Sind Einzelkinder schlauer, aber asozialer?

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    • Sind Einzelkinder schlauer, aber asozialer?

      Ein Vorurteil, dem ich schon sehr häufig begegnet bin:
      Einzelkinder wären schlauer, besser in der Schule, erreichen später mehr beruflich, studieren häufiger.
      Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen sind dafür sozialer, fallen also durch einen besseren Umgang mit anderen auf.
      Was meint ihr dazu?
    • Einzelkind

      Hallo, ich selbst bin als Einzelkind groß geworden, aber würde mich selbst - von klein an - als sehr sozial einschätzen. Ich finde die Diskussion immer schwierig, weil Kinder sich selbst nicht aussuchen wie sie groß werden. Mein Sohn - bis jetzt Einzelkind - geht seit 11 Monaten in den Kindergarten und liebt es mit anderen Kindern (ob groß oder klein) zu spielen und geht auch sehr offen auf andere Erwachsene zu. Er teilt gern und nach 1 Woche Urlaub bei Oma und Opa (mit wenig Kinderkontakt) und trotz einem Rund-Um-Verwöhn-Programm freut er sich unheimlich sobald er ein Kind sieht und endlich wieder mit einem Kind spielen kann. Ich glaube und das liegt in der Natur der Sache, dass Einzelkinder mehr Aufmerksamkeit von ihren Eltern erhalten und vielleicht auch hier und da ein wenig verwöhnt werden, aber dass man Ihnen jetzt weniger soziale Kompetenzen zusprechen kann, bezweifle ich. Bezügl. des Studierens etc., also ich glaube, dass ein großer Bruder oder eine große Schwester super Vorbilder sein können und somit eher das Gegenteil bewirken. Aber wie immer gilt: Jedes Kind ist anders. Jede Kinder-Kombi funktioniert anders.
    • Hallo,
      ich finde solche Pauschalaussagen etwas unglücklich. Es kommt wahrscheinlich auch viel auf die Erziehung und v.a. darauf an, ob das Kind Kontakt zu anderen Kindern hat, egal ob Geschwister oder Freunde.
      Dass die schulischen Leistungen von Einzelkindern besser sind, könnte daher kommen, dass die Eltern von nur einem Kind meh rZeit haben, sich zu kümmern...
    • Da ich ein Einzelkind bin, auch mal ein Statement von mir:
      Der Begriff "asozial" hat einen sehr negativen Touch, deswegen würde ich ihn in diesem Zusammenhang vermeiden, aber ja, ich denke schon, dass der fehlende Umgang mit Geschwistern bei Einzelkindern zu einem Erfahrungsrückstand im Umgang miteinander führt.

      Stellt sich die Frage, ob sie deswegen weniger sozial sind?
      Ich glaube nein, denn wenn ich aus meiner eigenen Erfahrung sprechen darf, würde ich sagen, dass ich einfach mehr Respekt und Distanz im Umgang mit anderen Kindern hatte, aber deswegen nicht weniger mitfühlend oder hilfsbereit war. Außerdem kann man alles später aufholen. Kommt auch darauf an wie man den Begriff "sozial" definiert.

      Mit Intelligenz hat das meiner Ansicht nach überhaupt nichts zu tun, eventuell ist, wie bereits von Ich-bin-Mama erwähnt, die Bindung zwischen Eltern und Kind bei Einzelkindern intensiver, aber hier liegt es wirklich an den einzelnen Mitgliedern der Familie, ob Kinder oder Eltern.
      Viele Grüße
      Drachenherz
    • Asozial ist wahrscheinlich wirklich ein etwas unglücklich gewählter Begriff, weil er zu negativ behaftet ist. Ich habe bisher auch ein Einzelkind und würde es nun auch nicht asozial nennen. Trotzdem glaube ich, dass es Unterschiede gibt. Mit Geschwistern muss man sich auseinander setzen, denn sie sind immer da. Man kann ihnen nicht entgehen, Auseinandersetzungen nicht dauerhaft aus dem Wege gehen. Das ist mit Spielfreunden anders. In Kiga und Schule kann man bestimmten Kindern aus dem Weg gehen. Spielbesuch auch mal eher etwas durchgehen lassen mit dem Wissen, dass er bald wieder verschwindet.
      Und was die schulischen Leistungen betrifft, hat es sicher auch viel mit der Förderung der Eltern zu tun. Bei einem Kind achtet man mehr darauf als bei vier Kindern. Was das Studium betrifft, ist es ja auch in gewisser Weise von der Schulleistung abhängig, aber ebenso vom Elternhaus. Arzt- und Lehrerfamilien zum Beispiel haben doch irgendwie doch meistens auch Kinder, die studieren.