Das Lernen durch Versuch und Irrtum

Diese Art des Lernens lässt sich am Besten durch ein Beispiel erklären:

Ein 4-jähriges Kind ist mit seiner Mutter im Supermarkt und entdeckt in einem Regal Süßigkeiten, die es unbedingt haben möchte. Von diesem Wunsch motiviert, probiert es verschiedene Verhaltensweisen aus: Zunächst bittet das Kind seine Mutter mehrmals diese Süßigkeiten zu kaufen, dann fängt es zu quengeln an. Da die Mutter seinen Wünschen immer noch nicht entspricht, beginnt es zu weinen. Das Kind wir immer lauter, da auch das nichts nützt.

Das Kind hat in diesem Beispiel das Bedürfnis diese bestimmten Süßigkeiten zu haben und probiert verschiedene Verhaltensweisen wie Bitten, Quengeln, leises und lautes Weinen aus.

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Als das Kind immer lauter im Supermarkt weint, kauft die Mutter schließlich die Süßigkeiten, da schon viele andere Personen im Supermarkt auf die Mutter und ihr Kind schauen.
Dies spielt sich bei den nächsten Supermarktbesuchen immer häufiger ab. Da aber Bitten, Quengeln und leises Weinen nicht zum Erfolg führen, werden diese Verhaltensweisen schrittweise vom Kind nicht mehr gezeigt. Nur das laute weinen, was zum Erfolg geführt hat, wird aufrechterhalten.

Das Kind hat nun durch das Ausprobieren verschiedener Verhaltensweisen herausgefunden, wie es zu seinem Ziel kommt. Deshalb fängt das Kind nach einiger Zeit gleich an laut zu Weinen, um das zu bekommen was es möchte.

Das zum Erfolg führende Verhalten muss vom Kind aber zunächst eine gewisse Zeit Ausprobiert werden, damit diese Verhaltensweise erlernt wird. Wird dieses Verhalten nicht wiederholt wird es nicht gelernt bzw. wieder abgebaut.

Es ist wichtig, diese Phase des Erlernens von Verhaltensweisen, zu nutzen um unerwünschten Verhaltensmustern direkt zu begegnen. Hat sich ein Gebaren wie zum Beispiel das Weinen (wenn ein Kind etwas erhalten möchte), erst einmal gefestigt, entsteht eine Problematik, in dem Augenblick, wenn das Kind diese Reaktion wieder einstellen soll. Diesem Betragen zu begegnen ist dann sehr zeitaufwendig und erfordert viel Geduld von den Erziehenden. Dabei ist es wichtig, dass Kinder ihre Grenzen kennenlernen und erkennen, da sie sonst das unerwünschte Verhalten nicht nur bei den Eltern aufweisen, sondern auch bei anderen Personen. So z.B. im Kindergarten, in der Schule oder auf einem Kindergeburtstag. Zudem kann das Lernen durch Versuch und Irrtum, durchaus auch riskant, womöglich sogar gefährlich werden, wenn das Kind gelernt hat Grenzen ohne Konsequenzen überschreiten zu können. Beispielsweise beim Spielen mit Hunden oder Katzen sowie im Straßenverkehr oder allgemein im Haushalt.