Reptilien für Anfänger und ab 10/11 Jahre

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    • Reptilien für Anfänger und ab 10/11 Jahre

      Mein Sohn wünscht sich ein "außergewöhnliches" Haustier. Am liebsten was Richtung Reptilien. Und am allerliebsten eine Schlange oder eine Vogelspinne.
      Mit beiden Vorschlägen kann ich mich nicht sooo recht anfreunden. Dennoch halte ich meinen Sohn für verantwortungsbewusst genug, sich um eine Tier zu kümmern. Ich beaufsichtige das Ganze natürlich etwas.

      Was für eine exotische Tierart wäre denn ab 10/11 Jahre geeignet? Oder hat jemand Erfahrung mit Spinnen und Schlangen für Anfänger und kann mir die vielleicht schmackhafter machen? Und denkt ihr, dass das Interesse in diesem Alter wirklich langfristig ist? Ich kenne meinen Sohn zwar, aber man weiß ja nie, wie es läuft. Ein paar Jahre wird so ein Tier ja doch leben.
    • Hallo Annike,

      es ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass Ihr Sohn gerne etwas "Außergewöhnliches" haben möchte. Wir leben in einer Konsumgesellschaft und in vielen Bereichen zeigt die Werbung und leben es ja auch wir Erwachsenen vor, dass wir "außergewöhnliche" Dinge besitzen wollen....weil sie angeblich "besser" sind, um uns abzugrenzen, um uns etwas zu "gönnen", um anders zu sein, um zu zeigen, dass man es sich leisten kann usw.
      Ich würde also zunächst klären, warum es so unbedingt etwas so "Außergewöhnliches" sein soll.

      Ich selbst hatte jahrelang Vogelspinnen und meine Tante Bart-Agamen, eine Freundin Leopardgeckos. Man unterschätzt schnell, insbesondere bei Echsen, dass eine artgerechte Haltung nicht so einfach ist und einiges braucht: geeignetes und vor allem aureichend großes Terrarium mit Heizung und evtl. Wärmelampe und passender Beleuchtung. Dann kommt dazu, dass Reptilien und auch Vogelspinnen (sofern es Spinnen-Weibchen sind, die Männchen werden nur ca. 2 Jahre alt), sehr alt werden können und die Frage ist, ob Ihr Sohn sich bewusst ist, dass er seine Vogelspinne dann mindestens 20 Jahre oder sogar länger versorgen und pflegen muss.

      Besonders wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Vogelspinnen und auch die meisten Echsen, die in Terrarien gehalten werden, Fleischfresser sind, die sich nicht wie Katzen und Hunde mit Dosenfutter zufrieden geben, sondern lebendige Futtertiere benötigen. Diese zu besorgen ist je nach Wohnort nicht so einfach und dann muss man das ja auch noch "übers Herz bringen", seiner Vogelspinne die lebendigen Grillen oder Heuschrecken vorzuwerfen.

      Je nach Art der Vogelspinne kann es auch sein, dass man sie gar nicht groß zu Gesicht bekommt, weil sie in einer Höhle lebt oder in einem dicken Gespinst an Spinnweben über der Erde. Es gibt Arten, die auf dem Boden, unterirdisch/ im Boden oder auf Bäumen leben. Und oft bewegen sie sich tagelang überhaupt nicht.

      Wenn es wirklich exotisch sein soll, wäre vielleicht ein Terrarium mit Gespenstschrecken (Gespenster-Heuschrecken) oder dem "Wandeldem Blatt" eine Alternative, also mit außergewöhnlichen und bizarr aussehenden Insekten.

      Herzlich
      Klara
    • Ich denke nicht, das überhaupt ein Kind sich dauerhaft um ein Haustier kümmert ohne das die Eltern dahinter stehen müssen. Spinnen , Reptilien, Schlangen, all solche Tiere, gehören meiner Meinung nach nicht in einen Haushalt, es sind keine Haustiere, sie sollten in der freien Natur leben und nicht im Glasbecken.
      Schlangen werden min 25 Jahre alt, das weiß ich da mein Bruder auch eine hat. Sie sind langweilig, liegen fast nur rum, sind keine Kuscheltiere und fressen Lebendfutter wie Mäuse, Hamster und so.
      Mit Spinnen kenne ich mich nicht so aus, aber auch die sind für Kinder nicht geeignet. Viele sind giftig. Stell dir mal vor , dein Sohn lässt sie in der Wohnung laufen! Ich würde u gehend ausziehen :)
      Sie werden mit Insekten gefüttert, die natürlich auch leben müssen da die Spinne nur lebend frisst. Bei Echsen ist es auch nicht viel anders! Lebende Insekten werden gefüttert, manche von ihnen werden richtig groß. Alle dieser aufgezählten Tiere brauchen Platz, eine Wärmelampe , ein Terrarium oder Glasbecken mit sicherem Deckel.
      Tut mir leid, aber schmackhaft machen kann ich es dir nicht!!!

      Die einzigen Haustiere die wirklich so richtig für Kinder geeignet sind ist, Hund, Katze, Degus und Meerschweinchen. Um diese können sie sich kümmern , natürlich mit Hilfe von den Eltern. Sie lassen sich anfassen , spielen kann man mit ihnen und man kann zu ihnen eine Bindung aufbauen.
      Kaninchen, Vögel, Hamster, Chinchilla und so weiter, sind für Kinder ungeeignet. Chinchilla sind reine Nachttiere so wie der Hamster auch. Vögel , ok man kann sie zähmen, aber ob ein Kind die Geduld dazuhat???!!!
      Kaninchen mögen nicht gestreichelt werden und wollen schon gar nicht umher getragen werden. Sie sind sehr empfindlich und leiden still.
      Die meisten Tiere mögen auch nicht alleine leben, sondern sollten mindestens zu zweit sein.
      MfG Gilfy :saint:
    • Hallo,

      zuerst einmal möchte ich mich bei GiIlfy für Ihre sehr offenen und ehrlichen Worte bedanken. Das ist ein klares Statement und Sie geben viele wichtigen Informationen und Denkimpulse. :)

      Reptilien und Spinnentiere zu halten, ist eine Herausforderung und die Frage ist in der Tat, ob solche Tiere überhaupt als Haustiere gehalten werden sollten. Es gibt sicherlich Liebhaber, die sich voller Hingabe um eine artgerechte Haltung bemühen und durch (Nach-)Zucht dazu beitragen, dass zumindest keine dieser Tiere mehr als Wildfänge im Handel landen. Für Kinder als Haustier geeignet sind sie eher nicht, aber zum Beobachten sind sie für Groß und Klein sehr interessant, auch oder gerade weil sie extrem lange bewegungslos verweilen können und damit so anders sind als wir Menschen.

      Tiere für Kinder finde ich auch ein schwieriges Thema, da Tiere grundsätzlich keine Spielzeuge und auch keine Kuscheltiere sind. Dennoch ist es wichtig, dass Kinder eben genau das lernen:
      • dass Tiere Lebenwesen mit individuellen Bedürfnissen sind
      • die Übernahme und das Erfahren von Verantwortung
      • Mitgefühl und Empathie entwickeln - oder wie Albert Schweitzer es beschrieb: "Ehrfurcht vor allem Leben"
      Im Grunde sollte die Überlegung grundsätzlich sein:
      Sind wir als gesamte Familie bereit, ein Haustier in unsere Familie aufzunehmen?

      Klara
    • Naja, so begeistert bin ich nicht von Spinnen. Sie sind mir aber lieber als Schlangen. Auch was die Haltungsbedingungen betrifft. Schlangen kann man, wie ich finde, kaum artgerecht halten. Ich hätte auch bei der Beachtung von Mindestmaßen immer ein schlechtes Gewissen. Die Anfängerschlangen soll man gut an Frostfutter gewöhnen können, trotzdem fände ich es nicht schön, da Ratten, Mäuse oder gar Kaninchebabys reinzulegen.

      Die Tendenz geht eher zur Spinne. Mein Sohn zeigt sich sehr engagiert. Er hat in den letzten Tagen alle erdenklichen Informationen zusammen getragen, weils gerade passte, auch ein Schulreferat zum Thema gehalten und kann alle Einwände meinerseits widerlegen. Es gibt ungiftige und sehr ruhige Spinnen, sie fressen "nur" Insekten und brauchen gar nicht so viel Platz, weil sie Lauerjäger sind und in ihrem Netz warten, bis das Futter vorbei kommt.

      Wir haben in unserer Nähe einen Reptilienkreis und ich habe mit dem Kontakt aufgenommen. Mein Sohn durfte da nun erstmal Mitglied werden und einmal in der Woche besucht er einen der Verantwortlichen, um ihn bei der Versorgung seiner Tiere zu helfe. So gewinne ich noch etwas Zeit. ;)
    • Hallo Annike,

      alle Vogelspinnen sind giftig, denn alle Vogelspinnen haben Fangzähne mit Giftdrüsen, allerdings sind sie vergleichbar mit Bienen oder Wespen, was die Stärke des Giftes angeht. Wie gesagt habe ich selbst auch über einige Jahre Vogelspinnen gehalten und habe mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

      Vogelspinnen brauchen in der Tat nicht so viel Platz, dennoch ist die richtige Temperatur des Terrariums für sie wichtig, da sie gewöhnlich aus tropischen Regionen stammen und auch die Art des Terrariums muss an die Spinnenart (grabende, auf dem Boden jagende, spinnende/ auf Bäumen lebende) angepasst werden.

      Alle Spinnen, auch Vogelspinnen brauchen lebendige Nahrung. Man kann sie allein mit Insekten füttern wie Heimchen, Grillen und Heuschrecken, auch Mehlwürmer sind möglich, aber dennoch müssen diese Insekten lebendig in das Terrarium gesetzt werden.

      Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte nun durch die Mitgliedschaft im Reptilienkreis weiter entwickelt.

      Klara
    • Vogelspinnen sind unterschiedlich giftig. Das Gift dient zur Betäubung und Vorverdauung ihrer Beutetiere. Tödlich wirkt es bei Menschen aber nicht - außer das Gift der Schwarzen Witwe, die man sich aber wohl kaum als Haustier hält.
      Grundsätzlich sind es keine Kuscheltiere, ist doch klar. Hat man Vogelspinnen nicht einfach nur zum Beobachten wie andere Exoten auch?
      Viele amerikanische Arten haben ein nur sehr schwaches Gift, aber dafür Brennhaare am Hinterteil, mit denen sie Feinde streifen. Bei anderen Arten aus Asien zum Beispiel gibt es diese Haare nicht, aber dafür ist das Gift stärker.
      Ich würde deshalb immer eine amerikanische Art bevorzugen und von denen nur eine sehr ruhige. Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne gehört z.B. dazu. Die kennt ihr bestimmt aus dem Fernsehen. Wegen ihrer Gutmütigkeit wird sie bei der Therapie von Spinnenphobien und in Filmen eingesetzt.

      Sollte es irgendwann soweit sein, dass dein Sohn wirklich eine bekommt, wird der Terrarienkreis euch sicher gut beraten.
      Herzliche Grüße
      Manuela :)
    • Genau, dass so eine Spinne nichts zum Kuscheln ist, sollte klar sein. Ist es uns auch. Darüber haben wir bereits miteinander gesprochen.
      Wir haben jetzt die Vereinbarung getroffen, dass wir es bis Herbst diesen Jahres so laufen lassen, dass Sohnemann den Mann mit den vielen Reptilien und Spinnen einmal in der Woche besucht. Zeigt er das Durchhaltevermögen und möchte in ein paar Monaten immer noch eine, dann wird er von ihm eine bekommen. Er macht es wirklich gut, erklärt viel und ich habe da ein gutes Gefühl bei.