Ist ADS/ADHS eine Modeerscheinung?

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    • viele Köche verderben den Brei! Schon mal was davon gehört?

      Ergotherapie, Psychotherapie, Familientherapie / Familienberatung, Tagesgruppen oder gar Stationäre Einrichtungen für ADHS Kinder und auch Elterntrainig mit Zertifikate, all das hat uns nichts gebracht, also müssen sie mir schon verzeihen, das ich da mal so gar kein Vertrauen mehr zu habe. Für mich als Mutter waren das und sind es bis heute, alles nur Lügen. Auch die Einrichtung hat injeder Hinsicht versagt.
      Ich weiß, sie kennen meine und die Geschichte meines heute erwachsenen Sohnes nicht, wie auch! Aber soviel kann ich ihnen sagen, das was wichtig ist, bekommen diese Kids nicht beigebracht, Ärzte haben einen kleinen Fehler gemacht und die Zukunft meines Sohnes war dahin. In zwei Wochen wirder 23 Jahre alt, ist nicht lebensfähig in einer Gruppe, Familie oder ähnliches. Drogen, Alkohol kommt gut zu sehr schwerer ADS, Hyperaktiv ist er heute nicht mehr.
      Seit einigen Wochen führe ich keinen Kontakt mehr zu ihm, da er jedesmal ausrasstet, brüllt, egal ob von Angesicht zu Angesicht oder am Telefon. Dennoch vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke.
      Er macht die ganze Familie kaputt. Hätte ich vor 14 Jahren nur geahnt, was dieses Heim mit Therapie für Folgen hat, hätte ich ihn da nie mal hingegeben. Was soll ich sagen? Das liebe Jugendamt konnte es uns schön reden und nach 3 Jahren sollte er wieder Heim kommen, alles lügen.
      MfG Gilfy :saint:
    • Das hört sich in der Tat nicht gut an.

      Ich weiß, das ist jetzt vielleicht kein Trost, aber:
      Vor 14 Jahren war das Fachwissen zum Thema häufig rudimentär, jeder machte je nach eigener Einstellung eigene Empfehlungen.
      Ich kann mich da an Diätpläne erinnern, wo der Verzicht auf Phosphor oder andere Bestandteile Heilung versprechen sollte.
      Auch gab es Zeiten, da war Ergotherapie quasi eine "eierlegende Wollmilchsau" gegen alles, was "nicht stimmte".

      Wenn bei Ihrem Sohn der "Zirkus" im Alter von 9 Jahren begonnen hat (wenn meine Rechnung stimmt), dann müssen sich maßgebliche Leute aus der Zeit davor (Kindergarten, erste Grundschuljahre) eigentlich die Frage gefallen lassen, wieso da niemandem etwas aufgefallen ist.
      Im Alter von 9 sind dann einfach viele Dinge schon so verfestigt, dass es schwierig ist, da ohne Weiteres eine Richtungsänderung einzuleiten.
      Wenn dann noch so etwas wie Pubertät dazu kommt, wird es auch nicht leichter - im Gegenteil.

      Eltern in so einem Fall dafür in die Verantwortung zu nehmen, finde ich auch extrem ungünstig.
      Sie sind nun mal zwangsläufig befangen und häufig dauert es sehr lange, bis der Leidensdruck so hoch ist, dass sie von sich aus Hilfe suchen.
      Gerade auch deshalb sind Dritte, die da einen Blick auf das Kind haben, wichtig.
    • ich habe weiter oben bereits erwähnt, das mir im Kleinkindalter schon aufgefallen ist, das mit dem Jungen etwas nicht stimmt. Als Stephan 4 Jahre alt war, bin ich mit ihm zum Kindersychologen, ohne Erfolg. Als er dann mit 7 Jahren zur Schule kam, kam irgendwann sein Lehrer auf mich zu und fragte mich, warum er dem Kind kein Lesen beigebracht bekommt. In den ganzen Jahren dazwischen bin ich mit dem Kind von Arzt zu Arzt, Ergo, Frühvörderung, Vorschule Sprachtherapie und und und. Keiner hat mir geholfen. Dann musste er die 1te Klasse wiederholen und war schon 8 Jahre alt. Es verging noch ein ganzes Jahr, bis endlich mein Hausarzt mich auf Stephan ansprach, und das nur weil sein Junge mit meinem in der selben Klasse war. Erst da haben wir dann Hilfe bekommen. Stephan musste darauf hin für 4, 5 Monate in ein Kind und Jugendsychatrie Klinik. Als er dort entlassen wurde, wurde verschlammt im Arztbericht zu erwähnen, das er Medikamente braucht. Damals wuste ich das aber nicht, also ist er sein Leben lang ohne geblieben, wobei er sie dringend gebraucht hätte. Brüllen, schreien, zerstören, schlagen ( auch mich ) , prügeln, keine Regel einhalten, machen was er wollte u.s.w. Das volle Programm.
      Konzentration und alles andere was dazu gehört, =0.

      Heute ist es leider so wie es ist, ich kann es nicht mehr ändern. Schade nur um das verlorene Leben.
      Mein Vertrauen ist jedenfalls hin.


      Dazu kommt, das ich erst im letzten Monat die Erfahrung einer falschen Diagnose ADHS erleben musste, bei meinem zweiten Sohn ( 9 Jahre ). Sie können mir glauben, das ich ganz genau weiß, was ADHS ist, bedeutet für die Familie und was das mit sich bringt. Mein Kleiner hat ganz sicher kein ADHS. Das können sie in der Rubrik Hochbegabung nachlesen.

      Ich für meinen Teil bin damit durch, auch was das Vertrauen zu Ärten und co angeht.
      MfG Gilfy :saint:
    • Ich kenne mich mit ADHS nun gar nicht aus. Wenn es aber so ist, dass Bernd aufgrund seiner Erfahrung gut einschätzen kann, ob dies bei einem Kind Thema ist, halte ich es nur für gut, denn damit kann vielleicht einigen Familien frühzeitig geholfen werden. Und sei es nur, dass sie vermehrt ein Auge drauf haben und es weiter beobachten oder statt fünf Ärzte durch gleich zu einem gehen, der sich damit etwas besser auskennt.
      Herzliche Grüße
      Manuela :)
    • Hallo,

      ich finde es wichtig, dass sich auch Berufsgruppen wie Erzieher/innen und Lehrer/innen in Sachen ADHS fortbilden und schulen lassen. Und ADHS gibt es tatsächlich, das stelle ich nicht in Frage. Und das es wichtig ist, dass Betroffene gut betreut werden, steht ebenfalls außer Frage.

      Fakt ist, dass nicht jedes Kind, bei dem ADHS diagnostiziert wird, auch ADHS hat. Es gibt, wie Bernd schon ausreichend beschrieben hat, viele andere Faktoren, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen (können). Bei einem auffälligen Kind, dass nicht einfach nur brav und still ist und funktioniert, wie man das gerne hätte, ADHS zu vermuten, ist sicherlich kein sinnvoller Weg und die Gefahr ist groß, dass wir Menschen, die aus dem Rahmen fallen, "künstlich" durch Psychopharmaka zum "Funktionieren" im Sinne von "nicht mehr stören" bringen. Und die Statistiken zeigen einfach, dass der Verkauf von ADHS-Präparaten in den letzten Jahren eklatant zugenommen hat.

      Kinder können auch "Symptomträger" sein, aber die Ursache für das Auffallen ist etwas ganz anderes. Aber dieser Ansatz ist für viele einfach auch unangenehm, denn es ist einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt sich auch selbst und das Umfeld kritisch zu reflektieren.

      Klara
    • du hast ja sooo Recht Klara

      Es ist sehr leicht auf andere zu zeigen.
      Freunde ziehen sich zurück, Eltern verbieten ihre Kinder mit dem ADHS Kind zu spielen, es wird böse getratscht und gelässtert, schau die können ihr Kind nicht erziehen, die sind asozial u.u.u.!

      Das sind Erfahrungen die meine Großen und ich machen mussten. Echt schlimm.

      Ich kann echt nur allen Eltern raten, die ein sogenanntes " auffälliges Kind " haben, nach den Ursachen suchen zu lassen, bevor sie sich mit der Diagnose ADHS abvertigen lassen.



      Wir alle wissen das es ADHS gibt und das so ziemlich jedes Kind mit dieser Diagnose abgefertigt wird, egal ob es stimmt oder nicht.
      Ich frage mich eigentlich, was man dagegen tun kann? Mit dagegen meine ich : wie bekommen Lehrer und Erzieher den richtigen Umgang mit aufgeweckten, munteren, lauten Kindern hin? Früher ging das auch und es wurde nicht jedes Kind zum Sychologen geschickt, nur weil es mal zappelt, laut ist, aufgeweckt und so weiter.
      Warum kann heuter keiner mehr mit ( für mich , normalen Kindern ) umgehen?
      MfG Gilfy :saint:
    • Hallo Gilfy,

      ich finde diese Entwicklung auch sehr tragisch und frage mich diese Dinge auch. Warum stempelt man so schnell ab, warum wird so schnell verurteilt, kategorisiert und auch stigmatisiert... ?!

      Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit unserem Zeitgeist zu tun hat: höher, schneller, weiter, mehr - und vor allem schneller und mehr! Unsere Welt ist tatsächlich schnell geworden und hier leisten die so genannten neuen Medien ihren Beitrag. Die Arbeitsdichte ist deutlich gestiegen und in diesem "Hamsterrad" scheinen viele notgedrungen zu Einzelkämpfern zu werden, der Stress verursacht "Tunnelblick" und man ist so beschäftigt mit sich und damit, selbst zu funktionieren und mit dem Druck und Stress einigermaßen zurecht zu kommen, dass Störungen als sehr unangenehm empfunden werden und als lästige "Zeitfresser", die eben wiederum weiteren Stress auslösen. Und dann wird ganz schnell verurteilt und abgelehnt und gefordert, dass der/ die andere bitte funktionieren soll. Das Lästern über andere, das mit dem Finger auf andere zeigen lenkt von den eigenen Schwierigkeiten ab oder hilft sogar, seine eigenen Probleme als weniger tragisch zu empfinden, denn "die anderen" sind ja noch viel schlimmer....
      Dazu kommt, dass auch in den Schulen der (Lesitungs-)Druck gestiegen ist, dass die Klassen oftmals dazu auch größer sind als noch vor wenigen Jahren und dies verhindert, dass sich Lehrer wirklich Zeit nehmen können für die ihnen anvertrauten Kinder. Unter solchen Rahmenbedingungen bleiben dann schnell das Verständnis und die Empathie auf der Strecke.... Das ist so meine Theorie....

      Ich kann zum Wohle der eigenen Kinder ebenfalls nur raten, in Ruhe abklären zu lassen, ob bei auffälligem Verhalten tatsächlich ADHS vorliegt und sich nicht vorschnell abspeisen zu lassen. Und dann gilt es, die eigenen Kinder darin zu stärken, nicht so viel auf die Meinung der anderen zu geben... nach dem Motto "Lass die Leute reden", denn die, die über andere reden, werden immer einen Grund dafür finden, so angepasst man auch ist und so viel Mühe wie man sich auch geben mag.

      Klara