Vater nimmt Umgang nicht mehr wahr

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    • Vater nimmt Umgang nicht mehr wahr

      Hallo zusammen,
      mein 9 jähriger Sohn hat seit bald 3 Monaten seinen Vater nicht mehr gesehen. Der Kindsvater war schon immer sehr unzuverlässig was den Kontakt zum Kind betrifft. Nur jetzt nimmt mein Kind es zum ersten mal richtig wahr. Der Vater reagiert auf keinen Kontaktversuch von meinem Kleinen. Ich habe meinem Sohn bereits erklärt, dass es nichts mit ihm zu tun hat. Trotzdem fühlt er sich verständlicherweise abgelehnt und stellt Fragen wie mag mich der Papa nicht mehr? Wie kann ich ihm helfen? Ich weiß wirklich nicht was ich ihm sagen soll ohne ihn zusätzlich zu belasten. Ein Vater der nicht will, da kann man nichts machen - Kann ja nicht erzwungen werden. Nur so direkt will ich es meinem Sohn nicht sagen, er soll sich seine eigenes Bild von seinem Vater machen. Mein Sohn kommt immer wieder und will anrufen e.t.c. Bis dato hab ich das immer unterstützt, nur merke ich das Kind wird immer verzweifelter. Mir tut echt leid, dass er es so auf sich bezieht.
      Bin dankbar für jeden Ratschlag :S
    • Hallo Aquana,

      zuerst einmal ein herzliches Willkommen!

      Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie in dieser Situation Ihren Sohn gerne schützen wollen. Es ist schlichtweg bitter und zutiefst verletzend, wenn der eigene Vater jegliche Kontaktversuche seines eigenen Kindes ignoriert.
      Und es ist absolut menschlich, dass Ihr Sohn das persönlich nimmt. Wer würde solch ein Verhalten nicht persönlich nehmen? Deshalb denke ich, dass Sie hier Ihren Sohn auch nicht schützen können, sondern mit offenen Karten spielen sollten. Ihr Sohn wird sich dennoch sein eigenes Bild machen, auch wenn Sie ihm Ihre Meinung sagen, wie Sie selbst diese Situation und das Verhalten des Kindsvaters empfinden. Sie dürfen Ihrem Sohn durchaus sagen, dass Sie selbst auch enttäuscht sind und dass Sie versuchen, das alles aber nicht persönlich zu nehmen, weil sich nichts ändert, wenn Sie sich gekränkt fühlen.

      Warum haben Sie sich denn von dem Vater Ihres Kindes getrennt? Und seit wann ist der Kontakt nun abgebrochen? Gab es einen Vorfall, nachdem Ihr Expartner den Kontakt abgebrochen hat oder ist das einfach so passiert, ohne dass Sie eine Erklärung haben? Wie alt sind Sie und Ihr Partner? War Ihr Sohn ein Wunschkind für Sie beide?

      Fragen über Fragen...

      Ich freue mich auf Ihre Antwort.


      Klara
    • Herzlich willkommen

      Sie könnten aber auch versuchen mit dem Kindsvater zu sprechen, ihn zu fragen warum er so reagiert und ihn bitten mit dem Jungen zu sprechen. Vielleicht gibt es berufliche Gründe oder anderes, das kann aber nur der Vater selbst mit dem Jungen klären. Ich würde zu ihm fahren und mit ihm direkt sprechen,da er so nicht ausweichen kann.
      MfG Gilfy :saint:
    • Erstmal danke für das Willkommen und die schnellen Antworten.

      Mein Sohn war eine Überraschung ;) Aber wir haben uns gemeinsam gegen eine Abtreibung für das Kind entschieden. Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher ob er nur seinen "Mann" stehen wollte. Damals wohnten wir noch getrennt und es war seine Initiative, dass wir schnellstmöglich zusammenziehen. Das war ihm sehr wichtig.

      Also ich bin 31 und der Vater ist 33. Wir sind getrennt seit 8 Jahren. Insgesamt waren wir drei Jahre zusammen von denen wir 2 gemeinsam gewohnt haben. Ich habe das alleinige Sorgerecht.
      Es gab ziemlich viele Konflikte zwischen uns, letztendlich war aber Fremdgehen seinerseits und Handgreiflichkeit mir gegenüber der Hauptgrund. Nach der Trennung ist der Vater erstmal beruflich ins Ausland für 1 Jahr. Da die Spannung zwischen uns enorm war, hat die Distanz uns sehr gut getan. Wir haben immer geskypt und sogar den Vater einmal in Barcelona besucht. Und zum Geburtstag des Kleinen ist er auch nach Deutschland gekommen. Es ist bis heute kein Problem innerhalb der Familie gemeinsam Geburtstag, Feste zu feiern. Darüberhinaus Leben wir klar in allen Bereichen getrennt. Keine gemeinsamen Unternehmungen oder ähnliches. Der Vater ist sehr zuverlässig mit dem Unterhalt.Als er nach Deutschland zurückkam hat er versucht mir wieder nah zu kommen. Allerdings hatte ich bereits jemand anderen kennengelernt und war auch nicht bereit für eine neue Chance dafür war zuviel vorgefallen. In dem Zeitraum von 1-4 Lebensjahr von dem Kleinen hat der Vater immer Kontakt gehalten. Es kam vor das er Wochenenden absagte und es war nie möglich klare Umgangsregeln umzusetzen. Ich war aber zufrieden, weil unser Verhältnis war neutral, der Kleine konnte immer wieder seinen Vater sehen und ich finde das immer noch besser als Dauerkonflikte um das Kind. Also habe ich es akzeptiert. Was soll ich auch sonst machen wenn er absagt.
      Dann bin ich 120 km weggezogen mit meinem neuen Partner zusammen. In der Regel einmal im Monat hab ich den Kleinen zum Papa gefahren. Die Spirtkosten haben wir uns geteilt. Da kam es auch vor, dass es mal 2-3 Monate nicht zustande kam. Zwei Jahre später war meine neue Patchwork Familie gescheitert und ich hab mich entschlossen zurück in die Heimat zu ziehen ;)
    • Somit waren es nur noch 30 km Entfernung zwischen Vater und Kind. Bis zum 7 Lebensjahr war er ca. Einmal im Monat beim Papa.

      Dann kam die Situation das ich beruflich stark gefordert war. Ich habe das Gespräch zum Vater gesucht und wir haben uns darauf geeinigt, dass der Umgang 14 tägig stattfindet. Von Sa 14 Uhr bis So 17 Uhr. Ich finde, dass ist echt nicht viel. Mal ehrlich hat seinen ganzen Jahresurlaub für sich. Das hat 1 Jahr super funktioniert. Bis der Mist mit dem ständig absagen, verschieben anfing.
      Da war dann meine Haltung nicht mehr so neutral, weil eben ein 8 jähriger es ganz anders mitbekommt. Und es gab wieder häufiger Konflikte via WhatsApp. Irgendwann wurde mir das zu viel und ich hab das Jugendamt mit ins Boot geholt. Bei einem Gespräch dort konnte eine Regelung gefunden werden. Aber oh Wunder das hat 2 Monate gehalten und der Mist ging von vorne los. Ich hab zwischenzeitlich mich von der Wut verabschiedet und meinen Frieden gemacht mit der Situation. Mir und meinem Kind zuliebe. Bin beruflich kürzer getreten. Denn mein Kind hat sich dadurch echt verändert. Der Kleine zeigt halt sein verletzt sein in Form von Wut. Mir ist auch klar, dass dieses On- Off ein Spießroutenlauf für das Kind ist. Aber der Vater Check das nicht oder es ist ihm egal. Seit dem Drama ist mein Kind praktisch mein Schatten und würde am liebsten in mich reinkriechen.
      Trotzdem ist es bei all dem zum ersten mal vorgekommen, dass der Vater gar nicht reagiert. Ich muss dazu sagen er hat sich vor vor 5 Monaten getrennt weil sie ein Kind wollte und er nicht. Jetzt wohnt er 10min von uns mit dem Auto. Und er hat dem Kind ernsthaft gesagt das sie sich jetzt öfter sehen können. Haha!
    • Wir haben alles versucht: Anrufen, Anrufbeantworter drauf sprechen,wahtsapp und Sprachnachrichten. Briefe und direkt vorbeifahren. Ist nicht da oder macht nicht auf. Keine Reaktion. Er liest die Nachrichten in WhatsApp. Hab ihn auch gefragt ob es ihm schlecht geht oder er Schwierigkeiten hat. Nichts
      Mein kleiner hat bald Geburtstag er hat Angst, dass sein Papa nicht kommt und fragt sich ob er ihn überhaupt jemals wiedersieht. Warum sagt der Vater nicht einfach ich will kein Kontakt und gut ist. Ich finde sein Verhalten so feige. Auf mich wirkt es als würde er es darauf anlegen bis mir der Kragen platzt. Und ich ihm den Freifahrschein gebe. Ich hatte ihn in der Vergangenheit auch schon gefragt ob er den Kleinen überhaupt lieb hat und Kontakt will. Er meinte ja natürlich wie kommst du den darauf?

      Ernsthaft?! Na wie wohl!
    • Wenn er den Kontakt gar nicht erst zulässt, ist es natürlich schwer an ihn ranzukommen. Stellt sich die Frage warum das so ist. Vielleicht einfach mal ein paar Tage Ruhe lassen und dann nochmal versuchen. Aber halt nicht in die Ecke drängen, das ruft eventuell eine Trotzreaktion hervor. Einfach sagen was Du hier geschrieben hast: Der Sohn vermisst ihn, versucht vergeblich ihn zu erreichen, nimmt es persönlich und leidet darunter.
    • Hallo Aquana,

      da haben Sie ja mit dem Vater Ihres Sohnes eine sehr aufregende und auch aufreibende Zeit hinter sich. Und dazu noch Sie beide in neuen Beziehungen, die beide inzwischen gescheitert sind. Das kostet alles viel Kraft und wirbelt auch vieles durcheinander.

      Ich weiß nicht, wie oft Sie einander in Whats app schreiben. Ich weiß auch nicht, wie der Tonfall zwischen Ihnen ist.

      Doch es klingt für mich fast danach, dass Ihr ehemaliger Partner gerade einfach seine eigenen Probleme hat, mit sich selbst beschäftigt ist und vielleicht einfach etwas Zeit braucht. Je mehr Sie ihn bedrängen, umso mehr wird er sich zurückziehen. Druck zu machen, hilft nicht und verhärtet eher die "Fronten".

      Und Sie haben ja auch bereits sehr deutlich gemacht, wie wichtig Ihnen ein regelmäßiger Kontakt ist und dass Sie den Kindsvater gerne in die Pflicht nehmen möchten.
      Die Frage ist hier auch, was da für ein Signal ankommt: Ist es Ihnen wichtig, dass Ihr gemeinsamer Sohn seinen Vater sehen und Zeit mit ihm verbringen kann oder geht es Ihnen darum, dass Sie seine Unterstützung in der Erziehung und Betreuung brauchen, weil Sie das alleine nicht schaffen oder geht es auch ums Prinzip, weil er auch seinen Beitrag leisten soll?
      Was ist Ihre Motivation, wenn Sie ganz ehrlich mit sich selbst sind?

      Vielleicht fassen Sie das alles nochmal in einer in Ruhe formulierten Nachricht an ihn zusammen. Seien Sie ehrlich und teilen Sie auch mit, dass Sie seine Unterstützung und Hilfe brauchen. Teilen Sie mit, wie sehr Ihr gemeinsamer Sohn seinen Vater vermisst. Und schreiben Sie gerne auch, dass Sie sich freuen würden, wenn er sich meldet. Und dann lassen Sie erstmal Ruhe walten. ^^

      Ich wünsche Ihnen alles Gute und Geduld!

      Klara
    • Danke für die ausführliche und einfühlsame Antwort.
      Finde es sehr gut eine objektivere Perspektive zu bekommen.
      Also mittlerweile ist via WhatsApp alles sachlich, respektvoll. Gab aber auch andere Zeiten ;).

      Wirklich belastetend empfinde ich die Situation nur wenn mein Sohn leidet. In erster Linie wünsche ich mir Kontakt für das Kind.

      Zugeben muss ich, dass die Tatsache, dass der Vater wenn es ihm danach ist einfach die Verantwortung abgibt, als wäre er nur ein Onkel der kommen kann wann er Lust hat. Es wird sich nicht wechselseitig der Rücken freigehalten. Wenn es mir nicht gut geht muss ich eben dadurch. Mich stört einfach die Gleichgültigkeit für die Konsequenzen für den Kleinen.
      Bedürfnisse wie Freizeit haben, Ausschlafen, e.t.c. darum geht es nicht. Das Eltern getrennt sind ist schwer genug. Er hat nicht das Recht es noch schwerer für das Kind zu machen.

      Ich werde ihren Ratschlag beherzigen. Und einfach ehrlich und Vorwurfsfrei schreiben. Und ihn dann in Ruhe lassen.

      Dem Kleinen kann ich das gut erklären denke ich. Auch wenn es ihm schwer fallen wird ihn nicht zu kontaktieren.
    • Hallo Aquana,

      die Situation, in der Sie sich befinden, ist eine Herausforderung und alles andere als leicht, absolut. Dass Sie sich unfair behandelt und allein gelassen fühlen, ist mehr als verständlich.
      Und wenn man sich als Mutter allein gelassen fühlt vom Vater des Kindes, ist die Gefahr einfach groß, dass man dann beginnt, Druck zu machen, um die Verantwortungsübernahme, die man so sehr vermisst, einzufordern.

      Aber Sie wissen nicht, was wirklich los ist. Sie wissen nicht, wie es dem Kindsvater im Moment geht.Sie sehen und erleben gemeinsam mit Ihrem Sohn nur, dass er sich nicht so verhält, wie er das sollte.
      Ich habe da so die Fantasie, dass sich der Vater Ihres Kindes gar nicht aus der Verantwortung stehlen möchte, sondern womöglich in einer Depression steckt oder in einer schweren Lebenskrise.... und wenn dem so wäre, wäre er tatsächlich einfach momentan nicht in der Lage, sich zu kümmern, geschweige denn, mit Ihnen ins Gespräch zu gehen.

      Ich wünsche Ihnen, dass sich alles klärt und auflöst und Ihr Expartner es bald wieder schafft, sich zu melden und Sie zu unterstützen.

      Herzlichst
      Klara
    • Hallo Aquana,

      dass diese Situation nicht leicht ist für Ihren Sohn, ist absolut verständlich.

      Wichtig finde ich jedoch, sich zumindest als Erwachsene bewusst zu machen, dass es nur Spekulationen sind, die einen dann so verletzt und gekränkt fühlen lassen. Sie wissen ja vermutlich nach wie vor nicht, woran diese "Funkstille" liegt.
      Oder haben sich neue Infos ergeben?

      Vielleicht möchte Ihr Sohn seinem Vater einen Brief schreiben, in dem er ihm schreibt, wie es ihm geht und dass er ihn vermisst?!

      Ich drücke Ihnen und Ihrem Sohn ganz fest die Daumen, dass sich alles klären wird und der Vater sich wieder meldet.

      Klara