Wutausbrüche ausser Kontrolle

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    • Wutausbrüche ausser Kontrolle

      Hallo Zusammen
      Ich bin neu hier und suche dringend Hilfe/Ratschläge.

      Mein Kleiner ist nun fast 2 Jahre alt. Egal, welches Alter er war, immer habe ich mich damit abgefunden, dass es alles nur eine Phase ist und er sich bessert. Leider wird es nicht besser. Und meine Kraft ist so ziemlich am Ende.

      Ich bin den ganzen Tag für den Kleinen da, tue alles, um es ihm recht zu machen. Da er sehr sensibel ist, haben wir von Anfang an Struktur in seinem Ablauf und wenn wir einkaufen gehen oder etwas anderes machen, lasse ich ihm immer die Zeit, die er braucht.

      Leider hat er einen sehr starken Willen. Auch wenn andere das vielleicht gut finden, ich komme damit nicht mehr klar. Sobald er seinen Willen nicht bekommt, gibt es das größte Theater. Das ist per se nicht das schlimmste, aber er testet damit seine Grenzen aus. Und wenn er den Hund haut und wir was sagen oder ihn da wegholen, gibt es direkt Riesen Theater. Er weiß, was er darf und was nicht. Die Liste, was er darf ist eindeutig länger, da ich ihm nur Grenzen aufzeigen möchte, wenn es nötig ist. An der Straße die Hand geben zum Beispiel, klappt wunderbar. Beim Essen matschen darf er nicht. Er macht es jedes Mal und es endet jedes Mal im Theater. Er will auch nie still sitzen und wirft dauernd was durch die Gegend.

      Da ist so vieles, was mir den letzten Nerv raubt. Er stemmt sich gegen alles, was wir sagen.

      Ich tue wirklich alles für den Kleinen, liebe ihn abgöttisch, aber habe im Moment das Gefühl alles nur noch falsch zu machen... ich kann einfach nicht mehr.

      Dann kommt noch dazu, dass er immer sofort schreit, bei allem möglichen, und auch, weil er es toll findet. Ein Rasenmäher ist leise gegen diese Stimme. Einfach nur unschön, laut und extrem nervig. Man bekommt es einfach nicht weg. Mit ihm einkaufen ist oft ne Qual, dann haut er dauernd fremde Leute... es ist einfach nur schlimm.

      Sorry für den Wirrwarr, könnte noch stundenlang so weiterschreiben.

      Gibt es jemanden, der mir Ratschläge geben kann? Wie kann ich lockerer werden? Wie kann er "besser" werden? Wie kann alles besser werden? Was mache ich falsch?
    • Hallo
      Hast du es schon mal versucht es anders zu formulieren?
      Also nicht gleich nein sondern eine Alternative bieten das es gar nicht zur Eskalation kommt?! ZB. Nicht mit den Baustein schmeißen du kannst jemanden verletzt komm lass uns lieber ein Haus bauen damit oder irgendwas anderes.
      Gibt es bei nein irgendwelche Konsequenzen? Meiner ist 1 1/2 und wenn er nicht hört kriegt er eine kurze Auszeit im Hochstuhl danach rede ich kurz mit ihm und er hört und macht was er nicht darf nicht mehr diese Methode benutze ich nur als aller letzte Karte
      Man muss manchmal standhaft sein und nicht kleinbeigeben die Kinder merken schnell ob es ernstgemeint ist oder ob er nicht doch seinen Willen bekommt.
      Evtl gibt es bei euch Familienberatungsstellen die Hilfestellung geben können falls du dich sehr überfordert füllst?!
    • Klar haben Kinder in jedem Alter ihre Phasen, die vorüber gehen. Aber ich habe hier das Gefühl, daß du gerade ziemlich an deine Grenzen kommst und überfordert bist. Versuch trotsdem konsequent zu sein wenn dein Sohn seine "Ausbrüche" hat. Zeige ihm auf daß sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Das wird harte Arbeit für euch alle. Nur wenn du es jetzt nicht machst dann wird das ein Fass ohne Boden. Je älter er wird um so schwerer wird es dann für euch alle, ihm Regeln zu vermitteln und zu zeigen daß solche Ausbrüche Konsequenzen haben. Er wird schnell begreifen daß er mit euch machen kann was er will wenn ihr nicht etwas dagegen macht. Hol dir Hilfe vom Kinderarzt oder Beratungsstellen. Falls er in die Kita geht dann sprich mit den Erziehern. Sonst frisst es dich irgendwann auf und macht dich kaputt. Ich wünsche dir alles Gute. :)
    • Hallo Tyjaku,

      herzlich willkommen. Ich kann mich nur anschließen, denn auch für mich klingt Ihre Schilderung so, als würde zwar Ihr Sohn das Wort "Nein" kennen, aber keine Konsequenzen erfahren, wenn er Grenzen überschreitet.
      Es ist sicherlich eine gute innere Haltung, nicht alles allzu ernst zu nehmen und sich auch mal sagen zu können, dass das eine Phase ist, die nicht ewig dauert, sondern auch wieder vorbei geht - dennoch erfordert gewisses Verhalten wie z.B. Gewalt gegen Tiere und andere Menschen eine Reaktion Ihrerseits, die ganz klar zeigt und spürbar macht, dass hier eine Grenze überschritten wurde und dies nicht toleriert wird.

      Ich kann Ihnen auch nur raten, sich Unterstützung zu holen. Jugendämter bieten so genannte Elternseminare an und auch Beratungsangebote für Eltern. Nutzen Sie dies!

      Es ist toll, dass Sie Ihren gemeinsamen Tagesablauf strukturiert haben, denn auch Struktur in Form von bestimmten Routinen ist etwas, das Kindern Sicherheit gibt, weil sie damit einen klaren Rahmen haben, in dem man sich bewegt.

      Sie schreiben allerdings auch: "Ich bin den ganzen Tag für den Kleinen da, tue alles, um es ihm recht zu machen." Und genau diese Formulierung macht mich stutzig. Was meinen Sie damit genau? Denn das klingt gerade so, als würden Sie vollkommen nach der "Pfeife" tanzen, die Ihr kleiner Sohn Ihnen mit seinem "Theater", wie Sie es nennen, diktiert.

      Sie haben Recht, es ist Ihre Aufgabe und Ihre Verantwortung, für Ihren Sohn da zu sein, sich um ihn zu kümmern, wenn er Hilfe braucht, für sein körperliches Wohl zu sorgen und ihm ebenso Liebe und Wärme und Zuwendung zu schenken. Doch ist es ebeno Ihre Aufgabe und Verantwortung, Ihrem Sohn dabei zu helfen, sich in der Welt zurecht zu finden und dazu gehört es eben auch, gewisse Regeln einzuhalten und zu lernen, was man tun darf und was man nicht tun darf.

      Ich wünsche Ihnen Kraft und den Mut, nicht nur "Nein" zu sagen, sondern auch, konsequent zu sein - und sich Hilfe zu holen, wenn Sie spüren, dass Sie das brauchen.
      Alles Gute!

      Klara
    • Hallo Zusammen

      Vielen Dank für eure wertvollen Tipps.

      Bisher habe ich es mit der Konsequenz so gemacht: solange er Theater macht, bekommt er seinen Willen nicht. Wenn er sich aber von selbst beruhigt, dann schon nach einer Weile. Ein Beispiel ist das rausgehen in den Garten. Da macht er zum Beispiel dann mal Theater weil er direkt raus will, aber wir aus irgendeinem Grund noch nicht soweit sind. Dann darf er erst raus, wenn er sich beruhigt hat und sich brav hat anziehen lassen.
      Oder wenn er auf das Auto bei Kaufland will, muss er halt während dem Einkauf lieb sein. Ist er es nicht, gehen wir direkt nach Hause. Ist er lieb, darf er aufs Auto.

      Spielsachen nehme ich ihm weg, wenn er sie wirft. Am nächsten Tag bekommt er sie aber wieder.

      Mein Kinderarzt hilft mir da nicht wirklich. Mir hilft es ja nicht, wenn man mir nur meine Fehler aufzeigt. Ich brauche Tipps, wie ich was ändern kann. Daher treibe ich mich hier in verschiedenen Foren herum und versuche mir Tipps von anderen Müttern zu holen.

      Überfordert bin ich teilweise schon, aber nicht wegen der Wutausbrüche, sondern eher weil ich das Gefühl habe, dass er viel mehr versteht, als er eigentlich sollte. Der Kinderarzt meinte, ein zweijähriger kann nicht sagen, wo es ihm wehtut oder Hunger von Durst unterscheiden. Der Kleine kann es aber und sagt es auch genau. Und er versteht wirklich alles, auch wenn wir uns unterhalten und die Dinge umschreiben. Er versteht auch Konsequenzen, dennoch testet er halt jedes Mal, ob er drüber hinaus gehen kann.

      Ich bin dann halt die "Böse" wenn ich ihn nicht machen lasse. Das Problem ist nur, dass ich dann den Rest des Tages ein nörgeliges Kind habe.

      Das ich alles tue, um es ihm recht zu machen, bedeutet, dass ich ziemlich auf ihn und seine Bedürfnisse eingehe. Vielleicht ist das auch Zuviel. Ich bin den ganzen Tag zu Hause, gehe nicht arbeiten (arbeite selbständig am Abend), und bin halt immer total erschöpft. Wir sind sehr viel draußen, damit er sich auspowert. Und da mach ich halt immer mit, damit er Spaß hat. Ich will halt, dass er glücklich ist.

      Geplant war, dass er mit 3 in den Kindergarten geht. Allerdings sucht er stark die Nähe zu anderen Kindern. Was aber recht schwer ist, da er mit Gleichaltrigen irgendwie nix anfangen kann. Zudem überragt er sie bereits jetzt um 1-2 Köpfe, das er extrem groß ist für sein Alter.

      Ich suche nach einer Möglichkeit, Kraft zu tanken, wenn ich schon keine Zeit für mich habe, versteht ihr, was ich meine?

      Liebe Grüße
    • Hallo Tyjaku,

      danke für Ihre offenen Worte. Ihre Erschöpfung kann man dabei zwischen den Zeilen lesen.
      Ich stelle es mir auch sehr anstrengend vor, ein so forderndes Kind zu haben.

      So wie Sie Ihren Sohn beschreiben, scheint er in der Tat sehr weit zu sein, was seine Entwicklung betrifft.
      Vermutlich ist er auch genau deshalb so fordernd, weil er einfach so viel "versteht". Er sucht Herausforderung, Beschäftigung und damit auch Grenzen.

      Sie beschreiben einige Situationen, in denen Sie konsequent sind. Und sie machen das gut, so wie Sie das oben beschreiben. Doch wie ist das mit dem, was Sie selbst wollen?
      Sie schreiben, wenn er auf das Auto will, dann muss er sich erstmal beweisen, sich benehmen und dann darf er auf das Auto. Ist es stets so, dass er fordert und wünscht und Sie entscheiden dann, ob er das bekommt bzw. darf oder nicht?

      Gibt es auch Situationen, in denen Sie selbst etwas fordern und wünschen und er soll/ muss sich an Ihnen orientieren, Ihnen entgegenkommen?
      Spielt bzw. beschäftigt er sich auch mit sich alleine? Fordern Sie das auch mal von ihm ein?
      Gibt es auch Unternehmungen, die Sie machen wollen und er soll dann mitmachen?
      Von wem kommen die Impulse?

      Ich kann Ihnen nur nochmals empfehlen, sich zu erkundigen, welche Eltern-Seminare Ihr zuständiges Jugendamt anbietet. Auch Mutter-Kind-Treffs werden oftmals organisiert, die dann auch von Erzieherinnen bzw. Pädagoginnen betreut/ begleitet sind.

      Herzlich
      Klara