Trennung - Was bedeutet "Im Sinne des Kindes"?

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    • Trennung - Was bedeutet "Im Sinne des Kindes"?

      Hallo,
      ich bin einer der Väter, der sein Kind gern um sich hat, 85% des Unterhaltes nach der Düsseldorfer Tabelle zahlt und am Rande zur Arbeitslosigkeit steht. Diese wird durch die Forderungen des Jugendamtes auf 100% beschleunigt - denn kein Geld-keine Fahrzeugreparatur-keine Fortbewegungsmöglichkeit zum Abholen mehr.
      Was ist nun im "Sinne des Kindes"? - der regelmäßige physische Kontakt 3-4 Nachmittage mit Übernachtungen in der Woche oder die 100% wo dann 6 Tage/Wo gearbeitet werden muss?

      Ich würde dies gern aus privater und psychologischer Sicht betrachten.
      Vielen Dank im Voraus für die Reaktionen

      ein Vater, der sein Kind weiter sehen möchte
    • Im Sinne des Kindes ist all jenes, wo das Kind mit beiden Elternteilen guten Kontakt aufbauen kann und sich in keinem Loyalitätskonflikt befindet, würde ich ad hoc meinen. :)

      (Das Kind ist/war 3-4 Tage samt Übernachten bei dir? Warum ist dann der Unterhalt so hoch, das müsste doch gegengerechnet werden?! Ich bin nicht getrennt, aber im Umfeld ist meine Erfahrung: Jene Familien funktionieren nach einer Trennung am besten, in denen Wechselmodelle gelebt werden.)
    • Hallo,
      das geht ja rein Erwerbsmäßig nicht. Bei mir sind es die Arbeitszeiten, die Hindern. Die Einrichtung hat nur von 08:00 bis 17:00 Uhr auf und irgendwann will mich mein Arbeitgeber sehen. Bisher hatte ich sie morgens gebracht. Wenn ich sie nun jeden Abend gegen 19:00 Uhr von der Mutter abhole und morgens bringen würde - wie geht ein Kind damit um? Zu 17:00 Uhr abholen geht aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht oder ich werde Arbeitslos - nur dann gibt es irgendwann in naher Zeit kein Fahrzeug (sh.o.) mehr.
    • Da spielt unabhängig von der Trennung die Dynamik "Arbeit - Kindererziehung" rein. :( Das Arbeitsleben ist auf Familien nicht ausgerichtet, das Betreuungssystem zu wenig flexibel. Die Normarbeitszeit (Vollzeit) bedingt, dass man seine Kinder viel zu wenig sieht und auch organisatorisch in Stress kommt (Betreuungseinrichtungen haben nicht entsprechend geöffnet). Reduzieren geht in vielen Fällen nicht, weshalb es immer noch viel so ist, dass die Frau zwangsläufig reduziert, der Mann verdient und die Kinder kaum sieht. Wir haben aus diesem Grund vor ein paar Jahren bewusst einen anderen Weg eingeschlagen, auch wenn das mit (finanziellen) Einbußen verbunden ist: mein Mann hat sich umorientiert und selbständig gemacht, um 50 % der Kinderbetreuung zu übernehmen. Damit sind wir mehr oder weniger ein Unikum...

      Im Prinzip ist es doch so: Die Vereinbarkeit Beruf-Familie orientiert sich immer noch an einem Modell, in dem die Frau daheim und freigespielt ist und zusätzlich eine große Familie vorhanden ist, die Betreuung übernimmt. Diese Dinge haben sich aber verändert, Kinderbetreuungs- und Arbeitsmöglichkeiten aber nicht...
    • Klar ist es schön, von zu Hause arbeiten zu können oder ein HomeOffice gestellt zu bekommen. Wenn der Arbeitgeber aber nicht mitmacht? Ich würde es gern machen. AG zahlt auch weniger Miete dann. Dani - und in welchem Bereich seit ihr nun tätig?
      Warum muss ich als Vater immer büßen, in dem ich das Kind auf Grund von Arbeitszeit weniger sehen darf?

      Nun das ist die Seite der Erwachsenen - wie sieht die Seite des Kindes aus (unabhängig davon, dass es sich eh schon besch… fühlt, das ein Elternteil abends kaum zu sehen bekommt), wenn es den bis dahin gewohnten Zeitrahmen noch mehr gekürzt bekommt, nur weil das JuA den vollen Betrag gezahlt sehen will?
      Was ist nun wichtiger: der Kontakt zum Kinde mit 1/4 weniger Unterhalt oder der volle Unterhalt?

      RS
    • Ja, das ist ja die Krux, dass Arbeitgeber die Möglichkeit zum Homeoffice nicht einräumen, auch wenn sie theoretisch bestünde. :( Tut mir echt leid, dass es bei dir nicht möglich ist. :(

      Zu deiner Frage: Vom Bauch her würde ich sagen: "Der Kontakt ist wichtiger als 1/4 mehr Alimente". Die meisten Kinder (nicht nur die geschiedener Eltern) würden wohl "weniger Geld, dafür mehr Mama/Papa" wählen, wenn sie könnten... Ein Auskommen muss man haben (also finanziell über die Runden kommen), aber darüber hinaus ist "Zeit" immer wichtiger als "Geld"... Eine Ansicht, die dir aber leider wenig hilft, nachdem der Staat über die Berechnung des Unterhalts entscheidet! :( Eine Einigung mit der Mutter i.S.d. Kindes (also Unterhalt herabsetzen, dafür mehr Betreuungszeit deinerseits) ist ausgeschlossen?