Meine liebe Schwiegermutter ...

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    • Meine liebe Schwiegermutter ...

      Hallo,
      vielleicht kann mir einer von euch einen Tipp geben, denn ich weiß langsam nicht mehr was ich tun soll.

      Meine Schwiegermutter hat die Einstellung, ich muss meine Tochter genau so erziehen, wie sie es vor 30 Jahren gemacht hat.
      Meine Tochter ist jetzt 16 Monate alt und trinkt noch immer gerne ihr Milch, da kann sie runter schalten und entspannen. Jedes mal wenn meine Tochter bei meiner Schwiegermutter ist, bekommt sie den ganzen Nachmittag keine Milch. Dementsprechend ist meine kleine Maus am Abend drauf. Ich bitte meine Schwimu jedes mal wieder aufs Neue, der Kleinen ihre Milch zu geben wenn sie danach verlangt - sie kann ja schon sagen was sie möchte.
      Desweiteren darf die Kleine nie alleine spielen, meine Schwimu klebt immer auf 5 cm auf ihr drauf. Dabei ist sie ja e so brav und spielt gerne auch mal alleine.
      Wenn meine Maus mal wo anders hinsieht und nicht mit voller Aufmerksamkeit ihrer Oma zusieht und ansieht, pfeifft meine Schwimu, damit sich die Kleine wieder zu ihr hindreht. Wenn Mia nicht reagiert, dann sagt sie ihren Namen und lockt sie die ganze Zeit - sprich keine Auszeit, nicht mal für ein paar Sekunden.

      Gestern hab ich sie wieder zu ihrer Oma gebracht, da ist Mia komplett ausgezuckt, sobald sie Oma gesehen hat, hat sie umgedreht und wollte weg und hat dann zu schreien und weinen angefangen.

      Ich habe schon so oft versucht mit meiner Schwimu zu sprechen, aber es hilft einfach nichts. IHrer Meinung nach muss Mia so funktionieren wie sie will. Mein Problem ist mitlerweile auch, dass ich schon so böse auf meine Schwiegermutter bin, dass ich schon nicht mehr normal mit ihr reden kann. Ich habe schon eine richtige Abneigung gegen sie.

      Angel
    • Schwiegermutter als Zaungast

      Hallo Angel,
      vielen Dank für Ihre offenen Worte über ein wirklich sehr heikles Thema. Es scheint Ihnen ein echtes Anliegen zu sein, dass Mia Kontakt zu ihrer Großmutter hat, was ich wirklich sehr schön finde. Allerdings ist der Umgang der verschiedenen Generationen wirklich sehr schwierig, da schlichtweg andere Lebenseinstellungen aufeinander prallen. Umso mehr ziehe ich den Hut, dass Sie nach wie vor nach einer Lösung im Sinne von Mia suchen. Um die gesamte Situation besser einordnen zu können, würde ich gerne wissen, ob Sie beruflich darauf angewiesen sind, dass sich die Großmutter um Mia kümmert.

      Ich kenne Ihre Schwiegermutter als Mensch mit ihren Charaktereigenschaften nicht, aber die Erziehung früher ist mit der heutigen in keinster Weise mehr zu vergleichen. Da stand es tatsächlich im Fokus, dass Kinder "funktionieren" sollen, wie die Eltern es nunmal vorgeben. So manchen Großeltern fällt die Umstellung auf heutige Erziehungsgewohnheiten schwer. Manchmal sind es aber auch die bei den eigenen Kindern verpassten Gelegenheiten, die eine Oma bei ihren Enkeln nachzuholen versucht. So kommt es dann dazu, dass die Kinder keinen Schritt mehr alleine tun können. Hinzu kommt noch der Konflikt, dass Schwiegermütter sich von Schwiegertöchtern ungerne reinreden lassen - und umgekehrt. So sehr man sich auch mag, aber Reibungspunkte gibt es vor allem dann, wenn Kinder ins Spiel kommen, viele.

      Allerdings fängt Mia zu leiden an und genau das ist doch der gemeinsame Nenner, der sie bei allen Differenzen verbindet. Ihre Schwiegermutter hat sicher keinerlei Interesse daran, dass ihre Enkelin sie zu anstrengend findet. Da Ihre Versuche die Probleme zu besprechen offensichtlich nicht erfolgreich waren, würde ich zu einem Gespräch raten, zu dem Sie auch Mias Vater hinzu ziehen. Vielleicht ist seine Mutter ihm gegenüber offener eingestellt? Dort könnten Sie dann in einer ruhigen Runde die Probleme, die Sie wahrnehmen, und Mias Reaktion darauf thematisieren. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie viele Ich-Botschaften senden und weniger in Du-Anklagen verfallen, sonst wird Ihre Schwiegermutter vermutlich auf stur schalten. Falls Ihre Schwiegermutter in diesem Gespräch aufnahmebereit ist, könnten Sie sie einladen, einem Tagesablauf bei Ihnen Zuhause beizuwohnen. So könnte sie sich ein eigenes Bild davon machen, wie Mia ihren Tag verbringt, was sie braucht, mag und eben nicht leiden kann. Ihre Schwiegermutter kann so selbst erkennen, wie sie den Tagesablauf gestalten muss, damit Mia sich bei ihr wohlfühlt.

      Ich drücke Ihnen die Daumen für einen positiven Gesprächsverlauf und würde mich freuen, wenn Sie uns kurz davon berichten.

      Viele Grüße
      Tanja