherlich nicht immer leicht, aber sehr typisch für die Pubertät. Hier hilft Geduld und auch eine ordentliche Prise Humor. Ich finde es z.B. sehr gut, dass Sie seine elektrische Zahnbürste NICHT für ihn auf die Ladestation gestellt haben, sondern ihn die Konsequenz seiner Vergesslichkeit haben spüren und erleben lassen. So kann ein Lerneffekt eintreten. Wenn Sie stets die Verantwortung für ihn übernehmen, hat er keinen Grund, an sich zu arbeiten und etwas zu verändern.

      Alles Gute!
      Klara
    • Hallo Klara,

      Sie bestätigen mich mit ihrer Antwort in dem, was ich bereits als "neuen Versuch" angestrebt und teilweise schon umgesetzt habe. Ich habe in der Vergangenheit gelegentlich schon über meine Gefühle im Zusammenhang mit seinem Verhalten gesprochen. Doch so manches Mal habe ich daran gezweifelt, dass es richtig ist, da er doch noch ein Kind ist. Ich war mir nicht sicher, ob er mich versteht bzw es auch richtig versteht. Ja, in meinem Beruf komme ich öfter in diese Situation, aber das sind eben nicht meine Kinder. Da ist es irgendwie anders.

      Ein Beispiel aus unserem Alltag:
      Gestern kam mein Sohn nicht "pünktlich" nach Hause. Ich kenne seine Fahrzeiten und weiß, wann er Schulschluss hat. Da er auch 15 Minuten später nicht da war, habe ich bereits angenommen, dass er gemeinsam mit einem Mitschüler gelaufen und den Rest dann gefahren ist. Das macht er gelegentlich. Grundsätzlich ist das auch kein Problem. Aber ich weiß natürlich nicht, wann die beiden gemeinsam gehen und mache mir somit jede weitere vergangene Minute mehr Sorgen. Er hat ein Handy, er kann kurz anrufen und Bescheid geben. Dann ist alles in Ordnung. Das macht er nur leider eigentlich nie. Als er endlich zu Hause war (übrigens mit schlechtem Gewissen), habe ich ihm gesagt, dass ich mir Sorgen gemacht habe und er bitte beim nächsten Mal einfach anrufen soll. Ich hoffe, es klappt (bald). Denn dieses Gespräch haben wir schon öfter gehabt.


      Die Erläuterung zum Einnässen ist mir zum Teil neu. Ich habe nichts davon gewusst, dass ADHSler davon häufiger betroffen sind. Tagsüber nässt er übrigens nur noch sehr selten ein. Da hat er gute Fortschritte gemacht (die ich im übrigen auch unserem Belohnungssystem zuschreiben ;) ) .
      Auch der biologische Aspekt ist mir neu. Aber danke für die Info, ich werde mich mal schlau machen.

      Und ich werde zusehen, dass ich ruhiger bleibe, wenn er so vor sich hingrinst. Bisher hat mich das doch oft aufgeregt *schäm*. Vielleicht schaffen wir ja, die Ursachen zu ergründen.

      PS.: das Nachsitzen fand er total doof. Zum einen konnte er so nicht an seiner Schach-AG teilnehmen und auch die Umstände, dass er (und die anderen) dem Unterricht einer anderen Klasse beiwohnen mussten, fand er schlimm. Denn sie mussten selbst eigenständig Aufgaben erfüllen, die auch benotet werden, während der Unterricht in Gang war. Hoffentlich war es ihm eine Leere. :S
      °° Schwierig bedeutet nicht unmöglich °°
    • ich habe damals an gewisse Elterntraining teil genommen. Diese Kurse gingen darüber, wie man mit einen ADHS Kind besser umgehen kann. Unter anderem wurde uns da nahe gelegt, in der " ich " Form mit dem Kind zu sprechen, da die Kinder das besser aufnehmen können sollen und sich somit leichte in die Person hintersetzen können. Vielleicht magst du das ja mal brobieren!
      MfG Gilfy :saint: