Der egalitäre Erziehungsstil

Der egalitäre Erziehungsstil basiert auf absoluter Gleichberechtigung. Hier haben Eltern und Kinder die gleichen Rechte und Pflichten, was bedeutet, dass die Meinung des Kindes nicht nur gehört, sondern sogar eingeholt und grundsätzlich berücksichtigt wird. Die Meinung des Kindes ist sogar gleichgewichtig und gleichermaßen ausschlaggebend wie die Ansicht der Eltern. Eltern und Kind begegnen sich auf einer Ebene, eine hierarchische Struktur, also ein Über- oder Unterordnungsprinzip wie bei einigen anderen Erziehungsstilen besteht beim egalitären Erziehungsstil nicht. Alle wichtigen Entscheidungen werden von den Eltern mit ihrem Kind nicht nur besprochen, sondern gemeinsam mit dem Kind entschieden. Damit kann der egalitäre Erziehungsstil als Steigerung des demokratischen Stils betrachtet werden.

Wie beim demokratischen Stil wird die Eigenaktivität, Eigeninitiative und Selbstständigkeit des Kindes gefördert.

 

Egalitaere Erziehung

 

Nachteile

Da die Meinungen beider Seiten, also von Eltern und Kind die absolut gleiche Wertigkeit haben, kann dies logischerweise den Prozess der Entscheidungsfindung erschweren oder zumindest in die Länge ziehen. Der egalitäre Erziehungsstil erfordert also oftmals viel Geduld und Zeit, sowie die Bereitschaft der Eltern, diese Gleichberechtigung auch tatsächlich umzusetzen.

Das Kind lernt leider nicht, dass es auch Regeln und Vorgaben gibt, die akzeptiert werden müssen und nicht grundsätzlich alles ausdiskutiert und ausgehandelt werden kann. Es können auch im späteren Leben Schwierigkeiten auftreten, was das Zurechtfinden in hierarchischen Strukturen und den Umgang mit vorgegebenen Regeln und Vorschriften betrifft.

Merkmale

  • Der Erzieher versteht sich als Gruppenmitglied
  • Der Erzieher führt persönliche Gespräche mit den Kindern
  • Die Gruppenarbeit erfolgt ohne Befehle und auf gleichberechtigter Basis
  • Der Erzieher macht Vorschläge zu möglichen Tätigkeiten und das mögliche Ziel, aber die Gruppe entscheidet gemeinsam, ob die Vorschläge umgesetzt werden
  • Alle Entscheidungen werden von der Gruppe getroffen
  • Der Erzieher unterstützt und ermutigt die Kinder
  • Die Aufgabenteilung unterliegt der Verantwortung der Gruppe
  • Lob und Tadel werden sachbezogen gegeben in Form von konstruktivem Feedback
  • Bei Problemen gibt der Erzieher Lösungsmöglichkeiten als Anregung vor