Sollte man Mithilfe im Haushalt belohnen?

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    • Sollte man Mithilfe im Haushalt belohnen?

      Hallo,

      ich überlege gerade, ob ich Lena anbieten soll das wenn sie mehr im Haushalt hilft, dafür mehr Taschengeld bekommt, damit sie was zum sparen hat. (Sie selbst hat das übrigens vorgeschlagen!)
      Aber ich finde das vieles auch selbstverständlich sein sollte, wie Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, mal beim Kochen oder Staubsaugen helfen oder das eigene Zimmer sauber halten.
      Ich will auch nicht das sie ZU VIEL macht, denn schließlich ist sie noch klein und soll ihre Kindheit genießen.

      Welche Aufgaben würdet ihr "belohnen" und bei welchen würdet ihr auch sagen das das einfach zur Aufgabenteilung dazu gehört?
    • Hallo Marina,

      dass Kinder im Haushalt mithelfen, sollte zur Normalität gehören. Dies gehört zum Lern- und Entwicklungsprozess von Kindern dazu und sollte grundsätzlich nicht extra honoriert werden. Kinder lernen dadurch auch, dass jeder innerhalb einer Gemeinschaft (wie die Familie eine ist) seinen Teil beitragen muss.

      Die Frage, welche Aufgaben in welchem Alter übernommen werden sollen, ist natürlich immer eine individuelle Entscheidung und eine Gradwanderung. In der besonderen Situation und vor dem Hintergrund, dass Sie Lena beim Sparen unterstützen wollen, finde ich es in Ordnung, für die Erledigung von Aufgaben kleine Summen als Ergänzung zum Taschengeld zu zahlen. Ich würde dafür keine der regelmäßigen Aufgaben wählen, sondern honorieren, wenn sie zusätzliche Aufgaben übernimmt.

      Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, Zimmer in Ordnung halten und gelegentlich beim Kochen helfen sehe ich als selbstverständlich an und würde dafür kein Geld geben. Alles, was sie nicht regelmäßig macht und nicht zu ihren regelmäßigen Aufgaben gehört, könnte belohnt werden. Putzaufgaben in der Wohnung könnten da z.B. reinfallen.

      Vielleicht hat Lena ja selbst Ideen, was sie zusätzlich machen möchte, da sie ja die Idee eingebracht hat?

      Ich finde Ihre Bedenken, dass Lena nicht zu viel "arbeiten" sollte, wichtig. Das sollte beim Aushandeln immer auch mit bedacht werden. Allerdings glaube ich auch, dass Lena im Moment ja euphorisch wegen des Wunsches nach einem Smartphone ist. Vielleicht verliert sich der Ehrgeiz zu sparen auch wieder. Ich würde da die Entwicklung erst mal gelassen abwarten.



      Anne
    • Umgang mit Geld und Wünschen lernen

      Hallo Marina,

      ich finde Ihre Überlegung verständlich und den Vorschlag Ihrer Tochter, sich mit einem Mehr an Hausarbeit einen Bonus an Taschengeld zu verdienen, sehr rührend. Schließlich ist es in so jungen Jahren schwierig, selbst Geld zu verdienen und da liegt dieser Gedankengang einfach nahe.
      Mir geht es allerdings auch so, dass ich dazu tendiere zu sagen, dass eine Mithilfe im Haushalt im Grunde "selbstverständlich" sein sollte. Hier kommt unser Wertesystem, unsere Moralvorstellung für ein harmonisches und wertschätzendes Miteinander zum Zuge.

      Ich weiß leider nicht mehr, wie alt Ihre Tochter momentan genau ist....
      denn ich frage mich, ob es für Sie eine Überlegung sein könnte, allgemein über die Höhe des Taschengelds Ihrer Tochter nachzudenken. Wie wäre es, Ihrer Tochter vorzuschlagen, dass sie mehr Taschengeld bekommt, sich dafür aber besondere Wünsche wie Smartphone, besondere Kleidung usw. selbst erfüllen muss? Hierzu müßten Sie selbst überschlagen, wie viel Geld Sie für besondere Wünsche Ihrer Tochter ausgeben und dies entsprechend auf das Taschengeld umlegen.
      Auf diese Weise könnten Sie einen interessanten und wichtigen Lerneffekt erzielen, der über den aktuellen Smartphonewunsch hinausgeht, denn dann müßte sich Ihre Tochter auch bei zukünftigen Wünschen gut überlegen, wie dringlich diese sind.

      Ich bin gespannt, wie Ihre Geschichte weitergeht!

      Ihre Klara
    • Anne schrieb:

      Ich finde Ihre Bedenken, dass Lena nicht zu viel "arbeiten" sollte, wichtig. Das sollte beim Aushandeln immer auch mit bedacht werden. Allerdings glaube ich auch, dass Lena im Moment ja euphorisch wegen des Wunsches nach einem Smartphone ist. Vielleicht verliert sich der Ehrgeiz zu sparen auch wieder. Ich würde da die Entwicklung erst mal gelassen abwarten.
      Genau darum gings mir. Wenn man da irgendwas regelmäßiges nimmt (also abgesehen von den Sachen, die ich für selbstverständlich halte), wirds sicher irgendwann zu viel, weil das Smartphone dann eben doch nicht mehr so wichtig ist. Man muss also was finden, was sie machen oder auch lassen kann, wenns ihr grad zu viel ist. Ist nur gar nicht so einfach, weil wir keinen besonders aufwändigen Haushalt haben. :D
    • Klara schrieb:

      Ich weiß leider nicht mehr, wie alt Ihre Tochter momentan genau ist....
      denn ich frage mich, ob es für Sie eine Überlegung sein könnte, allgemein über die Höhe des Taschengelds Ihrer Tochter nachzudenken. Wie wäre es, Ihrer Tochter vorzuschlagen, dass sie mehr Taschengeld bekommt, sich dafür aber besondere Wünsche wie Smartphone, besondere Kleidung usw. selbst erfüllen muss? Hierzu müßten Sie selbst überschlagen, wie viel Geld Sie für besondere Wünsche Ihrer Tochter ausgeben und dies entsprechend auf das Taschengeld umlegen.
      Auf diese Weise könnten Sie einen interessanten und wichtigen Lerneffekt erzielen, der über den aktuellen Smartphonewunsch hinausgeht, denn dann müßte sich Ihre Tochter auch bei zukünftigen Wünschen gut überlegen, wie dringlich diese sind.
      Sie ist jetzt neun, also schon noch sehr klein. ;)
      Eine Taschengelderhöhung muss ich mir schon irgendwann mal leisten, aber an sich würd ich das gern etwas nach hinten schieben. Schließlich verdiene ich nicht viel und Lenas Wünsche werden mit Lena wachsen. :D Da muss Luft nach oben sein. Wenn sie älter wird, kann sie sich natürlich auch kleine Nebenjobs suchen, aber dennoch wird da immer meine Unterstützung gefragt sein und die Frage nach mehr Taschengeld aufkommen.

      Vielleicht mache ich es so, dass ich alles mal mit ihr zusammen neu kalkuliere, dass wir beide was sparen, damit man ihr später auch noch andere Wünsche erfüllen kann ...
    • Hallo Marina,

      ich finde, das ist insgesamt ein sehr guter Gedanke:

      Marina schrieb:

      Vielleicht mache ich es so, dass ich alles mal mit ihr zusammen neu kalkuliere, dass wir beide was sparen, damit man ihr später auch noch andere Wünsche erfüllen kann ...
      Und ich bin mir sicher, dass Sie in Sachen Mithilfe im Haushalt auch eine gute Lösung bzw. Regelung finden werden.
      Mir fällt noch etwas ganz anderes ein: Es kann auch Spaß machen und die Taschengeldkasse aufbessern, wenn man sich von alten Dingen, aus denen man "herausgewachsen" ist, trennt und auf den Flohmarkt geht oder auch Dinge über Verkaufsportale (ebay, amazon, ebay kleinanzeigen, quoka etc) im Internet zum Verkauf anbietet. Manche Einrichtungen wie Jugendhäuser oder Kitas und Kindergärten und auch Gemeinden bieten auch Flohmärkte an. Hier in Stuttgart gibt es so etwas speziell für Familien und Kinder.
      Das wäre vielleicht auch mal eine schöne Aktion von der Schule aus... ein Kinder- und Familienflohmarkt. ;)

      Vele Grüße
      Klara
    • Klara schrieb:

      Mir fällt noch etwas ganz anderes ein: Es kann auch Spaß machen und die Taschengeldkasse aufbessern, wenn man sich von alten Dingen, aus denen man "herausgewachsen" ist, trennt und auf den Flohmarkt geht oder auch Dinge über Verkaufsportale (ebay, amazon, ebay kleinanzeigen, quoka etc) im Internet zum Verkauf anbietet. Manche Einrichtungen wie Jugendhäuser oder Kitas und Kindergärten und auch Gemeinden bieten auch Flohmärkte an. Hier in Stuttgart gibt es so etwas speziell für Familien und Kinder.
      Das wäre vielleicht auch mal eine schöne Aktion von der Schule aus... ein Kinder- und Familienflohmarkt. ;)
      Das ist ein guter Gedanke - aber das mache ich sowieso dauernd. :D Alles, was Lena nicht mehr passt oder womit sie nicht mehr spielt, wird verscherbelt. Allerdings war es bisher so das das Geld dann ganz schlicht für neue Sachen verwendet wurde. Denn die müssen ja auch irgendwoher kommen.
      Aber ich werde es in meine Rechnung mit ihr mit aufnehmen. Dann gucken wir mal zusammen, was wir so draus machen.
    • Hallo Marina,

      danke, schön, dass Ihnen meine Gedanken gefallen.

      Marina schrieb:

      Das ist ein guter Gedanke - aber das mache ich sowieso dauernd. :D
      Ich bin gepannt, wie es weitergeht! ^^

      Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Kalkulieren, Ideen sammeln, Diskutieren und beim Lösungen und Absprachen finden.

      Ihre Klara
    • Wir haben jetzt einen gemeinsamen Finanzplan aufgestellt. Da kann Lena genau sehen, wie viel Geld zu Verfügung steht und was davon alles bezahlt werden muss. Hat sie ein bisschen erschrocken. ;) So wenig kommt rein und so viel muss man davon ausgehen. Aber ich denke, sie hat jetzt eine bessere Vorstellung, was das so bedeutet, wenn sie etwas möchte.
      Wir haben dann verschiedene Ausgabekassen aufgemacht, eine für: das muss bezahlt werden, eine für: Essen/Kleidung/Bücher etc., und eine für: das können wir sparen, um mal was besonderes kaufen zu können. Davon spare ich einen Teil für mich und für unvorgesehene Ausgaben, einen für uns beide (z.B. für Geburtstage, Weihnachten, Ausflüge ...) und einen für sie, auch für später, wenn ihre Wünsche größer werden.
      Ich guck mal, dass wir es schaffen, uns das jeden Monat zusammen anzugucken. Bisher hab ich kein Haushaltsbuch geführt, aber vielleicht ist es nicht schlecht, wenn wir das zusammen machen. Dann kann sie mir auch nie wieder mit: Das will ich aber haben! kommen. :D
    • Finanzplanung

      Hallo Marina,

      da waren Sie und Lena aber fleißig :) !

      Ich finde Ihre Planungen und Strukturierungen sehr gut. Sie beide haben einen guten Überblick über Ihre finanzielle Situation und haben Reserven für besondere Ausgaben eingeplant. Ich finde auch gut, dass Sie Lena so intensiv einbezogen haben. Dies gibt ihr die Möglichkeit, früh zu lernen, dass man sein Geld nicht einfach für Dinge ausgeben kann, auf die man gerade Lust hat, sondern planen muss, wofür welches Geld zur Verfügung steht.

      Ein Haushaltsbuch zu führen, ist ein wenig mühsam, stellt aber eine gute Hilfestellung dar, einen Überblick über seine Ausgaben zu haben. Im Alltag "verschwindet" das Geld oft für Kleinigkeiten (das Eis, der kleine Snack zwischendurch, hier mal eben ein Stift, dort eine Briefmarke,...) und man merkt gar nicht, wo es geblieben ist. Wenn man eine Zeit lang so ein Haushaltsbuch führt, kann man gut sehen, wo man vielleicht noch zu viel ausgibt und noch sparen könnte. Ich kann Sie nur ermuntern, dies eine Zeitlang zu tun. Es gibt im Internet auch gute Vordrucke für solche Einnahmen- und Ausgabenlisten. (Ein einfaches Heft tut es aber auch!)

      Viel Spass bei der weiteren gemeinsamen Wirtschaftsplanung wünscht

      Anne
    • Hallo Marina,

      mir gefällt Ihre Vorgehensweise sehr gut. Mit diesem Finanzplan bzw. Haushaltsbuch haben und bekommen Sie nicht nur einen besseren Überblick und Einblick in Ihre Finanzen, sondern geben Ihrer Tochter einen sehr wichtigen Einblick, was es heißt, mit dem Geld, das zur Verfügung steht, haushalten zu müssen.
      So bekommen Aussagen wie "Das können wir uns momentan leider nicht leisten" oder auch die Entscheidung gegen ein Smartphone und für ein einfaches Tastenhandy Sinn, Hand und Fuß.

      Einfach großartig! ^^
    • Zeigt auch schon Wirkung :D
      Bisher kam nicht ein einziges Mal die Frage nach irgendwas Besonderem. Stattdessen spart sie jetzt eifrig.
      Und eine Nachbarin von uns, der ich davon erzählt habe, beauftragt sie jetzt immer mit kleinen Aufgaben. Die Frau ist gehbehindert, und Lena kauft Kleinigkeiten für sie ein und so. Dafür kriegt sie dann ein bisschen Kleingeld für ihre Spardose.
      Das Sparkonto haben wir jetzt auch. Da kommt dann ab und zu das Geld aus der Spardose rauf.
      Mal gucken, wie lange das gut geht ... ;)
    • Hallo Marina,

      das klingt ja super! Es freut mich, dass die viele Energie, die Sie investiert haben, sich so positiv auswirkt. Toll finde ich auch die Unterstützung für die Nachbarin, die Lena jetzt übernommen hat, vor allem, weil kein fester "Lohn" vereinbart wurde, sondern Lena für ihre Hilfsbereitschaft einfach so etwas bekommt. Beide, die Nachbarin und Lena, haben etwas davon. So sollte es sein!

      Die hohe Motivation wird sicher irgendwann etwas nachlassen, aber bis dahin hat Lena dann immerhin schon etwas gespart und hat das tolle Gefühl, dass sie sich das Geld selbst "verdient" hat.

      Vielleicht können Sie ja zur weiteren Motivation auch einen kleinen familiären regelmäßigen "Weltspartag" (zusätzlich zum eigentlich Weltspartag) einführen. An diesem Tag könnten Sie sich zusammensetzen und gucken, wer wie viel gespart hat und sich dann zur Belohnung eine Kleinigkeit gönnen (natürlich nichts teures, sonst wäre ja der Spareffekt verloren), vielleicht einfach das Lieblingseis besorgen, das Lieblingsgericht kochen, einen gemeinsamen Kuschelnachmittag machen,...

      Belohnen motiviert bekanntlich am besten!

      Weiterhin frohes Sparen wünscht

      Anne